Verein tagt in Meppen Straße der Megalithkultur wird erweitert

Von Adelheid Schmitz

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Großsteingräber sind sichtbare Denkmäler aus der Jungsteinzeit, ihre Präsentation und touristische Erschließung in Europa war Thema der internationalen Mitgliederversammlung. Das Foto zeigt die Vorstandsmitglieder Bodo Zehm (v.l.), Rüdiger Kelm und Elinor Karlsson aus Falköping in Schweden sowie Katja Lampe, stellvertretende Geschäftsführerin der Emsland Touristik. Foto: Adelheid SchmitzGroßsteingräber sind sichtbare Denkmäler aus der Jungsteinzeit, ihre Präsentation und touristische Erschließung in Europa war Thema der internationalen Mitgliederversammlung. Das Foto zeigt die Vorstandsmitglieder Bodo Zehm (v.l.), Rüdiger Kelm und Elinor Karlsson aus Falköping in Schweden sowie Katja Lampe, stellvertretende Geschäftsführerin der Emsland Touristik. Foto: Adelheid Schmitz

Meppen. Historiker und Touristiker aus Schweden, Spanien, den Niederlanden und Deutschland haben sich in Meppen zur denkmalgerechten Präsentation und touristischen Erschließung der der historischen Hünengräber ausgetauscht.

Anlass war die internationale Mitgliederversammlung des Vereins „Megalithic Routes“ mit anschließender Tagung im Kreishaus des Landkreises Emsland in Meppen. „Hünengräber sind die ältesten, bis heute erhaltenen Bauwerke auf unserem Kontinent“, sagte Rüdiger Kelm, Geschäftsführer des Steinzeitparks Dithmarschen in Schleswig-Holstein. „Sie wurden weit vor den ersten ägyptischen Pyramiden errichtet.“

Die im nördlichen Mitteleuropa verbreiteten Megalithbauten, zu denen neben den Großsteingräbern auch Steinkreise gehören, stammen aus der Zeit zwischen 3500 und 2800 v. Chr. Abgeleitet vom altgriechischen mega „groß“ und lithos „Stein“ steht der Name für Kulturerscheinungen mit großen Steinen. Diese oftmals nur noch als Steinkonstruktionen erhaltenen Kammern waren ursprünglich meist mit Erde bedeckt und lagen unter runden oder länglichen Erdhügeln, erklärte Bodo Zehm, Fachdienstleiter der Abteilung Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück.

Um diese Kulturdenkmäler zu erhalten gründeten verschiedene Institutionen aus den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Deutschland 2012 den internationalen Verein „Megalithic Routes“. Ihr Ziel ist es durch Ausbau und Neueinrichtung von Kulturrouten Großsteingräber vor allem für Wanderer und Fahrradfahrer zu erschließen. Nachhaltige Projekte werden entwickelt wobei nicht nur Megalithanlagen im Vordergrund stehen, sondern die Gesamtsituation mit ihrer Landschafts- und Umweltgeschichte.

Seit 2013 ist die „Straße der Megalithkultur“ offiziell als „ Kulturweg des Europarats “ anerkannt nachdem der dänische Teil des Kulturwegs eingeweiht wurde. Ziel dieser Zertifizierung ist es, europäisches Kulturerbe zu erhalten, neue Möglichkeiten des Tourismus anzubieten und eine gemeinsame kulturelle Identität der europäischen Bürger sichtbar und lebendig zu machen.

Straße der Megalithkultur

Der älteste Abschnitt der „Straße der Megalithkultur“ befindet sich in Niedersachsen. Er ist 330 Kilometer lange und erstreckt sich von Osnabrück über Meppen bis nach Oldenburg. Alleine zwischen Emsbüren im südlichen Emsland und Börger im Norden befinden sich 45 Großsteingräber.

Bodo Zehm, Geschäftsführer des Vereins berichtete über eine geplante Verlängerung des Kulturwegs in Richtung Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Ein abzweigender Abschnitt soll in die Niederlande führen, wo es weitere 53 Megalithanlagen gibt. Vorhandene Routen in Skandinavien sollen ebenfalls mit einbezogen werden.

Auf eine touristische Weiterentwicklung und Vernetzung zur Mitte Europas hin, hofft Elinor Karlsson, vom Museum Falbygdens in Schweden, wie sie berichtete.

Sitz in Osnabrück

Der Verein „Megalithic Routes“ ist ansässig in Osnabrück, die Schirmherrschaft hat Hans-Gert Pöttering, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments übernommen.

Hünengräber sind ein verbindendes Element unserer europäischen Geschichte von Skandinavien über Westeuropa bis zum Mittelmeer, berichteten die Vorstandsmitglieder. Ein weitgestecktes Ziel ist es vorhandene Route zu erweitern und eine Verbindung von Falköping in Schweden bis nach Portugal im Süden zu erreichen.


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