Meppener Firma erfüllt Wunsch Neunjährige Amelie bekommt rollstuhlgerechtes Auto geschenkt

Herzenswunsch: Die neunjährige Amelie hat von einer Meppener Firma ein rollstuhlgerechtes Auto geschenkt bekommen. Foto: Benjamin HavermannHerzenswunsch: Die neunjährige Amelie hat von einer Meppener Firma ein rollstuhlgerechtes Auto geschenkt bekommen. Foto: Benjamin Havermann

Meppen. Seit ihrer Geburt lebt die neunjährige Amelie Sprehe im Rollstuhl. Der größte Wunsch von ihr und ihren Eltern ist deshalb ein rollstuhlgerechtes Auto, das wieder mehr Lebensqualität bietet. Das Meppener Unternehmen Pro Urban erfüllte der Familie nun diesen Wunsch.

Auf dem Parkplatz neben der Firma Pro Urban fließen die Tränen. Die Eltern der neunjährigen Amelie Sprehe können es kaum glauben: Sie bekommen endlich ein rollstuhlgerechtes Auto – geschenkt. Eine große Erleichterung.

„Wir sind ein Familienunternehmen, verstehen die Situation und wollen direkt helfen“, sagt Marisa Möller bei der Übergabe des umgebauten VW Caddys. Durch einen Freund sei man auf die Geschichte von Amelie aufmerksam geworden, die auch der gestandenen Geschäftsführerin zu Herzen geht. „Wir hoffen, damit einen kleinen Beitrag zur Stabilisierung von Amelies Lebensqualität leisten zu können“, sagt die 40-Jährige.

Erleichterung bei Arztbesuchen

Bisher fuhren die Eltern von Amelie einen normalen VW Caddy. Der Transport sei aber immer harte Arbeit gewesen. Kein Elternteil konnte das 30 Kilo schwere Mädchen alleine tragen. „Mit dem neuen Auto haben wir die Möglichkeit, wieder am Leben teilzunehmen“, sagt Vater Marco Hörmeyer. Gerade Arztbesuche in ihrer Heimat in Osnabrück seien nun auch wieder alleine möglich.

Denn das rollstuhlgerechte Auto verfügt über ein sogenanntes „Easy Pull-System“. Dabei müssen nur noch die Gurte an den Rollstuhl angelegt werden und das System befördert den Rollstuhl automatisch in den Kofferraum. Eine große Kraftanstrengung ist also nicht mehr nötig. Etwa 30.000 Euro hat der Caddy gekostet, den Pro Urban vom Autohaus Rakel zu vergünstigten Konditionen bekommen hat.

Sauerstoffunterversorgung

Amelie litt an einer sogenannten intrauterinen Asphyxie, einer Sauerstoffunterversorgung während der Geburt. Diese führte zu einer massiven Hirnschädigung. Daraus entwickelte sich eine schwere Bewegungsstörung, die dazu führt, dass Amelie auf den Rollstuhl angewiesen ist. Welche Herausforderungen, Wünsche und Träume sich daraus ergeben, zeigt der Blog „Amelie Wundertüte“.

Amelies Eltern sind unfassbar dankbar über dieses großzügige Geschenk. „Ich bin einfach überglücklich“, sagt Mutter Birgit Sprehe. Sie will Amelie jetzt die Welt zeigen, hat sich die 46-Jährige vorgenommen. Denn auch ihre Tochter habe ein Anrecht, die Welt kennenzulernen.

„Man darf sich nicht einigeln“

Ihr Mann hat auch noch einen Appell an andere Familien mit einem behinderten Kind: „Menschen in unserer Situation laufen Gefahr, sich zu Hause einzuigeln“, sagt Marco Hörmeyer. Das sei aber nicht richtig, man sollte auch mit so einem Schicksal nach vorne gehen.

Das Meppener Unternehmen bekennt sich mit der Spende zu seiner sozialen Verantwortung. „Um dort hinzukommen, wo wir heute stehen, war harte Arbeit nötig“, sagt Möller. „Wir stehen aber mittlerweile so gut da, dass wir einen Teil von unserem Erfolg zurückgeben können.“ Die kleine Amelie und ihre Eltern werden es ihr ewig danken.


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