Bundestagskandidat der AfD Danny Meiners: „Ich bin ein ehrlicher Malocher“

Von Harry de Winter

„Ich bin ein ehrlicher Malocher“, sagt Danny Meiners. Der 38-Jährige kandidiert bei der Bundestagswahl 2017 für die AfD im Wahlkreis Mittelems. Foto: Harry de Winter„Ich bin ein ehrlicher Malocher“, sagt Danny Meiners. Der 38-Jährige kandidiert bei der Bundestagswahl 2017 für die AfD im Wahlkreis Mittelems. Foto: Harry de Winter 

Meppen. „Ich bin ein ehrlicher Malocher“, sagt Danny Meiners. Der 38-Jährige kandidiert bei der Bundestagswahl 2017 für die AfD im Wahlkreis Mittelems. Welche politischen Ziele er hat und was aus seiner Sicht für das Emsland wichtig ist, erklärte er in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Meiners sagt von sich, er habe keine Vorbilder, politisch jedoch sage ihm Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Franz Josef Strauß (CSU) sehr zu. „Die klare Kante fehlt heute bei vielen Politikern einfach“, sagt Meiners. „Das war bei Strauß viel besser.“ Aber auch für den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt könne er sich begeistern. Von der aktuellen Kanzlerin Angela Merkel sei er überhaupt nicht begeistert. „Da wäre mir mein Parteikollege aus dem Wahlkreis Unterems, Christoph Merkel, viel lieber“, so der 38-Jährige. Martin Schulz (SPD) halte er für absolut chancenlos bei der jetzigen Wahl.

Fairer Umgang mit Landwirten

Er selbst will mit seiner Politik viel für das Emsland tun. Vor allem plädiert er für einen faireren Umgang mit den Landwirten. „Es kommen ständig neue Verordnungen auf die Landwirte zu“, erklärt Meiners. „Kaum hat man die eine umgesetzt, kommen schon wieder neue. Das man dafür oft sehr viel Geld in die Hand nehmen muss, wird von der Politik vergessen.“ Gegen Tierschutz im Allgemeinen habe er nichts, aber er müsse umsetzbar bleiben und es müssten europaweit für alle die gleichen Bedingungen gelten, um einen gerechten Wettbewerb zu ermöglichen. Beim Rentengesetz sieht er dringenden Nachholbedarf. „Es braucht hier ein sozialeres System, in das alle einzahlen. Auch Politiker, Beamten und Selbstständige“, so die Meinung des AfD-Kandidaten.

Deutschland zu Stark für den Euro

In seinen Wahlkampf nimmt er das Thema EU mit. Weniger zentralistisch sollte sie sein. Die einzelnen Staaten erhielten wieder mehr Kompetenzen. Den Euro als Gemeinschaftswährung sieht er kritisch: „Deutschland ist zu stark für den Währungsraum. Die anderen Staaten können da nicht mithalten. Am Ende müssen wir die Länder dann wieder unterstützen mit Geldern. Das ist nicht richtig.“ Bei der Asylfrage ist Meiners ganz auf Parteilinie: „Wir müssen den Leuten vor Ort helfen und die Fluchtursachen bekämpfen. Stattdessen schafft die jetzige Politik sogar Anreize zur Flucht nach Deutschland. Deshalb brauchen wir Auffanglager dort in den Ländern.“

Kein Ausbau der E233

Für die Region Emsland will Meiners keine überirdische 380-kV-Stromtrasse. Diese soll unter der Erde verlegt werden. Außerdem will er die Laufzeit von Atomkraftwerken verlängern und keine neuen Windparks mehr im Emsland genehmigen. Auch gegen den Ausbau der E233 will er sich einsetzen. „Die Bundesstraße muss instand gehalten, aber nicht mehrspurig ausgebaut werden. Diese Idee kostet über eine Milliarde Euro. Das Geld kann man in bessere Infrastruktur-Projekte vor Ort stecken. Es gibt hier bei uns Straßen, die ganz dringend saniert werden müssten“, so Meiners. Den Fachkräftemangel in der Region Emsland will Meiners durch Aus- und Weiterbildung von Arbeitslosen bekämpfen. Sozialpolitisch will er die BAföG-Rückzahlungen abschaffen, das Kindergeld erhöhen. Außerdem soll die Anzahl von Kindern später einen positiven Einfluss auf die Höhe der Rente der Eltern haben.

Gute Kompromisse für alle

Im Zweifel will sich der Bundestagskandidat nicht für Deutschland, sondern für das Emsland entscheiden. „Ich vertrete die Menschen hier vor Ort, da fällt mir mein Urteil nicht schwer“, sagt Meiners. „Aber am liebsten ist mir natürlich ein Kompromiss, der für beide Seiten gut ist.“ Ob er es allerdings bis nach Berlin schafft, ist ungewiss. Er steht auf Listenplatz 24 seiner Partei. „Am Ende hängt es dann von der Entscheidung der Wähler ab. Ich bin aber optimistisch.“


Danny Meiners ist fest im Emsland verwurzelt. Er ist in Geeste aufgewachsen und wohnt bis heute dort. Nach der Realschule machte er eine Ausbildung zum Metallbauer und ging anschließend für vier Jahre zur Bundeswehr. Seit 2005 ist er Metallbaumeister. Schon als Jugendlicher interessierte er sich für Politik, doch aktiv wurde er erst 2015, als er in die Partei Alternative für Deutschland (AfD) eintrat. Ein Jahr später wurde er vom Kreisverband Ems-Vechte zum Vorsitzenden gewählt. Nun steht Meiners als Kandidat für den Bundestag im September zur Wahl.