Internationales Jugendworkcamp Völkerverständigung und Naturschutz im Emsland

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Meppen. Naturschutz verbindet – das wird in diesen Tagen bei einem international besetzten Workcamp im Emsland deutlich. Unter dem Motto „Sonne tanken beim Naturschutz“ kümmern sich junge Erwachsene aus sieben Nationen um seltene Tiere und Pflanzen.

Das Workcamp findet im Rahmen des Hotspot-Projektes 22 statt und ist ein Projekt der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland. Vermittelt wurden die Jugendlichen von den „Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten“, einem bundesweit tätigen Verein, der kirchlich und politisch unabhängig pro Jahr mehr als 5000 Freiwillige in zwei Drittel der Länder weltweit in ehrenamtliche Arbeitseinsätze vermittelt.

Nun also arbeiten erstmals Jugendliche im Emsland und das ist einigermaßen erstaunlich. Denn Ece Elif Kuruoglu (21 Jahre) zum Beispiel kommt ebenso wie ihre Cousine Aybuke Cetin (21) aus der Millionenstadt Ankara und dürfte vom Emsland zuvor nie gehört haben. Und Ezra Shields, mit 16 Jahren der jüngste Teilnehmer, kommt aus der kanadischen Metropole Victoria.

Der Reiz des Exotischen mag für sie vom Emsland ausgegangen sein – jetzt jedenfalls ziehen sie gemeinsam mit Christopher Ayometzi Ferr (21) aus Mexiko, Saya Ikoma (21) aus Japan, Nacer Ziani (20) aus Algerien, Laura Weber (21) aus Hannover, Cornelia Kindermann (16) aus München, Katja Tholl (21) aus dem bayerischen Neubiberg und Liubov Krapivner (17) aus Russland im Naturschutzgebiet Versener Heidesee bei Meppen Birken.

„Deutschland ist anders“

Maike Hoberg vom Hot Spot Projekt 21 hatte ihnen gemeinsam mit Carolin Will, die dort ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert, erklärt, dass die Birken die Heide überwachsen, wenn sie nicht von Schafen und Ziegen gefressen oder anderweitig bekämpft werden. „Rausziehen ist eine gute Methode“, sagt sie, aber auch eine, die schnell Schwielen und Blasen an den Händen verursacht.

Ein reines Vergnügen ist das Workcamp also nicht - und doch ist die Stimmung prächtig. Alle sprechen englisch und wenn jemand mal ein Wort nicht weiß, muss der Kanadier Ezra ran und übersetzen. Der Algerier Nazer spricht fließend Deutsch – er hat Germanistik studiert und ist gemeinsam mit der Hannoveranerin Laura Weber Teamleiter für das Emslandcamp.

Der Ehrgeiz, etwas zu bewegen, ist groß und für die meisten auch die Hauptmotivation. „Deutschland ist ein Vorbild im Naturschutz“, sagt zum Beispiel die Japanerin Saya. Sie studiert Landwirtschaft und Ökologie und will Erfahrungen für ihre Heimat sammeln.

Drei Wochen arbeiten im Emsland, das führt die jungen Leute auch an den Fleckenbach bei Lingen, wo sie Indisches Springkraut bekämpfen, an die Ems bei Listrup, wo sie drei Hektar Blumenwiese einsäen oder an die Koppelschleuse Meppen, wo es gilt, Infotafeln aufzustellen. Auch das Tinner Loh bei Haren, der Ems-Seitenkanal bei Hemsen oder die Meppener Kuhweide gehören zu den Einsatzorten.

Mehr als arbeiten

„Aber natürlich wollen die jungen Leute nicht nur arbeiten“, sagt Maike Hoberg, die das Camp organisiert hat und begleitet. „Es geht auch darum, Deutschland kennenzulernen.“ Darauf setzt zum Beispiel der Kanadier Ezra, der neugierig ist auf neue Welten und seine Erkenntnisse in Echtzeit mit dem Smartphone in die Welt sendet. Christopher aus Mexiko will später vielleicht einmal bei einem deutschen Autohersteller in seinem Land arbeiten und Deutschland kennenlernen und die Russin Liubov Krapivner war einfach gespannt auf Deutschland. „Das Land ist so anders als meine Heimat.“

Und deshalb gibt es neben der Arbeit und den entspannten Abenden in der Unterkunft im Ferienhof Schulte in Helte auch Ausflüge – etwa zu den Kivelingen nach Lingen oder ins Museumsdorf Cloppenburg. Den Abschluss wird ein gemeinsames Essen am 15. September bilden.


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