Perlen der Vokalmusik DascanioConcert singt in Propsteikirche Meppen

Von Peter Müller

Der Chor dascanioConsort aus Haselünne war in der Propsteikirche Meppen zu hören. Foto: Peter MüllerDer Chor dascanioConsort aus Haselünne war in der Propsteikirche Meppen zu hören. Foto: Peter Müller

Meppen. „Reformation und Gegenreformation“ – so hatte das dascanioConsort aus Haselünne sein diesjähriges Konzertprogramm betitelt, das nun in der Propsteikirche Meppen zu hören war.

Daniel Lösker (Tenor und Leiter) mit seinen Mitstreitern Christina Hilbers und Stefanie Wendt (Sopran), Uta Janßen und Ines Krause (Alt), Dr. Michael Reitemeyer (Bariton) und Thomas Wendt (Bass) gelang damit die überzeugende Darstellung einer anspruchsvollen Mischung wichtiger Werke der Vokalmusik aus der Barockzeit und Moderne. Leider war die Propsteikirche nur spärlich mit Zuhörern besetzt, ein zahlreicheres Publikum wäre den Ausführenden gegönnt gewesen.

Bereits das eröffnende Werk „Mein himmlischer Vater“ von Caspar Othmayr über die letzten Worte Martin Luthers auf seinem Sterbebett erklang strahlend und homogen mit vorzüglicher Textverständlichkeit, gefolgt von einem Klagelied zum Tod von Thomas Tallis, „Ye sacred muses“ von William Byrd aus derselben Epoche, innig-verhalten und intensiv musiziert. Danach ein großer zeitlicher Sprung in unsere Zeit mit den 2015 entstandenen „Luther-Madrigals“ von Bernd Franke, ein großartiges, höchst beeindruckendes sechsteiliges Werk über Luthertexte sowie aus Spottreden über ihn, eingerahmt durch das Shakespeare-Zitat „Die ganze Welt ist eine Bühne“. Eine immense Bandbreite an Dynamik, verschiedenster Gesangstechniken wie glissandi, Sprechgesang, Flüstern, Schreien usw., auch das Musizieren von verschiedenen Stellen im Kirchenraum – ein wahrer Genuss, hervorragend interpretiert!

Der nachfolgende Psalmgesang „Miserere mei, Deus“ von Carlo Gesualdo da Venosa begann zunächst im „Off“ hinten in der Kirche, im Laufe des Werks gingen die Ausführenden wieder nach vorne vor die Altarstufen. Natürlich durfte ein Werk von Heinrich Schütz nicht fehlen, in diesem Fall war es die Begräbnismotette „Das ist je gewisslich wahr“.

Nach der ersten Dreiviertelstunde war dann eine kleine Verschnaufpause für die Sänger angesagt. Peter Müller aus Lingen spielte die Choralfantasie „Es komm dein Reich zu dieser Zeit“ von dem amerikanischen Komponisten John A. Behnke auf der Hillebrand-Orgel.

Im zweiten Chorteil erklangen Heinrich Isaacs gewaltige Kaisermotette „Virgo prudentissima“ als ältester Beitrag des Abends, die Motette „Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn“ von Johann Hermann Schein (besonders eindrücklich hier die Deklamation der Worte „bricht mein Herz“), die englische Passionsmotette „Woefully arrayed“ von William Cornysh sowie zum Abschluß die Motette „Lobet den Herrn, alle Heiden“ von Johann Sebastian Bach, von Stefanie Wendt an einem digitalen Continuoinstrument begleitet.

Insgesamt eine gewaltige Leistung des siebenköpfigen Ensembles, von Daniel Lösker sparsam und sicher geleitet.