Appell an Planer bei Schulung Meppen fast Musterbeispiel für Barrierefreiheit

Von Heiner Harnack


Meppen. Immer noch haben Menschen mit Behinderungen Probleme, Zugang zu für sie wichtigen Orten und Veranstaltungen zu finden. Im Ratssaal Meppen fand deshalb eine Schulung „Barrierefreiheit innerhalb von öffentlichen Gebäuden“ statt.

Walter Teckert, Behindertenbeauftragter der Stadt Meppen, berichtete, dass in Paragraf 49 der Bauordnung festgelegt sei, was barrierefrei sein muss“. „Das betrifft ein Gebäude wie die MEP genauso, wie eine Bank oder eine Arztpraxis.“ Mit der Veranstaltung, die durch die Aktion Mensch gefördert werde, wolle man vor allen Dingen Architekten, Planer oder Beiräte für das Thema sensibilisieren.

Langer Atem notwendig

Zu der Schulung in Meppen kamen auch Teilnehmer aus Cloppenburg, Aurich oder Bentheim, um sich näher informieren zu lassen. „Es ist nicht überall so wie in Meppen, wo jemand ist, der jeden Bauantrag bearbeitet und eine Stellungnahme abgibt“, äußerte sich Teckert lobend über Verwaltung und Politik der Kreisstadt. Anhand des Falls Schloss Clemenswerth machte er deutlich, dass nicht selten Denkmalschutz und Barrierefreiheit entsprechend der Bauordnung abzuwägen. Manchmal sei es eher „nur“ möglich, Gebäude über anlegbare Rampen zu erreichen. „Wie überall muss man einen langen Atem haben.“

Kritisch sah Teckert einige Ampelanlagen in Meppen. „Die Anlage am Windthorst-Platz hat eine Akustikeinrichtung, die aber nicht richtig installiert ist“. Komme man an den Ampelmast, müsse ein „Klacken“ in einem Vier-Meter-Radius zu hören sein. „Das ‚Klacken‘ kommt erst, wenn ich den Knopf gefunden habe. Wie soll da ein blinder Mensch den Knopf finden?“, fragte der Behindertgenbeauftragte.

Appell an Planer

Größtes Anliegen müsse es sein, „dass das Denken in den Köpfen so weit voranschreite, dass jeder inklusiv denkt und handelt“. Behindert oder nicht dürfe nicht im Fokus stehen.

Elke Schmidt vom Blinden- und Sehbehinderten-Verband- Niedersachsen erklärte, sie wünsche sich eine Welt, in der ihre blinden Freunde unterwegs sein könnten, ohne dass sie „in eine häufig todbringende Gefahr laufen“. Menschen in einem Rollstuhl müssten ohne Probleme in ein Haus in das erste Geschoss kommen, forderte sie weiter. Hier seien insbesondere auch Planer gefordert.