Die Medienprofis von morgen Meppener Schüler produzieren Hörspiel mit dem NDR


Meppen. Große Mikrofone, gigantische Kopfhörer und eine Menge Technik. „Und Action“, ertönt es. Die Kinder der Mittagsgruppe 4a im Fachbereich Musik der Montessori-Schule Meppen durften einen Tag lang hinter die Kulissen der Produktion eines Hörspiels schauen.

„Mach das noch mal mit deiner Monsterstimme. Das war jetzt nur hoch, aber noch nicht wirklich gefährlich“, leitet Florian Jacobsen den hoch konzentrierten Silas an. Der Regisseur weiß genau, was er will und hat die Kinder aus der iPad-AG und der Musikgruppe von Merle Unkenholz gut im Griff.

477 Schulen

Zur NDR-Veranstaltung „Hörspiel in der Schule“ bewarben sich 477 Schulen aus Norddeutschland, aus Niedersachsen allein 174. Allerdings ist nur eine begrenzte Anzahl Besuche an Schulen möglich. Letztlich kamen die NDR-Mitarbeiter zu 50 Schulen in ihrem Sendegebiet, um den Schülern die Produktion eines Hörspiels näher zu bringen. Eine von ihnen ist die Meppener Montessori-Schule. Merle Unkenholz meldete die Klasse kurzerhand an, als sie von der Aktion hörte. „Zum Glück wurde die sonst nur einwöchige Frist verlängert“, berichtet die Lehrerin.

Aufnahme leicht gemacht

Die Kinder sind während der Hörspiel-Aufnahme offen für neue Ideen, lassen sich von Regisseur Florian gerne verbessern. „Als man das erste Mal die Sätze gesprochen hat, war es schwierig, das zu betonen, aber sonst war es nicht so schwer“, erzählt die Schülerin Meike.

Fertiges Produkt

Die Reaktion der Kinder, die starke Resonanz der Lehrenden und die 1600 Anmeldungen seit 2013 lassen den Erfolg der Hörspielproduktion in Schulen erkennen. Allerdings ist für die NDR-Mitarbeiter noch ein anderer Faktor entscheidend: „Das Schönste ist dann immer, den Kindern das fertige Hörspiel vorzustellen und das Strahlen in den Augen zu erkennen“, erklärt Regisseur Jacobsen. Mit seinem Kollegen Philip Kettenmann, beide aus der Redaktion in Hamburg, produziert er ein Hörspiel in sechs Stunden, für das es im Normalfall sechs Wochen benötigt.

Gesamter Prozess

„Wir versuchen, den Kindern hier auch wirklich den gesamten Prozess zu zeigen. Dafür muss einer mit den Kindern aufnehmen, während der andere hier schon schneidet und zusammenbaut. Die Schüler dürfen dem Philip nämlich auch noch mal über die Schulter schauen“, so Jacobsen. „Ansonsten wäre die Produktion in sechs Stunden nicht möglich.“

Dass sowohl Kinder als auch Erwachsene an diesem Tag Spaß in der Schule hatten, ist deutlich zu erkennen. „Bisher hat´s mir gut gefallen! Beim ersten Mal war es noch etwas schwierig mit der Betonung, aber dann war es eigentlich ganz leicht“, erzählt Matthis eifrig. „Ich spreche nach dem Erzähler die ersten vier Sätze auf dem Hörspiel.“, berichtet er stolz.

Florian Jacobsen und Philip Kettenmann gefällt die Arbeit mit den Kindern sehr gut. „Wir reißen uns in der Redaktion immer um die Aufträge, weil es so viel Spaß macht“, sagt Jacobsen.


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