9 Millionen Zigaretten Zollfund bei Meppen führt ins Gefängnis

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Das Urteil im Prozess wegen Zigarettenschmuggels am Landgericht Osnabrück wurde gefällt. Symbolfoto: Uli Deck/dpaDas Urteil im Prozess wegen Zigarettenschmuggels am Landgericht Osnabrück wurde gefällt. Symbolfoto: Uli Deck/dpa

Osnabrück. Das Landgericht Osnabrück hat zwei Schmuggler zu Haftstrafen verurteilt. Sie hatten 2013 den illegalen Transport von 9 Millionen Zigaretten organisiert. Eine Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Der Prozess kam überraschend schnell zum Ende. Eigentlich waren sechs Verhandlungstage bis Ende März vorgesehen, doch die beiden Angeklagten warteten früh mit umfassenden Geständnissen auf, weshalb die Befragung einer ansehnlichen Reihe von Zeugen unnötig geworden war.

45000 Stangen Zigaretten

Die beiden 41- und 45 Jahre alten in Hamburg lebenden Beschuldigten hatten zugegeben, im Oktober 2013 unter der Angabe falscher Personalien den Auftrag zur Sendung des im Hafen von Rotterdam gelagerten Containers zu einem Lagerhaus in Bremen gegeben zu haben. Bei Meppen kontrollierte der Zoll den Lkw und entdeckte die Schmuggelware: Im Container stapelten sich 45.000 Stangen unverzollter Zigaretten, im Starthafen in den Vereinigten Arabischen Emiraten war die Ladung als Dattelfrüchte deklariert worden. Der 41-jährige Hauptbeschuldigte, ein pleite gegangener Kaffeehändler, war die treibende Kraft, sein Komplize konnte ihm als ausgebildeter Speditionskaufmann die nötigen Tipps für die Abwicklung des Transports geben.

Telefonüberwachung

Den Behörden in Rotterdam war die illegale Fracht aber bereits bei einer stichprobenhaften Durchleuchtung des Containers ins Auge gefallen. In Zusammenarbeit mit den deutschen Kollegen war es zu einer Telefonüberwachung der beiden Angeklagten gekommen, sodass der Sattelzug mit dem Container dann beim Übergang auf deutsches Staatsgebiet gestoppt werden konnte.

Hintermänner in Zypern

Die Geständnisse der Angeklagten vor der Wirtschaftskammer verkürzten nicht nur das Verfahren, sondern auch die Haftzeit der beiden. Ursprünglich waren mindestens vier Jahre Haft für den Hauptbeschuldigten, drei Jahre für seinen Komplizen im Gespräch gewesen. Das Gericht glaubte ihren Angaben, nicht Urheber des Schmuggels, sondern nur für den Transport einer Teilstrecke verantwortlich gewesen zu sein. Die eigentlichen Hintermänner des Schmuggels sollen sich in Zypern aufhalten, die Zigaretten seien für den spanischen Markt gedacht gewesen. Der Haupttäter wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Der andere Mann wurde zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Schaden nur „auf dem Papier“

Das Gericht gab den Ausfall an Einfuhr- und Zigarettensteuern mit 1,8 Millionen Euro an. Den erheblichen Steuerbetrug sah die Kammer aber durch die Geständnisse sowie die bisherige Unbescholtenheit der Angeklagten gemildert. „Auch sind die Zigaretten beschlagnahmt worden, wodurch nur Schaden auf dem Papier entstanden ist“, erklärte der Vorsitzende in der Urteilsbegründung.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN