Wechsel im Vorstand Meppener Verein aqua creactive hilft in Afrika

Von Matthias Engelken


Meppen. Viel vor haben die Mitglieder des Vereins aqua creactive. Neben der Fortführung bereits angelaufener Projekte in der Demokratischen Republik Kongo steht ein Bildungsprogramm in der Region Kilueka ganz oben auf der Agenda.

„Der Mangel an Bildung ist ein großes Problem in Kilueka“, sagte Helmut Pante. Auf der jetzt durchgeführten Jahreshauptversammlung gab der Vorsitzende des Vereins auch einen Ausblick auf die Tätigkeiten in diesem Jahr. Eine davon ist ein mögliches Patenschaftsprogramm. „Es gibt zwar Schulen, aber anders als bei uns muss der Besuch bezahlt werden“, begründete Pante den Vorschlag. Neben Schulgeld fallen weitere Kosten an, etwa für Uniform, Materialien und der Betreuung. „Viele Eltern dort können sich das nicht leisten.“

Dabei sei Bildung eine wichtige Voraussetzung für die positive Entwicklung in der Region. Deshalb möchten er und seine Mitstreiter ein Stipendienprogramm aufbauen. Etwa 180 Euro pro Jahr würden benötigt, um ein Kind den Schulbesuch zu ermöglichen. Erste Erfahrungen sammelte der Verein bereits. „Wir haben die Kosten von 15 Kindern übernommen. Sie werden derzeit an drei Grundschulen unterrichtet“, erzählte Pante den Mitgliedern.

Der Partnerverein Songa Nzila hatte im Vorfeld Kriterien für die Förderung erarbeitet. „Unsere Kinder kommen aus sehr schwierigen Verhältnissen, sind Voll- oder Halbwaisen, leben in schlechten Wohnverhältnissen oder aber deren Eltern haben lediglich ein geringes Einkommen.“ In den drei Einrichtungen arbeiteten die Kinder mit dem Projektleiter Augustin Konda direkt zusammen. Dieser kontrolliert den Unterricht vor Ort.

Überprüfung vor Ort

Auch Entwicklungshelferin Irène Freimark-Zeuch ist für den Meppener Verein im Kongo unterwegs und prüft die Tätigkeiten vor Ort. Ein Grund: Ein Abschlussbericht über die Vollendung eines Gebäudebaus muss erledigt werden. Adressat ist unter anderem die Bingo-Stiftung, die das Projekt im vergangenen Jahr gefördert hatte. In dem Gebäude sollen zukünftig die Blätter und Samenkörner von gut 700 Moringabäumen gelagert werden, ebenso die fertigen Produkte wie etwa Moringapulver und Öl aus den Samen. Der emsländische Verein hatte vor einigen Jahren die örtliche Bevölkerung in Kiluekaa davon überzeugen können, Moringa-Bäume anzupflanzen, statt des nährstoffarmen Maniok.

Zudem ist die erste und einzige Imkerei in der Demokratischen Republik Kongo dort beheimatet. „Dieses Projekt läuft hervorragend, allein hier haben wir 20 Arbeitsplätze geschaffen“, sagte der Vorsitzende und verwies dabei auch auf die anhaltende Flüchtlingskrise: „Wer einen Job hat, muss nicht flüchten“.

Dank für Unterstützung

Dank sagte er in Richtung seiner Vorstandskollegen für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr, aber auch den vielen Spendern. „Durch ihre Unterstützung haben wir die Möglichkeiten, in Kilueka unsere Ideen umzusetzen.“ Kassenwart Heinz-Wolbert Kuiper pflichtete ihm bei: „Was einst als Hilfe zur Selbsthilfe gestartet ist, um den Menschen zu besserem Trinkwasser verhelfen, ist heute ein allumfassendes Hilfsprogramm geworden. Alle Spender können sich sicher sein, dass ihr Geld komplett in Projekte geht“, versprach der Kassenwart.

Auf eigenem Wunsch nicht mehr dem Vorstand angehören wird indes Pfarrer i.R. Gerhard Debbrecht . „Wir sind dir zutiefst zu Dank verpflichtet für deine große Unterstützung in den vielen Jahren“, dankte Pante dem langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden für sein Engagement für den Verein. Doch ganz aufhören wir der 82-Jährige nicht. „Auch als einfaches Mitglied möchte ich weiterhin Ideen entwickeln für die Menschen im Kongo, aber gleichsam auch Platz machen für jüngere Vereinsmitglieder im Vorstand“, sagte er. Für den Pastor übernimmt Hermann Gruth das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden. Neuer Beisitzer ist Bernhard Gwiasda.