Schulung der Landesverkehrswacht Senioren in Meppen machen sich fit fürs Autofahren

Von Heiner Harnack

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Meppen. Nach Unfällen mit Senioren wird häufig gefordert, dass ältere Menschen überdenken sollten, ob sie sich noch fit genug für das Führen eines Kraftfahrzeugs fühlten. Die Landesverkehrswacht Niedersachsen bot Autofahrern ab 65 Jahren an, ihre theoretischen wie praktischen Kenntnisse zu überprüfen.

Zwölf Frauen und Männer hatten sich mit den eigenen Fahrzeugen auf den Weg gemacht, um sich von Experten der Verkehrswacht und Fahrlehrer Bernhard Kemper auf den Zahn fühlen zu lassen. Neben dem auch in Führerscheinprüfungen verlangten theoretischen Teil ging es auf dem großen Parkplatz am Emsbad um praktische Fähigkeiten und Tipps, die allerdings jedermann, unabhängig vom Alter, beherzigen sollte.

Da stellte manch ein Verkehrsteilnehmer schnell fest, dass schon der Fahrersitz völlig falsch eingestellt war. Auch die Haltung von Armen und Händen einiger Fahrer ließ die Experten ein wenig erschaudern. Einfach mal ein bisschen mit dem linken Arm lässig an der Fahrertür angelehnt das Auto mit einer Hand lenken, kann schon zu erheblichen Konsequenzen bei einem Unfall führen.

Erfahrung wertvoll

Die Senioren hörten, dass ein Airbag mit rund 330 km/h aus seiner Verankerung saust. Trifft dieser dann Arm und Hand, werden die Extremitäten mit voller Wucht ins Gesicht geschleudert und schwerste Verletzungen seien die Folge, so die Männer von der Verkehrswacht. Dass dann zumindest eine Reihe neuer Zähne fällig sei, gehöre noch zu den kleineren Übeln. (Weiterlesen: Meppener Senior testet seine Fahrfitness)

„Grundsätzlich ist die Diskussion notwendig, da wir als ältere Menschen erkennen müssen, dass wir langsamer in den Reaktionen werden“, meinte Teilnehmer Peter Achenbach. „Aber wir haben auch eine große Erfahrung, die sehr wertvoll ist“, fügte er an, der mit seinen fast 80 Jahren nach wie vor in ganz Deutschland unterwegs ist. So besuche er noch seinen Bruder am Bodensee und nehme auch an Meisterschaften im Automobilbereich teil, erzählte der wesentlich jünger wirkende Senior, der allerdings die Erfahrung eines Berufskraftfahrers vorweisen kann. Auf rund 30.000 Kilometer komme er aber immer noch, erzählte er stolz und setzte sich in seinen kleinen roten Flitzer, um den Anweisungen der Fahrlehrer zu folgen.

Durchfallen unmöglich

Bernd Kaiser und Ernst-August Johanningmeier, einst Polizeibeamte im Meppener Revier und heute für die Verkehrswacht in Sachen Sicherheit unterwegs, erzählten, dass Übung einfach die Grundvoraussetzung für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr sei. Dazu komme, dass man unter Gleichaltrigen sei und niemand Angst haben müsse, etwa durchzufallen oder seinen Führerschein abzugeben.

Derweil machte sich Bernd Kemper mit einigen Teilnehmern auf eine Rundfahrt durch Meppen, wo alle selbst überprüfen konnten, ob sie sich noch mit sämtlichen Verkehrsregeln auskennen und ob die Reaktionen noch taugen, aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen. Nach viereinhalb Stunden Intensivtraining sowie Frage- und Antwortspielen dürften die Teilnehmer selbst am besten gewusst haben, was sie sich noch zumuten können – und was vielleicht auch nicht.


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