Jugendworkcamp geht zu Ende Globale Naturschutztruppe lernt im Emsland die Welt kennen

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Meppen. Das erste internationale Naturschutzworkcamp im Emsland ist nach drei Wochen zu Ende gegangen. Und, so berichten es die Teilnehmer: es hat weit mehr bedeutet und bewirkt, als anfänglich vielleicht gedacht.

Seit Ende August hatten sich zehn junge Menschen aus sieben Nationen gemeinsam unter dem Motto „Sonne tanken beim Naturschutz“ um unerwünschte Pflanzen wie das Jakobskreuzkraut oder die in der Heide unerwünschte Moorbirke gekümmert oder eine Blumenwiese eingesät. Und bei aller Schweiß treibender Arbeit gab es noch ein weitaus wichtigeres Ergebnis als den Schutz seltener Tiere und Pflanzen: Kennenlernen und Austausch jenseits der eigenen Nationalität.

Deshalb hatten Ece Elif Kuruoglu und ihre Cousine Aybuke Cetin (aus der Türkei), Ezra Shields aus Kanada, Christopher Ayometzi Ferr (Mexiko), Saya Ikoma (Japan), Nacer Ziani (Algerien), Laura Weber, Cornelia Kindermann und Katja Tholl (alle Deutschland) sowie und Liubov Krapivner (Russland) zum gemeinsamen Abschlussessen im Ferienhof Schulte in Helte über weit mehr zu berichten, als über die Schwielen an den Händen, den schmerzenden Rücken oder lästige Insekten.

Gerichte aus der Heimat

Zum Abschluss haben alle typische Gerichte ihrer Heimat gekocht und sie gemeinsam mit der Leiterin des Camps und des Hot-Spot-Projektes 21, Maike Hoberg, dem Vorsitzenden der Naturschutzstiftung Emsland, Bernd van der Ahe und deren Geschäftsführerin, Kirstin Meyer, gekostet. Die Naturschutzstiftung hatte das Projekt über die Geschäftsstelle des Hot-Spot-Projektes finanziell unterstützt und, das betonten alle Beteiligten vorab, will das wieder tun.

„Das ist eine großartige Sache“, sagte van der Ahe. „Naturschutz ist weltweit von Bedeutung, vor allem für die junge Generation. Ich bin begeistert, wie begeistert die Teilnehmer für ihre Sache brennen.“

„Es war eine tolle Zeit“, bestätigte zum Beispiel die Japanerin Saya Ikoma, die zum Abschlussessen ein „Okonomiyaki“ genanntes Kohlgericht gekocht hatte. „Ich werde sie nie vergessen.“ So sah das auch Ece Elif Kuruoglu: „Ich bin dankbar, diese Menschen kennengelernt zu haben und war drei Wochen lang sehr glücklich.“ Und Christopher aus Mexiko meinte: „Wir waren hier nicht fremd, sondern willkommen. Das ist halt Deutschland.“

Aus Dankbarkeit

Der Algerier Nacer Ziani war vor allem dankbar. Ihm hatte der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD das Studium der Germanistik ermöglicht, in einem Jahr will er in Kooperation mit einer deutschen Einrichtung in Algeriens Hauptstadt Algier eine Sprachschule gründen und dort Deutsch unterrichten. Er war gemeinsam mit der Hannoveranerin Laura Weber Teamleiter für das Emslandcamp, „um Deutschland etwas zurückzugeben“, wie er sagte. Ein Praktikum im Bundestag hat er bereits hinter sich und sieht sich gerade in Zeiten, in denen Nordafrikaner in Deutschland keinen so guten Ruf genießen, als Brückenbauer: „Uns verbindet mehr, als und trennt“.

Ähnlich sah dies auch Hilke Steevens, die als Projektleiterin bei den „Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten“ IJGD arbeitet, die das Camp vermittelt hat. „Wir sind seit 70 Jahren in dieser Art tätig, im Naturschutz oder bei der Erhaltung von Kulturgut.“ Das Camp im Emsland würde sie gerne wiederholen.

Und Gastgeberin Hedwig Schulte war begeistert von den „offenen und freundlichen jungen Leuten. Mir geht von Anfang an ein Spruch durch den Kopf, der sehr gut passt: Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, verändern das Gesicht der Welt.“


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