Heidepflege in der Tinner Dose Feuer nach Plan: WTD setzt 300 Hektar in Brand

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Meppen/Haren. Im Naturschutzgebiet Tinner Dose hat es am Montag gebrannt. 300 Hektar Hochmoor und Heide standen in Flammen, und zwar unter anderem im Dienste des Naturschutzes. Außerdem diente das Feuer der Vorbereitung von Munitionsversuchen im Sommer.

Was am Montagnachmittag für viel Rauch in Richtung Tinnen sorgte, folgte einem lange verfolgten Plan, wie Bernd Schillingmann, Geschäftsfeldmanager „Schießbetrieb und Versuchssicherheit“ erläuterte. Gemeinsam mit Markus Lammers, Sachbearbeiter Öffentlichkeitsarbeit bei der WTD, berichtete er bei einer kurzfristig anberaumten Rundfahrt über den Schießplatz, warum das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr-Feuerwache Meppen an drei Stellen zugleich Feuer gelegt hatte.

Eigentlich hatten die WTD-Verantwortlichen schon viel früher vor, Teile des von Bentgras und Heide bestandenen Naturschutzgebietes abzubrennen, aber die Witterung machte ihnen regelmäßig einen Strich durch die Rechnung. Denn die Vegetation muss trocken sein und der Wind muss passend stehen, damit das Feuer kontrollierbar bleibt.

„Diese Bedingungen hatten wir heute“, berichtet Bernd Schillingmann. „Wir wussten zwar, dass es abends regnen würde, aber das Zeitfenster reicht aus, um zumindest einen großen Teil unseres Vorhabens umzusetzen.“

Zwei Ziele

Zwei Ziele verfolge man in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland, sagte Schillingmann. Zum einen wolle man durch das Abbrennen von Bentgras und Heide die Vegetation verjüngen – darauf sind viele hier lebende Tier- und Pflanzenarten angewiesen. Vor Beginn der Brut- und Setzzeit am 1. März sei ein Abbrennen ohne Gefahr für die Tiere möglich. Außerdem lege man an drei voneinander entfernten Stellen Feuer, damit zwischendurch ausreichend Rückzugsorte erhalten blieben.

Das zweite Ziel entspringt der Arbeit auf der WTD: hier wird Munition getestet und die setzt manchmal die umliegende Vegetation in Brand. Einige der Geschosse werden sogar gezielt zum Feuerlegen entwickelt. „Wenn wir die im Sommer testen, wollen wir natürlich nicht das Moor in Brand setzen“, sagt Schillingmann. Deshalb werde die Vegetation an jenen Orten schon im Winter abgebrannt, die im Sommer als Zielgebiete dienen. „Dann ist die Vegetation dort jung und grün. Die Natur profitiert und wir können problemlos Munition testen.

Früher üblich

Die WTD hatte ihr Vorgehen vor einigen Wochen angekündigt – dennoch waren im Dorf Tinnen einige Anwohner überrascht über die Rauchentwicklung. Aber erst am Montag passte das Wetter und der Wind fachte die Flammen wie gewünscht immer wieder an. Die WTD-Feuerwehr war vorsorglich mit mehreren Fahrzeugen im Gelände präsent und hätte im Notfall die Flammen in die gewünschten Bahnen lenken können.

Noch bis vor etwa 100 Jahren waren große Moorbrände im Emsland üblich. Die Bauern legten alle paar Jahre Feuer, um im teilweise trockengelegten Moor ein Aschebett zu schaffen. Darin säten sie Buchweizen, ein Knöterichgewächs, das unter anderem für Pfannkuchen verwendet wird.

Auch die rund 4000 Hektar große Tinner Dose/Sprakeler Heide wurde einst so genutzt – seit 1877 dient sie aber als Schießplatz. In den vergangenen Jahren hatte sich die WTD gemeinsam mit dem Landkreis Emsland darum bemüht, den Wasserstand im Sinne des Naturschutzes weiter anzuheben und so der ursprünglichen Moorvegetation bessere Bedingungen zu schaffen.


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