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1500 Besucher begeistert „Michel aus Lönneberga“ feiert Premiere auf Freilichtbühne Meppen

Von Petra Heidemann


Meppen. Für die 1500 Besucher der Meppener Freilichtbühne hat sich die Premiere des Musicals (nicht nur) für Kinder „Michel aus Lönneberga“ am Donnerstag als generationenübergreifender Nachmittagsspaß, als großartiges „Sommerfest auf Katthult“ erwiesen.

Es trägt die einfallsreiche Handschrift von Iris Limbarth (Regie), Julia Felthaus (Regieassistenz) und Jason Weaver (musikalische Leitung). Vom ersten Auftritt an ließen sich die Zuschauer mitsingend und klatschend mitreißen.

Alltagsheld mit Herz

Astrid Lindgrens pragmatischer kleiner Alltagsheld mit Herz und Mund am rechten Fleck findet für jedes Problem eine kreative Lösung – wenn auch nicht immer im Sinne der Erwachsenen. Chiara Warren gab der Titelfigur glaubhafte Spontaneität und klaren Blick für das in Kinderaugen Wesentliche im Leben, sie spielte den Michel nicht, sie war einfach der Michel. Ebenso authentisch wirkten Petra Streek als liebevolle, warmherzige und umsorgende Mutter Alma und Marina Billek als naiv-couragierte, von brennender Liebe zu Alfred ganz erfüllte Lina. Alfred, mit Rainer Franke passend besetzt, weiß sich solch überbordender Gefühle kaum zu erwehren, zumal er Linas Zuneigung im Grunde gar nicht abgeneigt ist. Aber Michel bekommt auch das in den Griff.

Kuscheltier immer im Griff

Michels Schwester Klein Ida, zauberhaft dargestellt von Lies Rodekirchen, vertraut den Ideen ihres Bruders bedingungslos. Ihr Kuscheltier niemals loslassend, lässt sie sich von Michels Ideen einfangen, lässt sich sogar als „Flagge“ am Fahnenmast hissen. Kein Wunder, wenn wieder einmal mehr Vater Antons entsetzter Aufschrei „Miiiicheeeel!“ ohrenbetäubend über die Bühne tönt und Michel wieder einmal mehr in den Holzschuppen gesperrt wird. Dort schnitzt dieser für jeden Unfug ein neues Holzmännchen, die Krösa Maja (Ingrid Evers) verkaufen soll. Wilhelm Warrens Mimik zwischen entsetzter Fassungslosigkeit und väterlicher Besorgnis, seine liebevolle augenzwinkernde Strenge erzieherischen Bemühens kamen ebenso echt herüber wie die wortlose Vertrautheit zwischen Anton und Alma.

Überall steckt Michel seine Nase hinein

Überall steckt Michel seine Nase hinein, da bleibt der Kopf auch schon mal in der Suppenschüssel stecken, Doch bevor sich herausstellt, ob der Arzt (Frank Thole) oder eine neue Schüssel teurer ist, hat sich das Problem auf Michels eigene Weise gelöst. Wenn sich beim großen Sommerfest auf Katthult „die Tische biegen“ mit Leckereien, dürfen auch Pastor, Polizist, Bürgermeister und Gemeinderat nicht fehlen. Die Verlobung von Lina und Alfred wird dabei allerdings zum echten „Knaller“.

Versuche des Zahnziehens

Spektakulär sind auch Michels einfallsreichen Versuche des Zahnziehens, doch letztendlich kann nur Zahn-Pelle (Bernd Brüggemann) Lina Erleichterung verschaffen. In der Schule zeigt Michel, dass in seinem Kopf nicht nur Dummheiten stecken, schließlich will er einmal Präsident werden. Dem Bemühen seiner verdutzten Lehrerin Frau Petrell, der Deborah Pante herzliche Geziertheit verleiht, dankt Michel mit einem ehrlichen Kuss. Weniger feinfühlig geht es in der „Trissebude“ zu. Das „stille Örtchen“ erweist sich für den zeitungslesenden Vater als hochexplosiv. Aber letztendlich sind die Eltern stolz auf ihren Michel. Während auf dem Jahrmarkt mit Artisten und Clowns Zirkusdirektor Rancolli (Paula Panter) zum bärtigen Fräulein Lola (Nicole Strecker) einlädt, besänftigt Tierflüsterer Michel Antons neue Kuh und überführt auch noch den Dieb Rabe (Linda Kubik), der nicht nur Bülte (Kai Rupek) bestohlen hat. Liebevoll gespielte Alltagsszenen, quirlige, präzise getanzte Auftritte von 60 vor Spielfreude nur so strahlenden Kindern als Dorfjugend, sogar als Holzmännchen, nicht weniger intensiv bespielte Nebenschauplätze - das alles wirkte höchst lebendig zusammen und klang beim Publikum nach. „Heija, heija Lönneberga, schön, dass wir uns wiederseh’n ...!“ war jedenfalls nach dem frenetischen Schlussapplaus noch bis zum Parkplatz zu hören.


Die weiteren Aufführungen

Die weiteren Termine für „Michel aus Lönneberga“: 28. Mai,  16 Uhr; 4. Juni, 16 Uhr; 8. Juni, 9.30 Uhr; 9. Juni, 9.30 Uhr; 11. Juni, 16 Uhr; 13. Juni, 9.30 Uhr; 15. Juni, 9.30 Uhr; 18. Juni, 16 Uhr; 19. Juni, 9.30 Uhr; 20. Juni, 9.30 Uhr; 16. Juli, 16 Uhr; 19. Juli, 16 Uhr; 23. Juli, 16 Uhr; 1. Aug., 19 Uhr; 6. Aug., 16 Uhr; 13. Aug., 16 Uhr; 20. Aug., 16 Uhr; 27. Aug., 16 Uhr (Sonderveranstaltung); 3. Sept., 16 Uhr.

Für Erwachsene kostet der Eintritt acht Euro, für Kinder ab drei Jahren und Jugendliche sechs Euro. Der Preis für eine Familienkarte beträgt 25 Euro. Ferienpassinhaber, Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person vier Euro. Gruppen (ab 20 Personen bei Voranmeldung) bekommen zwei Euro Ermäßigung pro Person. Infos: Tel. 0 18 02 8 81 21 88.