Gegenwind für Mayrose-Pläne Über 2000 Unterschriften gegen Meppener Sondergebiet

Von Hermann-Josef Mammes

Über 12 Hektar ist das Plangebiet an der Fullener Straße groß. Grafik: noz/Heiner WittwerÜber 12 Hektar ist das Plangebiet an der Fullener Straße groß. Grafik: noz/Heiner Wittwer

Meppen. Über 2000 Unterschriften hat die Meppener Bürgerinitiative (BI) Esterfeld inzwischen gesammelt. Die Bürger wollen die geplante Ansiedlung des Baustoffhandels Mayrose an der Fullener Straße verhindern.

Das Sonder- und Mischgebiet entsteht in direkter Nachbarschaft zum größten Meppener Wohngebiet. In einem Pressegespräch sagten drei BI-Sprecher, dass sie ein Bürgerbegehren über die Pläne der Stadt Meppen anstreben. Hierfür benötigen sie laut niedersächsischem Kommunalverfassungsgesetz jedoch 3000 Unterschriften.

Rund 100 Bürger nahmen am Montagabend im Emslandsaal Altes Gasthaus Kamp an der „frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit zur notwendigen Änderung des Flächennutzungsplanes“ teil. Wie Martin Ziemba, Karin Hartmann und Marianne Havers (alle BI) sagten, war „die Stimmung sehr emotional und aufgeladen“. Zwei Stunden und 45 Minuten lang wurden die unterschiedlichen Standpunkte vorgetragen.

Dabei seien die Experten oft nur unzureichend auf ihre Fragen eingegangen.

7,66 ha Sondergebiet

Von der insgesamt 12,9 Hektar großen Fläche an der Fullener Straße sollen 7,66 Hektar als Sondergebiet ausgewiesen werden. Hier will sich der Baustoffhandel Mayrose ansiedeln (wir berichteten). Das Unternehmen hat bislang unter anderem einen zwei Hektar großen Hauptstandort an der Schützenstraße. Dort möchte die Stadt jedoch ein neues Quartier „Wohnen am Wasser“ entwickeln. Bei der Suche nach einem Ausweichstandort einigten sich Stadtverwaltung sowie Geschäftsführer und Hauptgesellschafter Andreas Augenthaler auf den Bereich an der Fullener Straße. Dabei wolle er zudem dort die bislang in Lingen beheimatete Dach- und Wandabteilung ansiedeln.

Die NWP Planungsgesellschaft mbH stellte weitere Details vor. So soll ein 2,86 Hektar großes Mischgebiet entstehen. Auch einige Wohnhäuser sind geplant. Zudem sind einige Stellplätze für den Friedhof vorgesehen.

14.000 Fahrzeuge am Tag

Nach Schätzung des Ingenieurbüro Dr. Schwerdhelm & Tjardes würde der Verkehr auf der Fullener Straße (Landesstraße 47) um weitere 2000 auf dann 14.000 Fahrzeuge anwachsen. Die BI fürchtet, dass viele Fullener die Sommerfeldstraße zukünftig als Abkürzung missbrauchen.

Für die BI ist es nicht hinnehmbar, dass Mayrose nur diesen einen Standort akzeptiert. Es gebe unter anderem im Bereich Nödike weitere attraktive Flächen. Zudem weisen sie auf die Fauna und Flora hin. Das Waldgebiet beherberge nicht nur Fledermäuse, sondern auch seltene Grünspechte. Für Marianne Havers und Karin Hartmann ist deshalb der Fichtenwald mit einigen Laubbäumen sehr wohl „schützenwert“. Dabei spricht sich die BI nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung aus. So könnte man einen „Waldkindergarten“ dort ansiedeln. Rund um den Wald seien weitere Wohnbauflächen möglich. So seien viele Meppener verzweifelt auf der Suche nach Bauland.

Zugleich will die BI mit der Stadtverwaltung im Gespräch bleiben. Die drei BI-Sprecher erinnerten Bürgermeister Helmut Knurbein an dessen Versprechen, noch eine „Informationsveranstaltung“ für die Bürger durchführen zu wollen.