Veranstalter wollen Wiederholung Gutachten: Goa-Festival in Meppen war nicht zu laut

Nicht überschritten: Laut Lärmgutachten haben sich die Veranstalter des Goa-Festivals in Meppen an die Grenzwerte gehalten. Foto: Synaptic Eclipse/Montage: NOZ/Heiner WittwerNicht überschritten: Laut Lärmgutachten haben sich die Veranstalter des Goa-Festivals in Meppen an die Grenzwerte gehalten. Foto: Synaptic Eclipse/Montage: NOZ/Heiner Wittwer

Meppen. Das Goa-Festival in Meppen hat für viel Kritik gesorgt. Anwohner und Lokalpolitiker haben sich über die Lautstärke beschwert. Jetzt zeigt ein Lärmgutachten, dass sich die Veranstalter an alle Grenzwerte gehalten haben.

„Es ist nicht davon auszugehen, dass die Immissionsrichtwerte für seltene Ereignisse (...) im Bereich der benachbarten Wohnbebauung überschritten wurden“, heißt es in dem Gutachten, das unserer Redaktion vorliegt. Den Veranstaltern wird damit bescheinigt, dass sie sich an die gesetzlichen Grenzwerte gehalten haben. Das Gutachten wurde von der Lingener Firma Zech erstellt, die die Lärmsituation während des Festivals gemessen hat.

Die Veranstalter sind von diesem Ergebnis nicht überrascht. Mit einer Software konnten sie schon während des Festivals sehen, wie laut die Musik war und haben sofort gegengesteuert, wenn die Grenzwerte überschritten wurden. Christian Krogull, einer der zwei Veranstalter, fühlt sich nun bestätigt: „Mit dem Bericht steht fest, das wir uns zu 100 Prozent an alle Auflagen gehalten haben.“ Gleichzeitig bestreitet er nicht, dass bei entsprechender Windrichtung die Musik in der Wohnsiedlung am Funpark hörbar war.

Veranstalter ist auf Anwohner zugegangen

Bezüglich der Kritik der Anwohner sagt Krogull, dass man vor der Veranstaltung einen Anwohnerbrief persönlich verteilt habe. „Darin stand unter anderem auch, dass sie sich bei Problemen zuerst bei uns melden sollten, bevor sie die Polizei informieren.“ Dann hätte man auch darauf reagieren können, die Polizei hätte keine Handhabe gehabt. Bei den Veranstaltern sei aber kein Anruf der Anwohner angekommen. Bei der Polizei wurde jedoch 41 Mal angerufen.

Die Stadt Meppen als Genehmigungsbehörde will sich zu inhaltlichen Fragen des Gutachtens nicht näher äußern. Dafür sei der Landkreis als Immissionsschutzbehörde zuständig, sagt Sprecherin Petra Augustin. Zugleich hält sie fest: „Kritik an der Veranstaltung wurde seitens der Stadt Meppen zu keiner Zeit geübt.“

Bürgermeister Knurbein prüft Optionen

Dies steht im Gegensatz zu den Äußerungen von Bürgermeister Helmut Knurbein. Er hatte sich in der Sitzung des Meppener Stadtrats von Anfang Juni auf die Seite der Anwohner geschlagen und versprach: „So soll diese Veranstaltung im nächsten Jahr nicht wieder stattfinden.“ Nun will er gemeinsam mit dem Landkreis prüfen, wie zukünftig mit vergleichbaren Veranstaltungen umgegangen werden soll.

Auf die Frage, ob der Landkreis die Grenzwerte für zumutbar hält, verwies Sprecherin Anja Rohde auf den Bund. Dieser sei für die Festlegung der Richtwerte zuständig. Sie lässt allerdings durchblicken, dass ihre Behörde einer Wiederholung des Festivals nicht im Wege stehen werde – sofern die zulässigen Richtwerte eingehalten würden. (Weiterlesen: Ein Emsländer hat eine Petition für die Wiederholung gestartet)

Gespräch zwischen Veranstaltern und Stadt

Die Stadt Meppen hat noch nicht abschließend entschieden, wie es weiter geht. Man nehme die Beschwerden der Anwohner ernst und werde diesen weiter nachgehen, sagt Augustin. Am 11. August wird es auf Wunsch der Veranstalter zunächst ein Gespräch mit dem Bürgermeister geben. Die Inhalte seien noch nicht bekannt.

Generell belebe und bereichere ein abwechslungsreiches Veranstaltungsangebot jede Stadt, so die Sprecherin weiter. Dieses müsse jedoch in einem ausgewogenen Verhältnis stehen und dürfe keine unzumutbaren Beeinträchtigungen für die Anwohner nach sich ziehen.

Um die Lärmbelästigung so gut es geht zu reduzieren, haben sich die Veranstalter nun Rat bei verschiedenen Unternehmen und Tontechnikern geholt. „Mit speziellen Soundsystemen kann man die Musik für Außenstehende quasi unhörbar machen“, sagt Krogull. Er und sein Partner hoffen damit auf eine Wiederholung des Festivals. Sie sitzen nun schon an dem Genehmigungsantrag fürs nächste Jahr. „Es wäre schade, wenn es für uns nicht weiter gehen würde“, sagt Krogull. (Weiterlesen: Hier äußert sich der Veranstalter ausführlich zu der Kritik)


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