Streit war eskaliert 900 Euro Geldstrafe wegen Körperverletzung

Von Gerd Albers

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Zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilte das Amtsgericht Meppen einen jungen Mann aus Herzlake. Symbolfoto: Gert WestdörpZu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilte das Amtsgericht Meppen einen jungen Mann aus Herzlake. Symbolfoto: Gert Westdörp

Meppen. Zu einer Geldstrafe von 900 Euro hat das Amtsgericht Meppen einen jungen Mann aus dem mittleren Emsland wegen einfacher Körperverletzung verurteilt. Ein über mehrere Jahre geführter Streit zwischen dem Angeklagten und dem Opfer hatte sich Ende des vergangenen Jahres in einer körperlichen Auseinandersetzung entladen.

Die Anklage hielt dem jungen Mann vor, sich mit seinem Freund zur Wohnung des Opfers begeben zu haben und dieses dort gemeinsam zusammengeschlagen zu haben. Grund des Streites war demnach die Trennung des Angeklagten von seiner Ehefrau. Sie lebte nach der Trennung mit den gemeinsamen Kindern bei dem späteren Opfer. Über das Smartphone kam es laut Aussage der beiden Kontrahenten zu Beleidigungen der übelsten Art. Hierfür schoben sie sich gegenseitig die Schuld zu. Man habe sich „hochgeschaukelt“.

Für den Angeklagten war das Maß voll, als sein Widersacher damit gedroht haben soll, den Kindern und der Exfrau schweres körperliches Leid anzutun. Er fuhr mit einem Freund zu der ihm bekannten Wohnung des Geschädigten, um ihn zur Rede zu stellen. Der Angeklagte gestand vor Gericht, dass er sein Opfer geschlagen habe, nachdem er von diesem erneut erheblich dazu provoziert worden sei.

Sein Freund, der mitgefahren war, bestätigte dies in der Gerichtsverhandlung. Er selbst habe jedoch nur schlichtend eingegriffen und nicht geschlagen.Das Opfer stellte den Sachverhalt so dar, dass er über das Smartphone zwar wüste Beschimpfungen und Beleidigungen losgelassen habe, diese seien jedoch nicht so ernst gemeint gewesen. Er sei von den beiden Männern vor der Haustür seiner Eltern regelrecht überfallen und zusammengeschlagen worden.

„Verbale Lösung gesucht“

Er sei immer daran interessiert gewesen, den Streit verbal zu lösen. Sein Vater, der als Zeuge das Geschehen beobachtet hatte, bestätigte die Aussage hinsichtlich der Körperverletzung. Das Strafregister des Angeklagten wies zwölf Eintragungen auf, darunter vier wegen Körperverletzung. Zur Tatzeit stand der Angeklagte noch unter Bewährung.

In ihrem Plädoyer wies die Staatsanwältin darauf hin, dass die gefährliche, gemeinsam begangene Körperverletzung nicht nachgewiesen werden könne, da der zweite Täter nicht identifiziert wurde. Sie führte weiter aus, dass somit nur noch der Vorwurf der einfachen Körperverletzung zu verurteilen sei. Für sie war es unverständlich, dass der Angeklagte die erheblichen Provokationen bis hin zur Androhung von Verbrechen gegen ihm nahe stehenden Personen nicht zur Anzeige gebracht habe. Eine Dokumentation sei, durch Vorlegen der Nachrichten, jederzeit möglich gewesen.

Offensichtlich hätte er das Recht in seine eigene Hand genommen, um es dann „unter Männern“ zu regeln. Dies gehe nicht. Auch unter Berücksichtigung des Geständnisses aber auch unter Beachtung seiner Vorstrafen hielt sie es für tat- und schuldangemessen den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten zu verurteilen.

Der Verteidiger verwies darauf, dass sein Mandant geständig sei, die Provokationen für den Angeklagten ganz erheblich gewesen seien und er sich deshalb nicht habe zügeln können. Er beantragte, eine Geldstrafe zu verhängen. Die Richterin folgte diesem Antrag und verurteilte den jungen Mann zu einer Geldstrafe von 900 Euro und zur Übernahme der Gerichtskosten.


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