Gespräch zwischen BI und Stadt Stadt Meppen wollte Ställe sogar umsiedeln

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Im Gespräch mit der Bürgerinitiative aus dem Feldkamp: Experte Theo Gebben (von links), UWG-Ratsherr Günther Pletz, André Schomaker, Cornelis de Regt, Klaus Tegeder, Herwarth Weis, Patricia Plate und Peter Reichenbach. Foto: Hermann-Josef MammesIm Gespräch mit der Bürgerinitiative aus dem Feldkamp: Experte Theo Gebben (von links), UWG-Ratsherr Günther Pletz, André Schomaker, Cornelis de Regt, Klaus Tegeder, Herwarth Weis, Patricia Plate und Peter Reichenbach. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. „Ich habe viel Neues erfahren. Hoffentlich finden wir eine gute Lösung.“ Dieses erstaunlich positive Resümee hat Vorsitzender Cornelis de Regt nach einem zweieinhalbstündigen Gespräch der Bürgerinitiative (BI) Meppen mit Vertretern der Stadtverwaltung und Ratsfraktionen gezogen.

Thema war erneut der geplante Bebauungsplan 92-A. Dieser beinhaltet die Pläne der drei Landwirte Schütte, Bölle und Kirschner, neue Biolegehennenställe bzw. Schweineställe am „südöstlichen Siedlungsrand Meppen“ zu errichten und alte Stallanlagen umzurüsten bzw. aufzugeben. Hiergegen wehren sich die insgesamt rund 2000 Menschen der angrenzenden Wohngebiete, allen voran des Areals „Feldkamp I und II“ .

Dabei äußerte der BI-Vorsitzende den Wunsch, sich „einmal mit den drei Landwirten an einen Tisch zu setzen“. Die Stadtverwaltung könnte die Moderation übernehmen, um „tragbare Lösungen zu finden“. Bürgermeister Jan-Erik Bohling sagte, dass die Stadt viele Gespräche mit den Landwirten geführt habe. „Wir haben alles getan. Wir wollten die Ställe sogar ganz wegbekommen.“ Leider seien Umsiedlungsversuche gescheitert.

Wie wir berichteten, wollen sich in dem 98 Hektar großen Areal die drei Landwirte neu aufstellen. Dabei sieht der Entwurf der Stadt vor, dass die Anlagen nur zulässig sind, wenn gutachterlich nachgewiesen wird, dass „nicht „umweltmedizinisch unerwünschte Konzentrationen von Bioaerosolen für die benachbarte Wohnbebauung bewirkt werden“. Wie Theo Gebben vom Bauamt erläuterte, müssen die Landwirte jedoch kein Gutachten vorweisen, wenn sie den Stall mit „einer für Partikel- bzw. Staubabscheidungen“ geeigneten Filteranlage ausrüsten. Zudem sieht der geänderte Entwurf vor, dass „zur Vermeidung von Geruchs-, Staub- und Ammoniakimmissionen Lagerstätten für Festmist, Gülle und Jauche nach dem Stand der Technik vollständig einzuhausen bzw. abzudecken“ sind.

Trotzdem befürchtet BI-Sprecher Klaus Tegeder, dass die Emissionen „wie eine Glocke über dem Wohngebiet hängen werden“. Gleichwohl räumte die BI ein, das die Auflagen durchaus gut und sinnvoll seien. Allerdings forderte Peter Reichenbach „weitere Restriktionen“ für die Landworte wie eine Schutzzone von mindestens 500 Metern. So hätten sich die Bauern mit dem Verkauf ihrer Flächen an viele der 1000 Haushalte selbst in diese Gemengelage gebracht.

Hausbesitzerin Agnes Korinth berichtete von ihrem an Krebs erkrankten Ehemann. Sie befürchtete, dass er durch Keime oder Bioaerosole erneut schwer erkranken könnte. „Die Angst davor, dass der Wind aus der falschen Richtung kommt, ist beklemmend.“

Demgegenüber wiederholten Gebben und Bohling, dass die Stadt mit den jetzigen Auflagen das Baurecht bereits komplett ausgereizt habe. Es sei sogar damit zu rechen, dass die Landwirte im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens vor dem Verwaltungsgericht dagegen vorgingen. Auch eine geforderte Verlängerung der bereits seit drei Jahren bestehenden Veränderungssperre über den 15. Oktober hinaus sei rechtlich nicht haltbar. „Wir bräuchten hierfür vor dem Gesetz besondere Gründe“, so Gebben, und die seien hier nicht gegeben.


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