Alle brauchen sich gegenseitig Bischof predigt beim Kolping-Diözesantag in Meppen

Von Heiner Harnack


Meppen. Bischof Franz-Josef Bode hat beim Kolping-Diözesantag in Meppen-Bokeloh aufgerufen, das Miteinander in der Gesellschaft zu stärken.

Beim zweiten Kolping-Diözesantag für Familien wurde mit einer Vielzahl von Begegnungsmöglichkeiten versucht, diese Gemeinschaft weiter zu stärken. Bode verglich in seiner Predigt in der St. Vitus Kirche in Bokeloh die Gesellschaft mit einem Puzzlespiel, bei dem jedes Teil außerordentlich wichtig sei. Man brauche aber Geduld, bis alles zusammen passe und dieses sei bei den Menschen auch nicht anders. Bode erinnerte hiermit an das Signet des Tages, das auf verschiedenfarbigem Untergrund den Leitspruch „Teil der bunten Welt“ beinhaltete. „Wir alle sind einzeln wertvoll und brauchen uns doch gegenseitig.“

Der Bischof erinnerte an den Weg von Maria, als diese von Nazareth nach Jerusalem aufgebrochen sei. „Wer diesen Weg kennt, der weiß, dass das nicht der einfachste Weg war, den sie da auf sich nahm.“ Wer aber nur bei sich bleibe, der könne nicht weiter kommen und der Welt nicht seine Farbe geben, mahnte Bode. „Wenn wir aufbrechen, wollen wir uns gegenseitig helfen und beistehen“, weil man gemeinsam leben wolle. Man dürfe dabei aber auch gefährliche und schwierige Wege nicht scheuen, mahnte er, nicht vorschnell aufzugeben. „Wenn man mal eben nur ‚Hallo‘ sagt und für fünf Minuten bleibt, kann man die Lebenswelt des anderen nicht wahrnehmen. Er forderte, sich mehr Zeit füreinander zu nehmen. Das Wort ‚Heimsuchung‘ meine eigentlich, dass man zu einer guten Begegnung kommen solle, erklärte er den heute eher negativ besetzten Begriff.

Adolph Kolping habe gewollt, dass man verstehe, wie der andere lebe, sagte Bode. Er forderte die Gläubigen auf, mehr dafür zu tun, sich in andere Menschen hinein zu versetzen. Heute lebe man zu sehr nebeneinander als miteinander. „Das Gute im anderen entdecken ist das Notwendigste, was wir heute brauchen bei dem vielen Schlechten, was es heute gibt“, so der Bischof. Es sei Gott, der die Niedrigen und Kleinen groß mache. Er sei nicht mit den Hochmütigen, die sowie schon alles besser wüssten, beschrieb der Redner dessen Werk.

„Das Wort ‚Bleiben‘ ist heute etwas sehr schwieriges geworden, weil man ständig Neues und Anderes will.“ Er hoffe, dass die Kolpingfamilien dazu beitragen, dass es weiter verbindliche Beziehungen zwischen den Menschen gebe. „Er habe den wunderbaren Satz gehört „Wer in Gott eintaucht, der taucht bei den Menschen wieder auf.“ Bode rief dazu auf, gemeinsam in Familien, Beruf, Politik, Gesellschaft und Kultur einen Weg zu gehen.

„Ich danke von Herzen allen in den Kolpingfamilien, dass Sie sich auf diesen Weg einlassen.“ Hier wisse man, dass man zu einem großen Ganzen gehöre, meinte er. „Bleiben wir Teil dieser bunten Welt und bringen wir unsere bunten Farben ein“, forderte er zum Schluss alle auf, weiter aktiv für ein Gemeinwohl einzustehen. So trage man zum Frieden in einer Welt bei, die derart vorn Hass geprägt sei. Jedes Treffen, jedes Netzwerk sei ein Beitrag zum Frieden. Das Attentat von Barcelona habe gezeigt, wie wichtig es sei, solidarisch zu sein, erinnerte er an die Toten und Verletzten in Spanien.