Eröffnung am 5. Mai 2017 Neues Meppener Jugendzentrum Jam fertiggestellt

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Meppen. Dreieinhalb Jahre nach Aufkommen der Idee, zwei Jahre nach Vorstellung des Konzepts und eineinhalb Jahre nach Baubeginn wird am Freitag, 5. Mai, das neue Meppener Jugend- und Kulturzentrum Jam an der Bleiche eröffnet. Unsere Redaktion zeichnet in mehreren Beiträgen die Entstehung nach und stellt den soziokulturellen Treffpunkt vor.

Fast wirkt es, als wäre ein Ufo nahe der Ems gelandet. Der Blick aus der Vogelperspektive auf das neue Jam ruft diesen Eindruck hervor, besonders wegen der runden Form des Gebäudes und des nicht überdachten Innenhofs. So liegt ein kleiner Kreis in einem großen, versinnbildlicht im Logo, das am Haupteingang in wechselnden Farben leuchtet.

Alles andere als außerirdisch ist das, was sich hier ereignen soll: Jugendliche werden im und am Jam ihre Freizeit verbringen, junge Erwachsene bei Hip-Hop-, Rock- und Punkkonzerten feiern, ältere Besucher Lesungen lauschen und Kleinkunst erleben. Bis zu 300 Gäste passen hinein – kein Vergleich zum alten Gemäuer an der Königstraße.

Vom alten zum neuen Standort

Die dortige Situation gab Ende 2013 den Anstoß eines Prozesses aus Planen und Bauen, an dessen Ende ein neues Jugendzentrum steht. Bürgermeister Helmut Knurbein, der Leiter des städtischen Fachbereichs Jugend, Christian Golkowski, und Stadtjugendpfleger Karsten Streeck blicken zurück.

Am Anfang stand die Überlegung, dass sich im alten Jam baulich etwas tun musste. Das Gebäude von 1870 war zu eng geworden, außerdem nicht barrierefrei. „Wir überlegten, einige Wände herauszunehmen“, schildert Golkowski. „Eine Sanierung hätte einen mittleren sechsstelligen Betrag gekostet, und darin wäre nicht einmal die Dacherneuerung enthalten gewesen.“

Ideen gesammelt

Der nächste Gedanke, ein Haus anzumieten, wurde nach vergeblicher Suche zu den Akten gelegt, statt dessen ein Neubau anvisiert. Mit dem Areal an der Bleiche war rasch ein Standort gefunden, für den einiges sprach: die zentrale Lage, die Grünflächen, die Nähe zum Emsbad. Im Februar 2014 machte die Verwaltung um den damaligen Bürgermeister Jan Erik Bohling den Plan öffentlich.

In den folgenden Monaten wurden in Ideenwerkstätten Vorschläge gesammelt, wie das neue Jam aussehen und was es bieten könnte: Die künftigen Nutzer – hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene, aber auch ältere, an Soziokultur Interessierte – skizzierten ihren Wünsche, nach dem Vorbild der Beteiligungsaktionen, die 2012 in Meppen gestartet worden waren. Noch 2014 gab der Stadtrat einstimmig grünes Licht. „Ohne die unfassbar gute Jugendarbeit und ohne die Jugendlichen selbst, speziell die Kleinstadtkinder, wäre das nicht möglich gewesen“, ist Golkowski überzeugt.

Münchner Planer machten das Rennen

Der Ideenkatalog bildete die Basis für die Arbeit der Architekten. Rund 400 Büros aus ganz Deutschland hatten sich um die Teilnahme am Wettbewerb beworben; 16 von ihnen wurden ausgelost. Der Entwurf des Architektenbüros Leupold Brown Goldbach aus München machte schließlich im Mai 2015 das Rennen. Wichtigste Merkmale: kreisrunder Bau, vergrößerbarer Veranstaltungsraum, Glasfront und Terrasse. Im Spätherbst 2015 gingen die Bauarbeiten los. Das Ingenieurbüro Többen aus Haselünne übernahm die Begleitung vor Ort.

Bis alles fertig war, dauerte es ein paar Monate länger als geplant. Und statt der ursprünglich kalkulierten 1,55 Millionen Euro, von denen der Landkreis Emsland 250.000 Euro übernahm, kostete das Vorhaben letztlich 1,8 Millionen Euro. Dennoch bleibt die Verwaltung gelassen. „Es ist preislich nicht aus dem Ruder gelaufen, und die Kostensteigerung ist zu begründen“, sagt Knurbein.

Nische gefüllt

Unter anderem entschieden sich die Verantwortlichen für eine Decke aus Stahlbeton und nicht, wie zunächst vorgesehen, aus Holz. Dann stellte sich heraus, dass der Boden wegen der alten Emssande nicht tragfähig war. Er musste wider Erwarten komplett ausgetauscht werden. Außerdem wird das Jam nun entgegen erster Planungen mit Wärme aus dem Emsbad versorgt. Die nötige Fernwärmeleitung kostete 70.000 Euro, ein Extra-Aufwand, der sich auf längere Sicht bezahlt machen wird, sagt Golkowski.

Entstanden ist ein Zentrum für die Jugend, aber auch für Soziokultur. „Das ist die Nische, die wir füllen“, unterstreicht Streeck. Und Knurbein fügt hinzu: „Was dahintersteckt, ist wahnsinnig spannend. Es bringt der Stadt einen Mehrwert.“


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