Bienenfürsorge für 100.000 Euro Meppener Imkerehepaar richtet Partnerstiftung ein

Von Petra Heidemann


MEPPEN.  In Meppen ist die erste Partnerstiftung der Emsländischen Bürgerstiftung zugunsten von Bienen eingerichtet worden.

Am Freitagmorgen kamen vom Vorstand der Emsländischen Bürgerstiftung Astrid Uthmann-Rothkötter (Vorsitzende), Ralf Bramlage und Frank Thiel sowie Geschäftsführer Michael Hack mit dem Ehepaar Bärbel und Carl Drescher im Bienenzentrum auf dem Kossehof  zusammengekommen, um den Partnerstiftungsvertrag zu unterzeichnen.

Bereits ab 25.000 Euro könne eine Partnerstiftung bei der Emsländischen Bürgerstiftung eingerichtet werden, vorausgesetzt, der Stiftungszweck der Partnerstiftung sei mit der Satzung der Emsländische Bürgerstiftung vereinbar. Zu unterstützende Beispiele seien die Telefonseelsorge, der Verein Lotse e.V., die Förderung von Jugend- und Altenhilfe, Kunst und Kultur.

Herz für Bienen

Das kinderlose Ehepaar Drescher sah nun darin eine sinnvolle Gelegenheit, über ihr eigenes Leben hinaus für die zu sorgen, für die ihr Herz seit fast 50 Jahren schlägt - die Bienen, von deren Bestäubertätigkeit das Fruchten in der Natur und damit die Ernährung des Menschen abhängen. Das Leben dieser Tiere wie aller Insekten sei aber nicht nur durch Klimawandel, Krankheiten und Insektizide hochgradig gefährdet, sondern durch Monokulturen fehle vor allem das Nahrungsangebot.

Um dem entgegenzuwirken, haben die beiden sich der Bienenzucht verschrieben, denn nur durch konsequente Zucht ließen sich Völker halten, die nicht nur fleißig, sondern so sanftmütig seien, dass man sie auch ohne Schutzkleidung in eng besiedeltem Raum gefahrlos um sich haben könne, wie der Imker eindrucksvoll demonstrierte, als er beim Herausnehmen einer Wabentafel eine seiner „Damen“ auf seinem Zeigefinger sogar behutsam „küsste“.

Grundstock gelegt

Der Stiftungsbetrag sei nur der Grundstock, steuerlich absetzbar sollen lebenslang Zuwendungen den Betrag aufstocken, die angestrebte Endsumme von 100.000 Euro sei dann testamentarisch abgesichert. Solches Engagement verpflichte, das Vertrauen des Spenders zu rechtfertigen, betonten die Vertreter der Stiftung und folgten mit Spannung den Erläuterungen Dreschers, der seit 25 Jahren Vorsitzender des Meppener Imkervereins ist und Leiter des Züchterrings und der Belegstelle für Bienenköniginnen und sich zudem um Aktionen und Imkerausbildungen kümmert.

nicht anspruchsvoll

Bienen seien wesentlich anspruchsloser als übliche Haustiere: „Man braucht nicht Gassi zu gehen und kann ruhig in den Urlaub fahren, ohne sie mitnehmen zu müssen.“ Aber auch auf die immunsystemunterstützende Wirkung von Bienengift und Bienenstockluft, den Vitamingehalt von Pollen, den Wert und die Vielfalt des Honigs kam der Imker zu sprechen. Auf Rapsfeldern könnten bis zu acht Völkern mit je 60.000 Tieren pro Hektar tätig werden, jedes Volk produziere 15 bis 20 kg Honig. Auch mit den sozialen Abläufen im Bienenstaat - „evolutionsbewährt, aber wenig demokratisch“ -  und den erforderlichen Arbeitsabläufen bei Biene und Imker, den züchterischen Ansprüchen und den komplizierten von der Königin hormongesteuerten, von den Arbeitsbienen durch spezielle Fütterung bestimmten Aufbau eines Volkes machte das Imkerehepaar die kleine, aber schnell faszinierte Runde vertraut, vor allem jedoch mit der eigenen Freude an solchem Tun.


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