Fördergeld für Fallen Emsland intensiviert Jagd auf Nutria


Meppen. Der Nutria im Emsland soll es verstärkt an den Kragen gehen. Der aus Südamerika stammende Nager hat sich so stark vermehrt, dass der Landkreis Emsland bis zu 45.000 Euro für spezielle Fallen zur Verfügung stellen will.

Der Umweltausschuss des Kreises hat nun einem entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion einstimmig zugestimmt. Die Fallen sollen den Jagdausübungsberechtigten an Ems und Hase kostenlos zur Verfügung gestellt werden und kosten pro Stück etwa 300 Euro.

Für das auf den ersten Blick teure Vorgehen gibt es mehrere Gründe. Vor allem hat sich die Nutria landesweit, aber vor allem im Emsland sehr stark ausgebreitet. Das bis zu 65 Zentimeter lange und bis zu zehn Kilogramm schwere Nagetier war einst aus Pelzfarmen in die Freiheit entwischt und gilt als Neozoon, also nicht heimische Tierart.

Wie Ludger Pott, Leiter der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland im Ausschuss mitteilte, beherbergt das Emsland den größten Bestand in ganz Deutschland. Während 2002 bundesweit nur 673 Nutrias erlegt wurden, seien es 2016 schon mehr als 10.000 gewesen, „davon 6000 im Emsland.“ Die Nutria gebäre bis zu drei Mal im Jahr bis zu acht Junge.

Drei mal Junge pro Jahr

Das wäre alles kein Problem, hätte die Nutria nicht einen Hang zum Wühlen: sie errichtet weitreichende, weitverzweigte unterirdische Bausysteme, die Gewässerufer und Deiche zerstören. Das Bundesnaturschutzgesetz fordert deshalb eine Bejagung der Art.

Bernd van der Ahe (CDU), Ausschussmitglied aus Lähden, berichtete von dramatischen Zwischenfällen in seiner Gemeinde. So sei vor kurzem ein hinteres Pferd eines Vierspänners auf einem Weg einige Meter vom Ufer eines Gewässers entfernt unvermittelt eingebrochen – nur mit Glück blieben Pferd und Fahrer unverletzt. Der Weg müsse auf einer Länge von 50 Metern erneuert werden. „Wenn wir nicht heute handeln, werden wir bald Millionenschäden wie die Niederlande zu beklagen haben“, sagte van der Ahe.

Hoher Aufwand

Darin waren sich alle Parteien einig, allein die Nutria lässt sich nur mit erheblichem Aufwand bejagen. Entweder sie wird direkt geschossen oder in Lebendfallen gefangen und dann getötet. Durch die Ausweisung von weiten Teilen von Ems und Hase als Landschafts- oder Naturschutzgebiet ändert sich aber nun die Bejagungsgrundlage: bis zu einem Abstand von 25 Metern zum Gewässer dürfen bisher übliche Lebendfallen nicht mehr eingesetzt werden.

Denn in ihnen kommen auch Biber und Fischotter zu Tode und damit Arten, die Naturschützer und Politiker auch erhalten und schützen wollen. Deshalb dürfen nur noch Lebendfallen eines bestimmten Typs in diesem 25-Meter-Streifen zum Einsatz kommen, die dem Jäger per SMS-Nachricht mitteilen, wenn sich ein Tier darin befindet. Er kann dann umgehend kontrollieren, ob eine Nutria oder Fischotter und Biber darin gefangen sind.

Da diese Fallen viel Geld kosten, wollte die CDU die Jäger durch Bereitstellung der Geräte unterstützt sehen. Kreisverwaltung und Ausschuss schlossen sich dem einstimmig an. Maximal 150 Fallen sollen aus Mitteln für das Management von FFH-Gebieten bereitgestellt werden.

Auch Hartmut Krüger (AfD) war dafür, wenngleich er es für „lächerlich“ hielt, den seinen Lebensraum umgestaltenden Biber als wertgebende Art zu bezeichnen. Und der Fischotter gefalle den Anglern nicht.


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