„Komm, Heiliger Geist“ Orgelkonzert in der Meppener Gymnasialkirche

Von Petra Heidemann

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„Komm, Heiliger Geist“ - Balthasar Baumgartner spielte ein pfingstliches Bach-Konzert in der Meppener Gymnasialkirche. Foto: Petra Heidemann„Komm, Heiliger Geist“ - Balthasar Baumgartner spielte ein pfingstliches Bach-Konzert in der Meppener Gymnasialkirche. Foto: Petra Heidemann

Meppen. Mit vier in ihrem Klangcharakter unterschiedlichen Werken von Johann Sebastian Bach für die Orgel hat Regionalkantor Balthasar Baumgartner in der Meppener Gymnasialkirche mit „Musik zur Marktzeit“ auf Pfingsten eingestimmt.

Sein 20. Konzert in seinem musikalischen Projekt „Bach in Meppen 2017“, das Einblick in die Orgelmusik des Komponisten gibt, stand im Zeichen des Pfingstfestes, dem Ursprung aller christlichen Gemeinden, das vom Wirken des göttlichen Geistes durchdrungen sein soll. So war dieses Konzert überschrieben mit „Komm, Heiliger Geist“, dem Titel eines Liedes, dessen erste Strophe von 1480 stammt und, von Martin Luther um zwei Strophen erweitert, 1524 in Wittenberg erschien. Den Gesang dieses Liedes stellte Baumgartner dann dem Mittelteil seines Konzerts voran, was dem Zuhörer die beiden Orgelbearbeitungen aus Bachs Leipziger Zeit umso eindrücklicher erschloss.

Beim Stück aus dem Bach-Werke-Verzeichnis (BWV) 651 legt sich über die lang gezogene Melodie im Bass die ganze wirbelnde Klangvielfalt der Register und fordert ein höchst temporeiches, lebendiges Spiel, das mit „pfingstlichem Brausen“ den ganzen Raum erfüllt. Auf ganz andere Weise nimmt sich BWV 652 des Themas an, die klare Melodie fast meditativ umspielend und transparent gibt es dem musikalischen Anliegen Raum.

Als Rahmen für diese Bearbeitungen hatte der Organist zwei freie Werke aus dem Bach-Werke-Verzeichnis gewählt. Die eingangs zu Gehör gebrachte Fuge in D-Dur (BWV 580), deren Einzelstimmen Baumgartner filigran herausspielte, beinhaltet allerdings einige für Bach untypische Einsätze und Füllstimmen, so die einführenden Worte des Musikers, sodass dieses Werk durchaus von einem Schüler Bachs stammen könnte.

Zum Ausklang der gut frequentierten „Musik zur Marktzeit“ brillierte Baumgartner mit Präludium und Fuge in G-Dur (BWV 550), das mit dichter Pedalfülle im Vorspiel einsetzt und sich in höchste Klanghöhen schwingt, wobei sich die Pedalstimme weiter behauptet. Die sich ins Voluminöse steigernde Fuge stellt besondere Ansprüche an den Spieler, verlangt Bach hier doch ausdrücklich ein akzentuiertes Staccato für alle Töne, selbst für die rhythmisch als lang notierten. Dem kam der Organist mit großer Präzision nach, ohne die Klangschönheit zu beeinträchtigen, was dieser Fuge Leichtigkeit verlieh, dabei keine Hektik zuließ, sondern sie vielmehr ganz im Sinne Bachs atmen ließ.

20 Mal hatten die Meppener bereits Gelegenheit, sich mit Bachs umfassenden Werk vertraut zu machen, wobei jedes Einzelkonzert seinen ganz eigenen, in sich geschlossenen Charakter hat. In 20 weiteren Konzerten wird Baumgartner das facettenreiche orgelmusikalische Bild Bachs vervollständigen. Ein Familienkonzert mit Orgelführung gibt es in der Gymnasialkirche am Samstag, 10. Juni, 11 Uhr. Während sich Balthasar Baumgartner dem Instrument widmet, wird Isabel Baumgartner erzählend das Leben Bachs großen und kleinen Leuten nahe bringen.


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