Fußbodenheizung fertig Neugestaltung der Gustav-Adolf-Kirche schreitet voran

Von Petra Heidemann

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Meppen. Nach dreimonatigen Abbruch- und Installationsarbeiten haben die Handwerker der verschiedenen Gewerke in der Meppener Gustav-Adolf-Kirche damit begonnen, den neuen Fußboden aufzubauen.

Nachdem die Installationsgräben freigelegt waren, konnten alle Heizungsleitungen, Leerrohre und Elektroinstallationen eingelegt und zum Teil im Tunnelverfahren unter dem Betonboden der Kirche durchgezogen werden. Alles, was an akustischer, digitaler, heizungstechnischer Regelung ansteht oder in weiteren Jahren noch anstehen kann, ob Lautsprecherkonzept, Mischpult- und Beamerstandorte, mobile und fest installierte Mikrofonstandorte, digitale Vernetzung, Steuerungszugriff per PC oder Handy bei Heizungs- und Beschallungssystemen, die exakte Platzierung von Altartisch, Kanzel, Taufbecken und Lesepult - all das musste auf das Sorgfältigste zuvor durchdacht werden. Denn ist erst einmal die Fußbodenheizung verlegt, sind Bohrungen und Änderungen nicht mehr möglich. Noch 20 Minuten vor der betonierten Schließung der Schächte wurden sicherheitshalber weitere Leerrohre verlegt, um Zukunftsfähigkeit zu gewährleisten.

Vier Zentimeter Gefälle

Doch die nun geschlossene Bodenplatte wies eine kleine Überraschung auf: vier Zentimeter Gefälle. Das lässt ein sinnvolles Funktionieren einer Fußbodenheizung nicht zu, Hunderte von Metern verlegter Schlauch verhalten sich wie eine riesige, flächendeckende Wasserwaage, also hieß es Abschleifen bzw. Auffüllen des Betons, ohne dass die geringe Aufbauhöhe für die Fußbodenheizung zu knapp werden durfte. Erst dann konnten die orangefarbenen Styropor-Führungen flächendeckend verlegt werden, zwischen deren Noppen sich die Heizungskreise schlängeln sollten. Hier galt es, die Bereiche auszusparen, wo Bohrungen in den Boden anstehen, Elektroanschlüsse hervortreten. Die gesamte Heizungstechnik, eine Kombination von Fußbodenheizung und Wandheizkörpern läuft nun im Keller unter dem Altarraum zusammen und wird von dort geregelt bzw. kann per Handy und PC angesteuert werden. Die Fußbodenheizung wird für eine konstante Grundtemperatur sorgen, die energiesparend und orgelschützend wirkt und für ein angenehmes Raumklima sorgt. Für Veranstaltungen und Gottesdienste wird diese Grundtemperatur durch die Wandheizkörper orgelverträglich langsam - max. 1°C / h - angehoben und auch wieder abgesenkt. Ist es demnächst nicht mehr fußkalt und wird die von den Fenstern fallende kalte Konvektionsluft von den Wandheizkörpern aufgefangen, dann bedarf es einfach keiner allzu „molligen“ Aufheizung der Raumluft mehr, um sich in der Kirche wohlzufühlen; dagegen konnte vor den Renovierungsmaßnahmen eine noch so hohe Raumtemperatur nicht verhindern, dass kalte Füße frösteln ließen.

Fußbodenheizung

Nun ist die Fußbodenheizung verlegt und hat ihre „Wassertaufe“ hinter sich und damit ihre Funktionalität bewiesen. Es ist zu sehen, mit welcher Freude die Handwerker bei der Sache sind, so häufig kommt ein solch großes Projekt nicht vor im Arbeitsalltag. Stolz erklären sie mit leuchtenden Augen die Einzelheiten „ihrer“ Heizung und betonen es sei „ganz toll, dass immer ein Teller Süßes von den Gemeindegliedern auf sie in der Kirche wartet, wenn sie morgens kommen“.

Gerade wurden etwa 30 Tonnen Estrich über die Heizungselemente ausgebreitet, um eine perfekt gerade glatte Fläche zu bilden. Nach ein paar Tagen der Trocknungsruhe wird die Gustav-Adolf-Kirche dann den ersten dauerhaft ins Auge fallenden Schritt in ihr verändertes Zukunftsbild gehen, wenn der sandsteinartige Keramikfußboden verlegt wird.

Verbindbare Bänke

Immer wieder werfen interessierte Gemeindeglieder nach dem Sonntagsgottesdienst einen Blick in die Kirche und lassen sich die aktuellen Fortschritte vom Kirchenvorstand erklären. Während der gesamten Bauphase hat sich die Gemeinde auch mit Form und Aussehen des einzurichtenden Gestühls beschäftigt. Was der Kirchenvorstand sondiert, diskutiert und in die Vorauswahl genommen hat, steht im Gottesdienstraum des Gemeindehauses zum Probesitzen bereit, denn erst die Erfahrung bringt weitere verbessernde Veränderungen. Nun steht auch dieses Konzept. Das hochwertige brasilianische Kiefernholz der alten Bänke kann weiterverwendet werden, wirkt in seiner Maserung nach Aufarbeitung wunderschön. Das alte marode Metallgestell weicht im Hinblick auf den Keramikfußboden Holzbeinen, was die in der Länge halbierten, aber fest miteinander verbindbaren Bänke sogar stapelbar macht. Das erlaubt raumgestalterische Flexibilität im Hinblick auf Rollstuhlplätze und Veranstaltungen. Der gewohnt leichte Charakter der früheren Bänke wird durch die neue Linienführung der metallenen Lehnenstreben sogar noch verstärkt. Die Höhe wird kniefreundlich, die Lehnenschrägung bequem, die Lehnenhöhe zum Abstützen geeignet sein. Rutschfeste  mobile Sitzpolster werden zur Verfügung stehen. Ein weiterer Effekt: Der Verzicht auf eine feste Komplettpolsterung und das Material des Bodenbelags dürften die Akustik in der Kirche merklich verbessern.

Gleichzeitig sind die in Auftrag gegebenen künstlerischen Arbeiten angelaufen für die neue Altarraumausstattung - Altartisch, Kanzel, Lesepult und Taufbecken. So sieht die Gemeinde dem 31.10. 2017 nicht nur wegen des Reformationsjubiläums voll Spannung entgegen, wenn sich zu diesem Anlass die Kirchentüren wieder öffnen und die Orgel erklingen wird.


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