Terra Preta im Bauerngarten BUND informiert in Meppen über schwarze Wundererde

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Meppen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Emsland hat im Bauerngarten in Meppen-Helte einen Workshop über Terra Preta veranstaltet. Die selbst hergestellte „schwarze Erde“ soll dabei helfen, Moore zu schonen und die Produktion von Nahrungsmitteln nachhaltiger zu machen.

Mehr als 25 Interessierte aus dem gesamten Emsland waren der Einladung des BUND gefolgt und hatten sich zunächst von Rainer Sagawe vom BUND aus Bad Pyrmont über die Geschichte der schwarzen Erde und die theoretischen Grundlagen der viele Tausend Jahre alten Technik informieren lassen. Gefördert wurde der Workshop von der Leader-Region Hasetal.

Das portugiesische „Terra Preta“ bedeutet „Schwarze Erde“ und stammt ursprünglich aus dem Amazonasbecken. Mit Hilfe dieser „Indianererde“ waren die Bewohner der Tropen in der Lage, intensiven Pflanzenbau zu betreiben, der ansonsten kaum möglich gewesen wäre. Denn die feuchten Böden werden vom Regen immer wieder ausgewaschen und können kaum Nährstoffe speichern.

Deshalb griffen die Südamerikaner schon vor Jahrtausenden, vor allem aber in der Zeit zwischen 700 und 1000 nach Christus, zu einer speziellen Kulturtechnik: Sie mischten organisches Material wie Küchenreste, menschliche Fäkalien, Knochen und vor allem Pflanzenkohle zu einer nährstoffreichen, stabilen Substanz – eben der „schwarzen Erde“.

Sie ist im Amazonasbecken in teilweise mächtigen Schichten nachweisbar, woraus Wissenschaftler schließen, dass einst viele Millionen Menschen auf engem Raum auf Grundlage von „Terra Preta“ ernährt werden konnten.

Torf ersetzen

Und genau deshalb hat der BUND Niedersachsen ein von 2014 bis 2017 laufendes Projekt gestartet, mit dem die schwarze Erde bekannter gemacht werden soll. Ein Ziel ist dabei der Ersatz von Torf und damit die Vermeidung der Zerstörung von Mooren.

„Aber es geht auch darum, die Nahrungsmittelproduktion effektiver und nachhaltiger zu machen“, sagt Martina Cordes vom BUND. Dreh- und Angelpunkt sei dabei das Bodenleben, das mit Terra Preta aktiviert werden könne. Eine wichtige Rolle spielen dabei unter anderem Regenwürmer, die die Erde in ihrem Magen verdauen und mit Mikroorganismen anreichern.

Mit Mikroorganismen

Nach dem theoretischen Teil griffen die Teilnehmer des Workshops zur Schaufel und stellten eine Mischung Schwarzerde her: aus Holzkohle, die sie zuvor gebrannt hatten, Pferdemist, Küchenabfällen und weiteren Zutaten. Auch Impfkulturen aus sogenannten „effektiven Mikroorganismen“ gehören zur Schwarzerde – zumeist spielen dabei Milchsäurebakterien eine Rolle, mit denen zum Beispiel Sauerkraut haltbar gemacht wird. Und genau das, nämlich Sauerkraut, ist nun Bestandteil der in Helte entstandenen Bodenmischung.

Dass Terra Preta auch in der Landwirtschaft eine Rolle spielen kann, um Böden zu verbessern und so den Einsatz von Mineraldünger einzusparen, hofft der BUND. Ein etwas anderes Bodenverbesserungsprinzip haben Landwirte im Emsland schon vor Jahrhunderten angewendet: Sie mischten in der Heide gewonnenes Pflanzen- und Streumaterial mit Sand sowie dem Mist ihrer Schafe und Rinder. Das Ergebnis ist bis heute in Form der Eschböden in der Landschaft sichtbar.


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