Nach Spielabsage zwischen VfB und SV 1000 Euro Strafe für Mitläufer nach Randale im Jersey in Meppen

Von Harry de Winter

Hoher Sachschaden entstand an und in der Meppener Kneipe New Jersey durch die Auseinandersetzung zwischen den Anhängern des VfB Oldenburg und des SV Meppen. Archivfoto: Manfred FickersHoher Sachschaden entstand an und in der Meppener Kneipe New Jersey durch die Auseinandersetzung zwischen den Anhängern des VfB Oldenburg und des SV Meppen. Archivfoto: Manfred Fickers

Meppen. Ein Mitläufer einer Gruppe von Randalierern, die am 15. November 2015 in der SV-Fan-Kneipe New Jersey in Meppen eine Schlägerei mit hohem Sachschaden angezettelt hatten, muss je 500 Euro an den Kneipenbetreiber und das Vitus-Werk zahlen.

Am 15. November 2015 sollte es zwischen dem SV und dem VfB Oldenburg zum Fußball-Derby kommen. Doch das Spiel wurde wegen schlechter Witterung abgesagt. Trotzdem hatten sich einige VfB-Fans auf den Weg nach Meppen gemacht. Ein paar von ihnen gingen daraufhin in die Innenstadt. Gegen kurz vor 14 Uhr passierten sie die Hubbrücke über die Hase in der Bahnhofsstraße und nahmen Kurs auf die SV-Fan-Kneipe New Jersey. Hier hatten sich zahlreiche Anhänger des Meppener Klubs einquartiert und feierten gemeinsam. Als die Oldenburger-Gruppe dies sah, kam es zum Schlagabtausch. Mehrere Menschen wurden verletzt und es entstand ein Schaden von rund 12.000 Euro in der Kneipe.

Nur dabei gewesen

Zahlreiche Verfahren wurden zu diesem Vorfall bereits am Amtsgericht in Meppen verhandelt. Der letzte Prozess fand nun am Montag gegen einen 47-jährigen Mann aus Bremen statt. Ihm wurde besonders schwerer Landfriedensbruch von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt. Der Bremer war von Beginn an geständig und sagte aus, dass er nur dabei gewesen sei und durch ihn bei dem Vorfall in der Fan-Kneipe niemand zu Schaden gekommen wäre. Er sei früher in der Hooligan-Szene gewesen und hätte so noch den Kontakt zu den Haupttätern gehabt, die im Jersey randaliert hatten. Zunächst habe er sich nicht aktiv am Tathergang beteiligt, das zeigte auch das Überwachungsvideo der Kneipe. Erst später sei er in das Lokal gegangen, weil er zu Hilfe gerufen wurde. Im Jersey schaute er sich dann um, verließ die Räumlichkeiten aber wenig später wieder.

Kontakt zur Szene abgebrochen

Die Richterin schien den Schilderungen des Angeklagten Glauben zu schenken. Zum Tatzeitpunkt war der 47-Jährige nüchtern, da er einer der Fahrer der Gruppe war. Schon seit einigen Jahren würde er keinen Alkohol mehr trinken. Auch den Kontakt zur Szene hätte nach dem Vorfall komplett abgebrochen. „Sie sehen ja, wozu das geführt hat. Nichts als Ärger.“, sagte der Bremer. „Ich wollte niemandem Schaden. Mir tut das Ganze wirklich Leid.“ Dass der Bremer alle Kontakte zur Szene abgebrochen hatte, konnte ein Polizeibeamter, der die Fußballfanszene kennt, bestätigen. In den vergangenen fünf Jahren war ihm der Angeklagte nicht aufgefallen.

1000 Euro Strafzahlung

Der Verteidiger des Bremers stellte daraufhin einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens unter Auflagen. Dazu beriet er sich mit der Richterin und dem Staatsanwalt über eine angemessene Höhe der Strafzahlung. Der Staatsanwalt wies darauf hin, dass der Wirt den Schaden noch nicht ersetzt bekommen hat. So solle der Angeklagte 500 Euro für den Betreiber des Jersey und 500 Euro an das Vitus-Werk in Meppen zahlen. Dem stimmte die Richterin zu, da der 47-Jährige vorher nie polizeilich in Erscheinung getreten war. Auch der Wirt, der mit im Gerichtssaal saß, war mit dieser Entscheidung einverstanden.