Dickes Lob für das Emsland Besuch in Meppen: Stephan Weil hält Maut für großen Quatsch

Von Hermann-Josef Mammes

Einen Bummel über den Meppener Markt unternahmen SPD-Emslandvorsitzende Andrea Kötter, Erster Stadtrat Bernd Ostermann (Mitte) sowie Ministerpräsident Stephan Weil. Foto: Hermann-Josef MammesEinen Bummel über den Meppener Markt unternahmen SPD-Emslandvorsitzende Andrea Kötter, Erster Stadtrat Bernd Ostermann (Mitte) sowie Ministerpräsident Stephan Weil. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Voll des Lobes für das Emsland war am Dienstag Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil während seiner eintägigen Informationsfahrt durch den Landkreis.

Bei einer Zwischenstation im Hotel Schmidt in Meppen wies der SPD-Politiker speziell auf die fantastische Entwicklung in den vergangenen 25 Jahren hin. Auch „deshalb komme ich gerne hierher.“ Bei der Onshore-Windkraft sei der Landkreis einer „der Treiber in Niedersachsen“. Das Emsland sei überhaupt in vielen Wirtschaftsbereichen eine „echte Lokomotive“.

Damit dies so bleibe, sprach sich Weil eindeutig für den vierspurigen Ausbau der Europastraße 233 im Gespräch mit unserer Redaktion aus. „Die Ampel stehen auf Grün“, so der Sozialdemorat. SPD-Emslandvorsitzende Andrea Kötter forderte zudem, die Bahnstrecke Meppen bis Essen (Oldenburg) für den Personennahverkehr „zu reaktivieren“.

Niederländer werden nachziehen

Beim Thema Verkehrsinfrastruktur bezeichnete Weil die Maut als „großen Quatsch“. Dieser Schritt sei gerade den niederländischen Nachbarn nur schwer zu erklären. Er befürchte, dass demnächst die Niederländer von uns Deutschen Maut-Gebühren verlangen werden. Dies behindere die grenzüberschreitende Kooperation.

Brückenneubau dauert zu lange

In diesem Zusammenhang forderte er eine schnelle Lösung für die nach einer Havarie eingestürzte Friesenbrücke im Landkreis Leer. Auch hier „ist es den Niederländern nicht zu vermitteln, warum der Neubau in Deutschland so lange dauert“. Er hoffe auf eine baldige Einigung. Auch wenn hier zu allererst der Bund in der Pflicht sei, versprach Weil: „Das Land Niedersachsen wird den Bau unterstützen.“ Dabei erhofft sich der SPD-Politiker eine Lösung, „die für 100 Jahre reichen wird“. Die Zwischenlösung einer Fähre durch die Meyer-Werft helfe den Menschen auf beiden Seiten der Ems.

Notwendige Stromtrassen

Der Ministerpräsident sprach sich für die beiden geplanten Stromtrassen durch das Emsland aus. „Gerade die 380 KV-Höchstspannungsleitung ist sicherlich keine Schönheit, aber eine Notwendigkeit.“ Weil forderte die Verantwortlichen der Trassenbetreiber von Amprion und Tennet auf, „relativ schonende Trassen“ zu finden. Er bezeichnete die Energiewende als richtigen Schritt, davon profitiere das Emsland als großer Windkraftlieferant. Er bat deshalb die Bürger um „Verständnis“ für die Stromtrassen. Dabei sei es sehr gut, wenn Amprion die zweite Trasse komplett als Erdkabel verlegt.

Überdüngung beenden

Beim Thema Grundwasserbelastung durch Nitrat machte Weil deutlich: „Wir müssen der Überdüngung der Böden Einhalt gebieten.“ In diesem Punkt stehe die EU-Kommission dem Land Niedersachsen „auf den Füßen“. Große Teile des Grundwassers seien bereits von schlechter Qualität. Deshalb müsse das Land handeln. Die Regierung werde einen Entwurf zum Wassergesetz im Landtag einreichen. Dieser könne auch notwendige Abstände zu Wegesrändern und Wasserläufen beinhalten.

Erststimmen für die SPD

Auf die Frage, ob er es befürworten würde, wenn wieder emsländische SPD-Abgeordnete dem Landtag angehören, sagte Weil: „Wenn das Emsland das will, muss es unseren Kandidaten die Erststimmen geben.“ Im Übrigen wolle er sich nicht aufs Glatteis begeben. Das Aufstellen der Listenplätze regeln in der SPD die Bezirke. Also müsse der SPD-Bezirk Weser-Ems darüber entscheiden, ob zum Beispiel die SPD-Landtagskandidatin Andrea Kötter einen aussichtsreichen Listenplatz erhalte.

Weil wünscht SV Meppen Aufstieg

Abschließend hoffte Weil, passionierter Wanderer in den Alpenregionen, dass sowohl sein Verein, Hannover 96, als auch der SV Meppen aufsteigen. „Beide Regionen können dann rauschende Feste feiern.“


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