Prozess am Amtsgericht Meppen Streit um vier Beutel Tabak in der JVA Meppen

Versuchte räuberische Erpressung in der Justizvollzugsanstalt Meppen, so lautete die Anklage gegen einen 36-jährigen Häftling am Amtsgericht in Meppen. Symbolfoto: Oliver Berg/dpaVersuchte räuberische Erpressung in der Justizvollzugsanstalt Meppen, so lautete die Anklage gegen einen 36-jährigen Häftling am Amtsgericht in Meppen. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa

Meppen. Versuchte räuberische Erpressung in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Meppen, so lautete die Anklage gegen einen 36-jährigen Häftling. Mit diesem Fall beschäftigte sich am Mittwoch das Amtsgericht Meppen.

Von Beginn der Verhandlung an leugnete der Angeklagte die Tat. Er habe zu keinem Zeitpunkt 50 Euro von einem Mithäftling gefordert, wie es ihm von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen wurde. Schon gar nicht hätte er bei Nichtzahlung mit Gewalt gedroht. Das vermeintliche Opfer würde ihm lediglich vier Packungen Tabak schulden. Diese wollte er auch gerne wiederhaben. Wie es zu dem Vorwurf der räuberischen Erpressung gekommen sei, wäre ihm schleierhaft.

Angst vor Konsequenzen

Bei der Vernehmung des 45-jährigen Opfers wurde deutlich, dass es zu keiner Zeit zu Drohgebärden durch den Angeklagten gekommen ist. Dieser habe lediglich auf die Begleichung der Schulden bestanden. Zwar konnte sich der Mithäftling nicht mehr an die vier Tabakbeutel erinnern, er habe diese aber mittlerweile ausgehändigt, sagte er. Er habe generell Probleme, sich gut zu erinnern, was er auf seine Drogen- und Sozialtherapie zurückführte. Zum angeblichen Tatzeitpunkt sei er mitten in der Behandlung gewesen und hätte neben sich gestanden. Somit habe er sich aus Angst vor ernsten Konsequenzen an seine Sozialarbeiterin gewandt, die den Vorfall bei der Gefängnisaufsicht meldete. Es sei alles aus dem Ruder gelaufen. So hätte er das nicht gewollt. Weiter habe er das Gespräch mit seinem Mithäftling gesucht, was aber von Mitarbeitern der Justizvollzugsanstalt unterbunden wurde.

>>> Ein JVA-Beamter spricht über seinen Berufsalltag

Nichts nachzuweisen

Somit gab es für die Staatsanwaltschaft keinen Hinweis auf eine Straftat. Die Staatsanwältin forderte einen Freispruch für den 36-Jährigen, der noch bis 2020 wegen einer anderen Straftat einsitzt. Die Verteidigung schloss sich dieser Forderung an. Das Gericht kam zum selben Ergebnis. Es könne dem Angeklagten nichts nachgewiesen werden. Somit wurde er zurück in die Haftanstalt in Meppen entlassen.


0 Kommentare