Wegen Äußerungen zu Homosexuellen Update in Meppen sagt Auftritt von homophobem Rapper ab

Abgesagt: Der Rapper Mert war zuletzt wegen homophober Äußerungen aufgefallen und wird nun nicht wie geplant in der Meppener Disco Update am kommenden Samstag auftreten. Foto: Screenshot/Homepage UpdateAbgesagt: Der Rapper Mert war zuletzt wegen homophober Äußerungen aufgefallen und wird nun nicht wie geplant in der Meppener Disco Update am kommenden Samstag auftreten. Foto: Screenshot/Homepage Update

Meppen. Am kommenden Samstag sollte eigentlich der Rapper Mert Eksi in der Meppener Großraumdisco Update auftreten. Wegen Kritik an seinen homophoben Äußerungen ist der Auftritt nun vom Veranstalter abgesagt worden.

„Ich akzeptiere Schwule nicht, das müsst ihr akzeptieren“, sagt Mert in einem Video auf YouTube. Dies gehört noch zu den harmlosesten Äußerungen des Rappers. Er macht keinen Hehl daraus, dass er gleichgeschlechtliche Liebe „unmenschlich“ findet. Das wohl häufigste Wort in dem Video ist „Schwuchtel“.


Daraufhin kam eine große Protestwelle auf. „Der ist im Mittelalter zurückgeblieben“ oder „Hassrede“ stehen in den Kommentaren unter seinem YouTube-Video. Auch dem Unternehmen Divimove, das den Youtuber betreut, wurde es zu viel, es hat die Zusammenarbeit beendet. In einem Facebookbeitrag distanzierte sich die Firma von seinen Aussagen: „Das gestrige Video mit dem Titel ,Statement‘ gehört ohne Zweifel zu der Art von Inhalten, denen wir nicht weiter eine Plattform bieten möchten“, so das Unternehmen.

Veranstalter sagt den Auftritt ab

Und nun sollte der Rapper am kommenden Samstag in der Meppener Großraumdisco Update auftreten. Man hatte sich bereits auf den Auftritt gefreut: „Mit über 700.000 Abonnenten und gigantischen 78 Millionen Clicks auf seinen Videos bei Youtube gehört Mert mittlerweile zu den bekanntesten seines Genres“, hieß es noch bis Montagmittag auf der Homepage. (Weiterlesen: Das Update wurde im März 2017 wegen des Verdachts der Geldwäsche durchsucht)

Am Montagnachmittag kam dann die Nachricht, dass der Auftritt abgesagt ist. Tobias Rottau, der für das Update die Künstlerauswahl übernimmt, bestätigte dies auf Anfrage unserer Redaktion. „Wir hatten den Vertrag lange vor Bekanntwerden des Videos unterzeichnet“, sagt der Eventmanager. Wir wussten nichts von der homophoben Einstellung des Rappers, sonst hätten wir ihn erst gar nicht nach Meppen eingeladen. „Das Update distanziert sich in aller Klarheit von schwulenfeindlichen Äußerungen“, so der 36-Jährige. Man wolle ihm keine weitere Plattform bieten.

Über die Künstlerauswahl an dem Wochenende hatte sich zuvor auch die Meppenerin Meike Scheper beim Veranstalter beschwert. Die 27-Jährige geht selbst gerne und regelmäßig in der Großraumdisco feiern. Sie war fassungslos, als sie erfuhr, dass der Rapper Mert im Update auftreten soll. Eine so bekannte Disco dürfe einem homophoben Rapper keine Plattform bieten, so Scheper. Für sie hätte das nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun gehabt, sondern wäre ganz klar Hetze gewesen. Sie ist froh, dass der Auftritt nun abgesagt wurde.

Meppenerin froh über Absage

Jedoch sei der Rapper schon seit längerer Zeit durch schwulenfeindliche Äußerungen aufgefallen, so die 27-Jährige. „Mert publiziert homophobe Ansichten auf seinem Youtube-Kanal“, sagt Scheper. Wer sich über ihn informiert, wisse das. „Gerade wenn man eine Zusammenarbeit anstrebt, erfolgt das im Normalfall doch als erstes“, so die Meppenerin weiter.

Auch der Verein Humanity and Culture aus Rhede hatte sich im Vorfeld kritisch gegenüber des Auftritts geäußert und forderte ebenfalls die Absage. „Das Update Meppen unterstützt, ob gewollt oder nicht, offen Homophobie und relativiert menschenfeindliche Aussagen, die in einer modernen Gesellschaft nichts zu tun haben. Im Emsland gebe es keinen Platz für Homophobie.“, so das Statement aus einer Pressemitteilung des Vereins.

„In Diskotheken spielt Sexualität keine Rolle“

Diskotheken und Clubs seien schon immer Orte gewesen, an denen Menschen gemeinsam feiern konnten und Spaß hatten und an denen Herkunft und Sexualität keine Rolle gespielt hätten. Dort könne man die Probleme des Lebens vergessen und laufe nicht Gefahr, für irgendetwas diskriminiert zu werden, heißt es vom Verein weiter.



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