Trotz Empfehlung der Landesregierung Stallpflicht für Geflügel bleibt im Emsland bestehen

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Trotz Empfehlung der Landesregierung: Die Stallpflicht für Geflügel bleibt im Emsland bestehen. Symbolfoto: Christian BellingTrotz Empfehlung der Landesregierung: Die Stallpflicht für Geflügel bleibt im Emsland bestehen. Symbolfoto: Christian Belling

Meppen. Der Landkreis Emsland wird die Aufstallungspflicht für sämtliches gehaltenes Geflügel (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse) beibehalten. Das teilte er jetzt in einer Meldung mit. Das Land Niedersachsen hatte vorher eine Lockerung der Stallpflicht empfohlen.

Die aktuelle Allgemeinverfügung, die am 1. Februar in Kraft getreten war und bis zum 30. April läuft, wird nicht aufgehoben. Danach ist weiterhin Geflügel ausschließlich in geschlossenen Ställen oder unter einer ausreichenden Schutzvorrichtung zu halten.

Auf Grundlage einer aktuellen Risikobewertung hält der Landkreis Emsland an der Aufstallungspflicht fest. „Die Gefahr ist noch nicht vorüber. Der Landkreis Emsland als Region mit sehr hoher Tierdichte sollte jedes Risiko vermeiden“, sagt Landrat Reinhard Winter.

Landkreis Emsland folgt nicht der Empfehlung

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium empfiehlt zwar das Ende der Stallpflicht in allen Landkreisen außer Oldenburg, Ammerland und Cloppenburg. Dagegen rät aber das Friedrich-Löffler-Institut, Bundesinstitut für Tiergesundheit, das bundesweit für die Risikobewertung von Tierseuchen zuständig ist, die Stallpflicht in Regionen mit hoher Geflügeldichte beizubehalten.

Emsland bleibt „indirekt betroffen“

Zudem sei das Emsland laut Landkreis nach wie vor indirekt betroffen; in der Gemeinde Vrees verlaufen wegen Vogelgrippeausbrüchen in Friesoythe (Landkreis Cloppenburg) drei Beobachtungsgebiete. Die Geflügelpestverordnung schränkt das Ermessen eines Landkreises bei der Prüfung, ob eine Stallpflicht aufgehoben werden kann, in einem solchen Fall nahezu vollständig ein.

2017 erster Fall von Vogelgrippe nach 2015

Nach 2015 wurde die Vogelgrippe Ende Januar dieses Jahres wieder im Emsland nachgewiesen. In einem Gänsebestand in Gersten in der Samtgemeinde Lengerich mussten daraufhin rund 3000 Gänse getötet werden. Es wurde im Drei-Kilometer-Radius um den Ausbruchsbetrieb ein Sperrbezirk und im Zehn-Kilometer-Radius ein Beobachtungsgebiet eingerichtet. Ende Februar hat der Landkreis den Sperrbezirk wieder aufgehoben.


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