2025 soll sie fertig sein Amprion will Milliarden-Trasse im Emsland bauen

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Den großen Korridor für die A-Nord-Trasse stellte Amprion-Projektleiter Klaus Wewering in Meppen vor. Foto: Hermann-Josef MammesDen großen Korridor für die A-Nord-Trasse stellte Amprion-Projektleiter Klaus Wewering in Meppen vor. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Hinter verschlossenen Türen hat die Amprion GmbH am Mittwoch in Meppen rund 45 Vertreter von Verbänden und Kommunen über die 300 Kilometer lange A-Nord-Trasse informiert. Die Gleichstromverbindung soll komplett als Erdkabel verlegt werden, 2025 fertiggestellt sein und rund zwei Milliarden Euro kosten.

Das hat Projektleiter Klaus Wewering im Anschluss an die nichtöffentliche Veranstaltung im Gasthaus Kamp unserer Redaktion gesagt. Nach seinen Ausführungen gibt es bislang noch einen sehr breiten Untersuchungskorridor, der z.B. im mittleren Emsland von der niederländischen Grenze bis zur Stadt Haselünne reicht. Ausgangspunkt der A-Nord ist die Konverterstation in Emden. „Von dort sammeln wir speziell den Offshore-Strom der Windkraftanlagen ein“, so Wewering. Die Leitung endet nach 300 Kilometern in Osterath im Großraum Düsseldorf. 2,7 Gigawatt wird A-Nord übertragen. Von Nordrhein-Westfalen aus wird sich dann eine zweite Leitung, Ultranet, anschließen, die den Strom bis nach Philippsburg (Baden-Württemberg) transportieren soll.

Hier geht es zur Karte der Trasse

20 Bürgerinfomärkte

Trotz des bislang großen Untersuchungsraums im Emsland sagte Wewering aber auch: „Wir wollen eine möglichst geradlinige Trasse realisieren.“ Er kündigte an, dass Amprion nach den Sommerferien im 300 Kilometer langen Korridor rund 20 Bürgerinfomärkte veranstaltet, auf denen sich die Bürger zum einen informieren, aber zum anderen auch ihre Einwände vortragen können. Auch die Träger öffentlicher Belange würden weiter am Genehmigungsverfahren beteiligt. Pressesprecher Jonas Knoop versprach: „Wir werden jeden Hinweis prüfen.“ (Weiterlesen: Kritik an zweiter Stromtrasse durch das Emsland)

Baustart 2020/21

Nach einem Abwägungsprozess will Amprion, das die Trasse plant, baut und finanziert und betreibt, mehrere jeweils ein Kilometer breite Korridore für das Erdkabel ausarbeiten und der Bundesnetzagentur im Frühjahr 2018 als Varianten präsentieren. „Die Bundesnetzagentur legt dann den finalen Korridor 2019 fest“, sagte der Projektleiter. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens werde dann die exakte Trasse festgezurrt. Amprion will 2020/21 mit dem Bau starten. Die Kosten bezifferte Wewering auf rund zwei Milliarden Euro. Für das Erdkabel ist ein 24 Meter breiter Schutzstreifen notwendig, auf dem keine Gebäude und auch keine Bäume stehen dürfen. Landwirtschaft sei oberirisch aber möglich. Es würden jeweils zwei Kabelgräben in zwei Meter Tiefe verlegt. Wewering ergänzte, dass die Trasse Straßen wie die Emslandautobahn queren kann. „Wir werden die A-Nord auch unter den Flüssen Ems und Rhein queren lassen müssen.“

Auf die Frage, welche Flächen sich für ein Erdkabel gar nicht eignen, nannte Wewering „Wohnsiedlungen sowie Sondergebiete wie zum Beispiel den Übungsplatz der Wehrtechnischen Dienststelle.

Weitere Trasse durchs Emsland

Zusätzlich zu dieser A-Nord-Trasse planen Amprion und tennet zusammen bereits ein 380-kV-Leitung, ebenfalls quer durch das Emsland. Diese Trasse verläuft gerade im mittleren und südlichen Emsland als Freileitung und damit oberirdisch. „Einige Vertreter der Kommunen wollten von uns wissen, ob wir die beiden Trassen nicht über einen gemeinsamen Korridor führen können“, sagte Wewering auf Nachfrage unserer Redaktion. Amprion plane die A-Nord zwar unabhängig, aber werde auch prüfen, ob eine Bündelung mit der Freileitung an bestimmen Punkten möglich sei. (Weiterlesen: Haren will nicht noch mehr Stromtrassen)


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