Zeit der Sardinenbüchse ist vorbei Meppener Jam mit Raumgewinn für Konzerte und andere Veranstaltungen

Über eine professionelle Licht- und Tonanlage verfügt der Konzertraum im neuen Meppener Jam. Foto: Jam MeppenÜber eine professionelle Licht- und Tonanlage verfügt der Konzertraum im neuen Meppener Jam. Foto: Jam Meppen

Meppen. Den Mittelpunkt des neuen Meppener Jam bildet ein Konzertsaal, der deutlich größer ist als der im bisherigen Domizil. Bis zu 300 Besucher finden Platz, wenn live Rock, Punk oder Hip-Hop gespielt wird, wenn Lesungen oder Poetry Slams anstehen.

Die Zeit der Sardinenbüchse ist vorbei. So nämlich konnte einem der Veranstaltungsraum im früheren Jam manchmal vorkommen. Schon bei 80 Besuchern, eigentlich keine überdimensionale Menge, gab es im Haus an der Königstraße kaum Bewegungsfreiheit geschweige denn ein Durchkommen. Komfortabel war anders.

Ganz anders im Neubau an der Bleiche: Der Saal mit Bühne ist deutlich größer. Wobei man streng genommen von zwei Sälen sprechen muss, denn die Größe des Veranstaltungsraums ist variabel.

Wandlungsfähiges Haus

Normalerweise gibt es 100 Sitzplätze oder 200 Stehplätze. Öffnet man die Trennwand zum Jam-Café, die sich Ziehharmonika-artig zusammenschieben lässt, passen 300 Leute stehend hinein, die sich dann auch an zwei Theken mit Getränken versorgen können: Sowohl das Café als auch der Veranstaltungsraum verfügen über einen Küchen- und Barbereich.

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„Es ist ein wandlungsfähiges Haus“, sagt Jugendpfleger Karsten Streeck. Die Dimension des Raums richtet sich nach der Art des Events. Spielen Rockbands, die viel Publikum anlocken, schreit das nach der großen Lösung. Stehen kleine Singer-Songwriter-Konzerte an, die eher nach Wohnzimmeratmosphäre verlangen, reicht es mitunter schon, zwei kleine Podeste im Jam-Café zu platzieren. Dann kann die Trennwand geschlossen bleiben.

Kleinstadtkinder liefern Ideen

Neben der offenen Jugendarbeit, die sich besonders an Zwölf- bis 16-Jährige richtet, bilden Konzerte und andere Veranstaltungen eine zweite Säule der Jugendkulturaktivitäten in Meppen. Hier sind junge Leute von 16 bis etwa Mitte, Ende 20 die Hauptzielgruppe. Inhaltlich brauchen die Mitwirkenden das Rad nicht neu erfinden; die Konzertgruppe der Kleinstadtkinder liefert nach wie vor Ideen für unterschiedliche Ereignisse. Jugendpfleger Peter Ahlers weist darauf hin, dass es nun sicher einfacher werde, zugkräftigere Künstler ins Jam zu holen: „Bei Platz für 300 Leute werden die Booker eher hellhörig, als wenn nur 85 hineinpassen.“

Vom Raumgewinn profitieren auch die Auftretenden. Nicht nur ist der Backstagebereich großzügiger bemessen, auch müssen sich die Musiker auf dem Weg zur Bühne nicht mehr durch die Zuschauermenge drängen. Die Bühne selbst umfasst 28 Quadratmeter und damit genug Platz für Schlagzeug, Verstärker und – je nach Spielart – tänzerisches Performen.

Open-Air-Veranstaltungen

Hinzu kommen die technischen Pluspunkte: Streeck verweist auf „die trockene Raum-Akustik, unterstützt durch die Deckenplatten“ und die Molton-Vorhänge, mit denen sich der Saal komplett verdunkeln lässt. „Wir haben eine professionelle Ton- und Lichtanlage – und die Leute, die sie bedienen können und wollen.“

Die vor Ort vorhandene Technik ist auch mit Blick auf die geplanten Open-Air-Veranstaltungen hilfreich. Wie Streeck ankündigt, soll sowohl das Kleinstadtfest 2017 am neuen Jam stattfinden als auch der nächste Poetry Slam „Redefluss“. Und allein bis Anfang Juni sind vier Konzertabende im Kalender verankert.

(Weiterlesen: So war das Kleinstadtfest 2016 in Meppen)


Die ersten Konzerte im neuen Meppener Jam

Sonntag, 5. Mai (Tag der offenen Tür): Bob Nanna & Andrew Paley (Singer-Songwriter aus Chicago); 17 bis 21 Uhr

Samstag, 13. Mai: Eröffnungskonzert mit Weekend, Against Randy, Distance Remains, Die Von Gestern; 20 Uhr

Freitag, 19. Mai: Rob Moir & Yotam (Singer-Songwriter aus Toronto); 20 Uhr

Freitag, 9. Juni: Bella Wreck und Brain Lickers

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