Erfolg des Projektes unklar „Bäume springen nicht zur Seite“-Aktion: Wie geht es weiter?

Von Harry de Winter


Meppen. Nach drei Jahren endete nun das Projekt „Bäume springen nicht zur Seite“ im Emsland. Wie soll es nun weiter gehen und gab es dadurch weniger Baumunfälle?

Im Emsland sind sie an vielen Landstraßen zu sehen: Tempo-80-Schilder mit einem weiteren Schild darunter, dass vor Baumunfällen warnt. „Bäume springen nicht zur Seite“ hieß das Projekt der Landesverkehrswacht Niedersachsen und dem Landesverkehrsministerium, das in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Emsland seit dem 1. Juli 2014 durchgeführt wurde. Für drei Jahre war diese Aktion angelegt und endete nun offiziell am 30. Juni 2017.

Schilder bleiben

Doch abgebaut werden sollen die Schilder zunächst nicht, das teilte eine Sprecherin des Landkreis Emsland auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Es soll eine genau Auswertung der Unfallzahlen erfolgen. Anhand dieser werde dann entschieden, ob das Projekt verlängert oder beendet wird. Konkrete Ergebnisse soll es Ende September, Anfang Oktober geben.

Keine Wirkung

Die Polizei verzeichnete im vergangenen Jahr in Niedersachsen trotz des gestiegenen Unfallaufkommens einen Rückgang bei den Baumunfällen. Auch ist die Anzahl der Verkehrstoten bei Baumunfällen gesunken. Das belegt die Verkehrsunfallstatistik des Landes Niedersachsen 2016. Ob diese allerdings auf das Präventionsprojekt zurückzuführen sind, dazu gibt aktuell keine belastbaren Zahlen. Im Jahr 2015 ereigneten sich 277 Baumunfälle in der Polizeidirektion Emsland/Grafschaft Bentheim. Seinerzeit sagte Polizeiinspektionsleiter Karl-Heinz Brüggemann: „Die Geschwindigkeitsbegrenzungen, um Baumunfälle zu reduzieren, sind bei uns bislang ohne Wirkung geblieben.“

Kritik von der JU

Auch einige emsländische Ortsverbände der Jungen Union (JU) forderten bereits die Abschaffung des Projektes. Die JU sah darin gleich mehrere Schwachpunkte. Dieses Vorgehen verursache eine unnötige Verkehrsdrosselung im ländlichen Raum. Zudem würden die Initiatoren die Hauptursache von Baumunfällen verkennen. Stattdessen solle an kritischen Stellen verstärkt Geschwindigkeitskontrollen, zusätzliche Überholverbote und Schutzplanken eingerichtet werden.