Mehr Zeit für die Betreuten SKM Meppen will bessere gesetzliche Regelungen

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An die Hand genommen werden Menschen vom SKM Meppen dann, wenn sie eigene Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können. Foto: Gert Westdörp.An die Hand genommen werden Menschen vom SKM Meppen dann, wenn sie eigene Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können. Foto: Gert Westdörp.

Meppen. Der SKM Meppen wünscht sich von der Politik eine Anpassung der Regelungen für die gesetzliche Betreuung von Menschen, die ihre eigenen Angelegenheiten nicht mehr selbst regel können.

Ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter des Vereins kümmern sich um hilfebedürftige Mitmenschen, bei denen staatliche Unterstützung nicht hinreicht. Der Vereinsvorsitzende Günter Göken zitierte den früheren Bundesinnenminister Rudolf Seiters: „Ohne das Ehrenamt kann der Staat keinen Staat machen“. Er warb dafür, sich im SKM zu engagieren, hier gebe es viele interessante Aufgaben.

Straffälligenhilfe

Als Beispiel nannte Göken die Straffälligenhilfe, die der SKM Meppen seit seiner Gründung vor 30 Jahren in der Justizvollzugsanstalt Meppen betreibt. Hier gestalten Ehrenamtliche in Zusammenarbeit mit den Seelsorgern Gottesdienste, Gruppenabende, Skatturniere, Grill- und Weihnachtsfeiern um die Resozialisierung zu unterstützen. Zurzeit wird zusammen mit Partnern wie Kirchengemeinden und unterstützt von Sponsoren ein Fahrdienst zwischen der JVA und dem Bahnhof Meppen aufgebaut, damit Frauen mit ihren Kindern ihre Angehörigen besuchen können.

21 ehrenamtliche Betreuer

Eine steigende Zahl von Menschen ist aufgrund von Krankheit oder altersbedingt nicht mehr in der Lage, Dinge des täglichen Lebens allein zu regeln. Dann ist eine in ihrem Umfang gerichtlich festgesetzte Betreuung nötig. Noch helfen dann im Emsland in 70 Prozent der Fälle Angehörige. Aber bei Menschen, bei denen diese Möglichkeit nicht besteht, helfen Betreuer des SKM Meppen, sagte Göken. Zurzeit sind es 172 Personen, die Hilfe von Hauptamtlichen bekommen. Darüber hinaus geben 21 ehrenamtliche Betreuer des Vereins 34 Personen Unterstützung. Sorge bereitet, dass seit 2005 die Aufwandsentschädigung für diese Tätigkeit nicht angehoben worden ist. Zudem sei die vom Gesetzgeber vorgesehene Stundenzahl zu gering, ergänzte SKM-Geschäftsführer Arnold Esters. Immerhin unterstütze der Landkreis Emsland die anerkannten Betreuungsvereine in vorbildlicher Weise, obwohl es sich eigentlich um eine Aufgabe im Auftrag des Bundes geht.

„Sie sind Anwalt des Kindes“

SKM-Diözesanreferent Klaus Jacobs wies auf die Gespräche hin, die der Verband zusammen mit anderen Betroffenen seit 25 Jahren mit Vertretern des Bundestags und des Bundesrats wegen der Kosten der gesetzlichen Betreuung führt. Wegen der Regierungskrise in Niedersachsen und der Bundestagswahl sei aber mit einer baldigen Entscheidung nicht zu rechnen.

Esters wies auf die steigenden Fallzahlen im Fachbereich Verfahrenspflege hin. 140 Kinder wurden in Familiengerichtsverfahren von pädagogischen Fachkräften des SKM betreut. „Sie sind Anwalt des Kindes“ wenn Familien zerbrechen, erklärte der Geschäftsführer.

50 freiwillig Aktive sorgen im Sozialen Kaufhaus Meppen dafür, das hochwertige Gebrauchtware neue Besitzer finden kann. Anerkannt Bedürftige können sich hier zu vergünstigten Preisen versorgen. Geschäftsführer Esters wies auf die steigende Nachfrage hin.

Mit einer Satzungsänderung haben die Mitglieder auf Veränderungen in der Struktur und den Arbeitsabläufen im Verein reagiert. Auf Anregung des SKM-Bundesverbands hat sich der Verein umbenannt. Der SKM - Sozialdienst katholischer Männer Emsland-Mitte, heißt jetzt SKM Meppen.


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