Sprache bleibt großes Hindernis Viele Meppener Flüchtlinge haben eine Perspektive

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Meppen. „In Meppen sind wir bei der Integration der Flüchtlinge auf einem guten Weg.“ Dieses Fazit hat die Integrationsbeauftragte Elisabeth Mecklenburg in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend , Sport und Senioren gezogen.

Bei vielen Migranten werde dies gelingen. Darin sieht Mecklenburg eine große Chance für die Region. Gleichwohl sei Geduld gefragt. „Das größte Hindernis bleibt gerade bei den Jugendlichen und Erwachsenen die Sprache.“

Die Stadt Meppen hat von 2014 bis Mai 2017 insgesamt 867 Flüchtlinge aufgenommen. Nach den Plänen des Landes soll die Kreisstadt noch 79 weitere Menschen im Rahmen der Zuweisungsquote bis zum Jahresende unterbringen. Mecklenburg ergänzte, dass 18 weitere Flüchtlinge im Zuge des Familiennachzugs bislang den Weg nach Meppen fanden. Die Stadt erwarte 24 weitere Familienangehörige. Auf der anderen Seite seien aber auch 220 Hilfesuchende wieder weggezogen.

134 Meppener Wohnungen

Ganz aktuell nahm Meppen 16 junge Männer aus der Elfenbeinküste auf. Sie wurden im ehemaligen Bayrischen Hof an der Bundesstraße 70 untergebracht. Insgesamt verfügt die Stadt Meppen über 134 Wohnungen sowie drei größere „Wohnheime“.

Nachdem es in den Jahren 2015 und 2016 während der Flüchtlingswelle bei den Sprachkursen zu langen Wartezeiten gekommen war, bezeichnete Mecklenburg die Situation jetzt als „zufriedenstellend“. Die größte Geduld müssten die 66 Afghanen aufbringen. Bei Syrern liefe das Aufnahmeverfahren sehr viel schneller.

Den Kindern falle der Spracherwerb leichter. Sie seien grundsätzlich schulpflichtig. 70 Jugendliche befänden sich zudem in Sprachklassen an den Berufsbildenden Schulen in Meppen. Mecklenburg hofft, dass etwa 50 Prozent von ihnen im kommenden Jahr den Hauptschulabschluss schaffen. Die restlichen sollen dann VHS-Sprachkurse besuchen, um den Abschluss später nachholen zu können.

Positive Prognose

Die Integrationsbeauftragte führte eine Prognose des Landreises Emsland an. Danach sind Eindrittel der Flüchtlinge bereits oder bald arbeitsfähig. Bei einem weiteren Drittel dauere es noch fünf Jahre. Das letzte Drittel benötige noch mehr Zeit. Zum einen gebe es viele Analphabeten, zum anderen seien einige Kriegsflüchtlinge „schwer traumatisiert“.

Ganz wichtig sei jedoch für alle die gesellschaftliche Teilhabe in Vereinen und Verbänden. Jürgen Schwering (CDU) und Tobias Kemper (FDP) lobten i diesem Zusammenhang die Arbeit der Ehrenamtlichen aber auch der Mitarbeiter der Stadt sowie der Wohlfahrtsverbände.

Freiwilligenzentrum Meppen

Leiter Christian Hüser stellte dem Fachausschuss der Stadt Meppen die Arbeit des Freiwilligenzentrums Meppen vor. Sehr positiv auf die Arbeit wirkten sich die neuen barrierefreien Räumlichkeiten an der Bahnhofstraße 2 aus. In den Büros wurde zudem die Kontakt- und Beratungsstelle für Selbsthilfegruppen (KoBS) untergebracht. Amtsleiter Andreas Pothen bescheinigte der Einrichtung, dass „ihre neuen Ideen und Projekte großen Zuspruch finden“. So führte das Freiwilligenzentrum Kurse für 150 Senioren durch. Dabei lernten diese den Umgang mit Computer und Handy. Drei ehrenamtliche Formularlotsen helfen Menschen bei bürokratischen Hindernissen. Seit Neuestem gibt einen Mittagstisch für 5 Euro. Diesen Treffpunkt dienstags und donnerstags nutzen zehn bis zwölf Senioren. Vor zwei Wochen startete als weiteres Projekt eine „Senioren-Telefonkette“. „Hierüber kümmern sie sich gegenseitig“, so Hüsers. Wenn jemand nicht abnimmt, werden Freunde oder Verwandte benachrichtigt.

Der sehr große Erfolg lässt sich laut Hüsers an den Besucherzahlen ablesen. Es waren im Jahr 2016 exakt 8012 Besuche und sind in diesem Jahr aktuell bereits 7328. Zu den vielen Aufgaben gehört die Fort- und Weiterbildung von ehrenamtlich Tätigen. Dabei sind alle Kurse kostenlos.


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