Neues Projekt aqua creactive aus Meppen möchte Schulgeld in Kilueka übernehmen

Von Matthias Engelken

Auf große Unterstützung für ihr Bildungsprojekt hoffen die Helmut Pante Hermann Gruth, Hildegard Hermes-Otten und Hermann Gruth und werben für ihre Idee. Foto: Matthias EngelkenAuf große Unterstützung für ihr Bildungsprojekt hoffen die Helmut Pante Hermann Gruth, Hildegard Hermes-Otten und Hermann Gruth und werben für ihre Idee. Foto: Matthias Engelken

Meppen. Seit 2011 betreibt der Meppener Verein aqua creactive ein Hilfsprojekt in Kilueka in der Demokratischen Republik Kongo. Nachdem dort für sauberes Trinkwasser, ein technisches Gebäude und viele Arbeitsplätze gesorgt wurde, hat der Verein nun ein Bildungsprojekt initiiert, bei dem Emsländer das Schulgeld für Kinder in Afrika übernehmen dürfen.

„Der Mangel an Bildung ist ein großes Problem in Kilueka“, sagt Helmut Pante. Der Vorsitzende des Vereins aqua creactive arbeitet seit Jahren gemeinsam mit den Vereinskollegen an der Verbesserung der Lage in der Region Kilueka. Sauberes Trinkwasser war zunächst das Ziel, danach wurde ein technisches Gebäude erbaut. In dem sollen zukünftig die Blätter und Samenkörner von etwa 700 Moringabäumen gelagert werden, ebenso der fertigen Produkte wie etwa Moringapulver und Öl aus den Samen. Der emsländische Verein hatte die örtliche Bevölkerung in Kilueka davon überzeugen können, Moringa-Bäume anzupflanzen, statt des nährstoffarmen Manioks.

Patenschaften

Nun haben die Vereinsmitglieder aber ein neues Projekt in Angriff genommen. So sollen nach ihrem Willen Emsländer die Patenschaft für einzelne Kinder in Kilueka übernehmen, die dann dank der finanziellen Unterstützung zur Schule gehen dürfen. „Mindestens ein Viertel der Bevölkerung dort sind Analphabeten“, erzählt Pante. Zwar herrsche in der DR Kongo die Schulpflicht, doch viele Eltern seien nicht in der Lage, sich das Schulgeld und die Kosten für Lernmaterialien zu leisten. „So bleiben viele Kinder vom Unterricht fern, lediglich 29 Prozent schließen die Volksschule ab“, verdeutlichet er das Problem. Deshalb hat der Verein als ersten Schritt bereits die Patenschaft für 15 Kinder übernommen. Schulgeld, Uniform Bücher und weitere Utensilien werden für sie bezahlt. Gut 180 Euro pro Jahr und Kind werden benötigt. Ziel ist es, schnellstmöglich zum neuen Schuljahresbeginn Anfang Herbst dieses Jahres so viele Kinder wie möglich zu unterstützen.

Voll- und Halbwaisen

Der Partnerverein Songa Nzila hatte im Vorfeld Kriterien für die Förderung erarbeitet. „Unsere Kinder kommen aus sehr schwierigen Verhältnissen, sind Voll- oder Halbwaisen, leben in schlechten Wohnverhältnissen oder aber deren Eltern haben lediglich ein geringes Einkommen.“ In den drei Einrichtungen würden die Kinder mit dem Projektleiter des Vereins Augustin Konda direkt zusammen arbeiten. Dieser kontrolliert auch den Unterricht vor Ort. Über ihn sind die Emsländer immer informiert über die aktuelle Lage im Kongo. Daher wissen sie: Weiterhin ist großer Bedarf nach Unterstützung vorhanden. „Deshalb rufen wir hier in Deutschland auf, uns zu unterstützen“, hofft Pante auf viele freiwillige Spenden. „Unterstützer haben die Möglichkeit, für 180 Euro pro Jahr einem Kind im Kongo den Schulbesuch zu ermöglichen“, ermuntert er. Dabei würden auch, sofern gewünscht, Kontakt zum jeweiligen Schüler geknüpft und die schulischen Fortschritte dokumentiert“, erläutert der im Ruhestand weilende Pastor. Der komplette Betrag würde für das Kind verwandt, ohne Abzüge, verspricht er. „Schön ist natürlich, wenn ein Spender einem Kind über Jahre hinweg die Schulausbildung finanziert und dafür jährlich spendet. Falls aber ein Spender mitten in der Ausbildung des Schülers nicht weiter zahlen möchte, übernimmt der Verein die Unterstützung. „Uns ist wichtig, dass die jungen Menschen in Kilueka bis zum Abschluss die Schulausbildung durchleben“, erläutert Pante.

Viele Unterstützer notwendig

Deshalb seien auch kleinere Spenden vonnöten. „Um möglichst vielen Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen“, wirbt er für viele Unterstützer. Gern präsentiert er dabei die bisherigen Erfolge des Vereins. „Wir fördern die Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt er. „Mit der Unterstützung der Menschen hier möchten wir den Kindern in Kilueka helfen, ihr Potenzial zu erkennen und zu entfalten“, sagt auch Hildegard Hermes-Otten vom Verein aqua creactive. Sie ist sicher: „Wer einen Job hat, muss nicht flüchten.“ Doch eine gute Arbeitsstelle sei nur durch Bildung möglich, meint sie.

Infos gibt es auf www.aqua-creactive.de.