Vertreterversammlung Emsländische Volksbank mit neuem Rekord in der Bilanzsumme

Von Georg Hiemann

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Über einen neuen Rekord in der Bilanzsumme freuen sich Marita Niehoff, Matthias Kleine-Steinkamp, Christoph von Marschall, Bernhard Göcking und Frank Thiel (v. l.). Foto: Georg HiemannÜber einen neuen Rekord in der Bilanzsumme freuen sich Marita Niehoff, Matthias Kleine-Steinkamp, Christoph von Marschall, Bernhard Göcking und Frank Thiel (v. l.). Foto: Georg Hiemann

Meppen. Der Jahresverlauf 2016 war besser als erwartet. Die Emsländische Volksbank eG konnte das vergangene Geschäftsjahr mit einem neuen Rekord in der Bilanzsumme (mehr als 1,3 Milliarden Euro) abschließen. Ebenso stieg die Mitgliederzahl auf 23.009.

Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard Göcking wertete den Mitgliederzuwachs als Indiz dafür, dass die meisten Deutschen kleinere, lokale Banken anderen Bankmodellen vorziehen. „Es ist auch das Ziel unserer Genossenschaftsbank, höchstmöglichen Nutzen für unsere Mitglieder zu erzielen.“ Verbandsdirektor Johannes Freundlieb gratulierte zum sehr guten Ergebnis und betonte die Besonderheiten der genossenschaftlichen Ideen und Banken: „Die Zukunft wird aber nicht einfacher, denn wir bewegen uns im Spannungsfeld von Niedrigzinsen und steigender Regulierung sowie Digitalisierung.“

2,38 Milliarden Euro Kundenvolumen

Ausführlich erläuterte EVB-Vorstand Frank Thiel die Zahlen und Entwicklung des Geschäftsjahrs 2016 auf der sehr gut besuchten Vertreterversammlung. Die EVB habe ein deutliches Wachstum des Kundenwertvolumens von 6,4 Prozent auf 2,38 Milliarden Euro erreicht, Wachstum bei Kundenforderungen und Kundeneinlagen. Bei den Finanzierungen wurde die Milliardengrenze überschritten, „wobei die Impulse wieder vom Bau und Immobiliensektor ausgegangen sind“. Dennoch sank 2016 das Betriebsergebnis um vier Prozent auf 12,4 Millionen Euro, was Thiel auf die sinkenden Zinsen und die damit zurückgehenden Zinserträge zurückführte. „Was sich verrückt anhört, ist leider Realität“. „Kommt jetzt noch eine weitere Steigerung der gesetzlich geforderten Eigenmittel hinzu, so bedeutet dies bei nur einem einzigen Prozentpunkt mehr, für uns die Notwendigkeit, weitere rund zehn Millionen Euro an Eigenmitteln hinterlegen zu müssen.“

Um am Markt bestehen zu können, müsse sich die EVB weiterentwickeln. Statt bisher sieben werde man daher künftig drei sehr gut aufgestellte Marktbereich Nord, Süd und Mitte mit 15 Standorten haben. „Dadurch sichern wir auch die bisherige flächendeckende Versorgung der Kunden.“ Wichtig sei weiterhin die digitale Präsenz. So erfolgt am 24. und 25. Juni die Umstellung auf ein neues Rechenzentrum. „Die neue Ausrichtung bedeutet ein Zusammenwachsen von Online- und Filialbetrieb und damit mehr Komfort für den Kunden“, erläuterte Thiel. Künftig sollen auch die Mitglieder mehr Möglichkeiten zur aktiven Teilhabe bekommen, ebenso an der Vergabe der Mittel aus dem VR-Gewinnsparen. „Die Vergabe wird an regionale Empfänger erfolgen, die durch Mitglieder vorgeschlagen werden können.“

Jahresüberschuss von 3.938.411 Millionen Euro

Insgesamt weist das Ergebnis der EVB für 2016 einen Jahresüberschuss nach Steuern von 3.938.411 Millionen Euro (Vorjahr 4,43 Millionen Euro) aus. Vorwegzuweisungen: 1.300.000 Euro gehen in die gesetzlichen Rücklagen, 1.500.000 Euro in andere Ergebnisrücklagen. Verbleibender Bilanzgewinn 1.138.411,28 Euro. Gewinnverwendung: Vier Prozent Dividende werden auf Geschäftsguthaben ausgezahlt (121.487 Euro), 500.000 Euro zur gesetzlichen Rücklage, 516.924,28 Euro andere Ergebnisrücklagen. Die Versammlung stimmte der Verwendung des Jahresüberschusses 2016 zu sowie der Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Wieder in den Aufsichtsrat gewählt wurde Marita Niehoff, neu Matthias Kleine-Steinkamp.

Über „Was ist mit den Amis los? Trump und die Rolle der Medien“ referierte Christoph von Marschall, langjähriger USA-Korrespondent und einziger Zeitungskorrespondent im Weißen Haus von 2005 bis 2013. Er reist immer wieder in die Vereinigten Staaten, um neue Eindrücke zu sammeln. Deutlich sagte er: „Ich habe nicht mit einem Wahlsieg von Trump gerechnet. Offenbar haben viele Amerikaner geglaubt, erfolgreiche Geschäftsleute können auch erfolgreiche Politik machen.“ Marschalls Blick auf die 50 Bundesstaaten zeigte deutlich: Die Republikaner holten ihre Wahlmänner vor allem in ländlichen Gebieten und kleineren, „vergessenen Städten“, wohingegen die Demokraten vor allem in den Großstädten punkteten.

Welt voller Widersprüche

Ausführlich ging Marschall auf das Verhältnis von Donald Trump und den Medien ein. Ebenso gespalten wie die amerikanische Gesellschaft sei auch die Medienlandschaft. Er sehe die Medien als „vierte Gewalt in einer gespaltenen Nation“. Trump sei erst wenige Monate im Amt und habe schon eine Welt voller Widersprüche geschaffen. Er sei der erste Präsident ohne vorheriges politisches Amt, er habe wenig Verständnis für die Gewaltenteilung, seine Außenpolitik kennzeichne eine 180-Grad-Wendung und seine Amtszeit sei bisher von vielen Flops gekennzeichnet, zog Marschall eine vernichtende Bilanz. Die Frage ist nur: „Wie viel Geduld haben die zornigen Wähler an der Basis?“


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