Zigarettenfund bei Meppen Neun Millionen Zigaretten illegal eingeführt

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Vor dem Landgericht Osnabrück wird der Fall zweier mutmaßlicher Zigarettenschmuggler verhandelt. Symbolfoto: dpaVor dem Landgericht Osnabrück wird der Fall zweier mutmaßlicher Zigarettenschmuggler verhandelt. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Im Oktober 2013 beschlagnahmte der Zoll bei Meppen neun Millionen Zigaretten in einem Lkw-Container. Die mutmaßlichen Schmuggler verantworten sich derzeit vor dem Landgericht Osnabrück.

Die vor dreieinhalb Jahren beschlagnahmten Zigaretten hatten sich in einem Container mit einer Tarnladung Datteln befunden. Die von Dubai gestartete und für Rotterdam bestimmte Ladung enthielt aber nur 378 Kartons der Früchte, dahinter wurden vom Zoll 44981 Kartons mit insgesamt 8996200 Glimmstängeln gefunden. Unter Angabe falscher Personalien sollte die Fracht dann von Rotterdam aus in ein Lagerhaus bei Bremen gebracht werden. Allein an Einfuhrzöllen und Umsatzsteuern sowie an Tabaksteuern sollen dem niederländischen und dem deutschen Fiskus rund 3,5 Millionen Euro vorenthalten worden sein. Als Verantwortliche stehen in Osnabrück gegenwärtig zwei in Hamburg lebende Angeklagte im Alter von 41 und 45 Jahren vor Gericht. Beide haben zum Verhandlungsauftakt nach eingehenden Rechtsgesprächen ihrer Verteidiger mit dem Gericht zur Sache ausgesagt.

In finanzielle Schieflage geraten

Der 41-Jährige gab an, nach der Insolvenz seines Kaffeehandels in finanzielle Schieflage geraten zu sein. „Dann habe ich jemanden kennengelernt, der mir eine Einnahme in Aussicht gestellt hat“. Und zwar habe er nur die Logistik an dem „Unternehmen“ übernehmen sollen. „Meine Aufgabe war dafür zu sorgen, dass der Container mit einer Spedition über die Grenze nach Bremen gebracht wird“, sagte er. Dafür sollte er nach Durchführung 20000 Euro erhalten. Wer der Initiator des Schmuggels gewesen sei, darüber machte er nur vage Angaben. Seiner Meinung nach sitze dieser in Zypern.

Nur Beraterfunktion

Der mitangeklagte 45-Jährige will nur als Berater fungiert haben. Der ausgebildete Speditionskaufmann will seine Kenntnisse über Zollformalitäten und Logistik in das „Unternehmen“ eingebracht haben. „Ich habe gewusst um was es geht, aber nichts über den Umfang der Ladung“, so seine Aussage. (Weiterlesen: Prozess gegen Serieneinbrecher aus Haselünne hat begonnen)

Per Telefonüberwachung aufmerksam geworden

Die niederländischen Zollbehörden waren bei einer stichprobenhaften Untersuchung im Rotterdamer Hafen auf den Schmuggel aufmerksam geworden. Nachdem sie ihre deutschen Kollegen informiert hatten, war eine Telefonüberwachung der Personen angeordnet worden, die sich nach dem Container erkundigt hatten. Im Zuge dieser Ermittlungen waren die Beamten auf die beiden Hamburger aufmerksam geworden. Das Gericht wird nun den Tatbeitrag der beiden Angeklagten herausfinden müssen. Unter anderem steht im Raum, dass während der Telefonüberwachung die Rede von mehreren Containern mit Zigarettenladungen gewesen war. Das Verfahren wird fortgesetzt.


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