Kinderschutzbund informierte Sexualisierte Gewalt im Fokus am Marianum Meppen

Von Bianca Meyering

Mund auf gegen sexualisierte Gewalt: Die Organisatoren und Referenten (v.l.): Rita Röben, Daniela Wecke, Susanne Schlichter,(jeweils Schulelternrat) Roswitha Winkler , Wangari Wellmer (Schulelternrat), Julia Siebert, Helga Meyer (Schulelternrat) und Nadine Deymann (Schulelternrat). Foto: Bianca MeyeringMund auf gegen sexualisierte Gewalt: Die Organisatoren und Referenten (v.l.): Rita Röben, Daniela Wecke, Susanne Schlichter,(jeweils Schulelternrat) Roswitha Winkler , Wangari Wellmer (Schulelternrat), Julia Siebert, Helga Meyer (Schulelternrat) und Nadine Deymann (Schulelternrat). Foto: Bianca Meyering

bmr Meppen. Referentinnen des Kinderschutzbundes Meppen haben am Marianum das Thema „sexualisierte Gewalt“ in den Fokus gerückt. Deren Prävention beginne mit dem Mut zum lauten „Nein!“

Es war keine leichte Kost, die Roswitha Winkler und Julia Siebert vom Kinderschutzbund Meppen den Zuhörern in der Aula des Marianum Meppen nahe brachten. Und dennoch machte die Veranstaltung von Eltern für Eltern im Rahmen der Schule Mut zur Zivilcourage und Mut zum Mund aufmachen. Schließlich sei es wichtig, Dinge sofort zu bemerken und zu benennen.

Auswirkungen gravierend

Täter kämen in der Regel aus dem unmittelbaren Umfeld der Kinder und Jugendlichen, seien überwiegend männlich mit einem Zugang zur Familie, sagten die Referentinnen. Allerdings können auch Frauen als Täter auftreten - seltener durch aktive Handlungen als durch Wegschauen. Die Auswirkungen für die Betroffenen könnten gravierend sein: vom Verlust des Selbstwertgefühls und der Selbstwirksamkeit, des Vertrauens in die eigene Wahrnehmung, der Motivation und des Lernens, der sozialen Kontakte, aber auch durch das Auftreten von psychosomatischen Symptome wie Bauchweh und Kopfweh und psychischen Symptome wie Angst und Depressionen bis hin zu komplexen posttraumatischen Störungen. (Weiterlesen: Kreis Emsland will Kinder besser vor sexueller Gewalt schützen)

Ruhe bewahren

Eine der wichtigsten Reaktionen sei, unbedingt Ruhe zu bewahren und dem Kind deutlich machen, dass es keine Schuld an und keine Verantwortung für das Geschehen trägt. Ein wichtiger Punkt sei überdies, den Kontakt zum Tatverdächtigen zu vermeiden, die Beobachtungen - auch über das veränderte Verhalten des Kindes - zu dokumentieren und mit der Beratungsstelle zu besprechen. Das Erstatten einer Anzeige sollte nur in Zusammenhang mit einer Rechtsberatung erfolgen.

Bewusstsein schaffen

Die beste Prävention sei eine Erziehungshaltung, die darauf abziele, Kinder und Jugendliche vor Gewalt zu schützen und sie in ihren Rechten und Kompetenzen zu fördern und zu stärken. Die Information und die Selbstwertstärkung zum Nein sagen seien die Bausteine der Prävention. Wichtige Präventionsbotschaften für Kinder seien unter anderem: Dein Körper gehört Dir! Deine Gefühle sind wichtig! Du hast das Recht Nein zu sagen! Suche jemand, dem Du vertraust und der Dir helfen kann! Nur so könne die Sensibilität und das Bewusstsein für die Situation von Gewalt betroffener Kinder und Jugendlicher geschaffen und Möglichkeiten der Hilfestellungen Ort gegeben werden.