Für Pilotprojekt ausgewählt Marianum Meppen wird Teil der bundesweiten Schul-Cloud

Freuen sich über den Zuschlag für ein bundesweites Pilotprojekt: Franz Albers und Lutz Gels vom Gymnasium Marianum Meppen. Die digitale Infrastruktur für die Teilnahme an der Schulcloud ist an der Schule vorhanden. Foto: Tobias BöckermannFreuen sich über den Zuschlag für ein bundesweites Pilotprojekt: Franz Albers und Lutz Gels vom Gymnasium Marianum Meppen. Die digitale Infrastruktur für die Teilnahme an der Schulcloud ist an der Schule vorhanden. Foto: Tobias Böckermann

Meppen. Das Gymnasium Marianum Meppen nimmt als eine von bisher 25 Schulen bundesweit am Pilotprojekt „Schul-Cloud“ teil. Darin sollen digitale Unterrichtsinhalte abrufbar sein – jederzeit und von jedem Ort.

Auf der Internetplattform sollen Videofilme, Unterrichtsmaterial, Bilder oder Projekte abrufbar sein und Lehrer und Schüler im Unterricht unterstützen. Bislang sind digitale Inhalte zumeist auf stationären Rechnern abrufbar – im klassischen Computerraum der Schulen zum Beispiel. Die digitale Wolke (Cloud) soll das ändern: Wer über ein passendes Endgerät verfügt, kann das in Bits und Bytes versammelte Wissen jederzeit und überall, wo es Internet gibt, nutzen.

Dieses Ziel hatte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka im November 2016 ausgegeben und nach Schulen gesucht, die helfen wollten, die Cloud zu entwickeln und vor allem zu verbessern. Das Marianum hat sich beworben – und ist ausgewählt worden.

Kinder sollen schon im Schulalter optimal auf das Leben in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft vorbereitet werden – das ist derzeit gesellschaftlicher Konsens. Das Hasso Plattner Institut in Potsdam arbeitet auf dem Weg zu diesem Ziel gemeinsam mit dem nationalen Excellence-Schulnetzwerk „MINT EC“, zu dem das Marianum schon längere Zeit gehört , sowie dem Bildungsministerium an der Schul-Cloud. Neben der ständigen Verfügbarkeit von aktuellen Lerninhalten sehen die Initiatoren Vorteile in der Bereitsstellung von zentraler Rechenleistung, die den Zugriff durch Schüler und Lehrer über verschieden leistungsstarke Endgeräte möglich macht. Hard- und Software seien stets auf dem neuesten Stand, ohne dass Lehrer dies wie bisher nebenbei erledigen müssten.

„Eine Chance„

Für Uli Wessling (Schulleitung), Franz Albers (Koordinator Neue Medien) und Lutz Gels (IT-Fachmann) vom Marianum ist die Teilnahme am Pilotprojekt eine Chance, an wichtigen neuen Entwicklungen mitzuwirken und sie auszuprobieren. „Überlegungen, wie wir die digitale Welt besser in den Unterricht integrieren können, gibt es schon lange“, sagt Wessling. Deshalb habe man die IT-Ausstattung schon vor einiger Zeit auf den neuesten Stand gebracht – was nun mutmaßlich neben der inhaltlichen Einbindung in den Unterricht ein wichtiger Grund für den Zuschlag für das Projekt gewesen sei.

Smartboards in den Klassen sind Standard, ebenso ein Klassensatz Tablet-PC´s und WLAN in allen Räumen. Was fehlt, sind verlässliche, zentral abrufbare Unterrichtsinhalte: „Derzeit sucht sich jeder Lehrer selbst seine digitalen Bausteine zusammen“, sagt Franz Albers. Digitale Schulbücher, fachspezifisches Material und Apps aber auch fächerübergreifende Angebote gebe es zum Teil. Nur eine übergeordnete Struktur dafür fehle. Hier hoffe man auf die Schul-Cloud.

Medienkompetenz

Außerdem biete sie die Chance, mehr interaktiven oder auch autonomen Unterricht mit aktuellerem Lerninhalt anzubieten und so die Qualität zu steigern. Am Ende könnte sogar das lästige Bücherschleppen der Vergangenheit angehören, wenn die Schulbücher in digitaler Form vorlägen. Entscheidend für einen Erfolg des digital unterstützten Lernens sei die Vermittlung von Medienkompetenz zunächst an die Lehrer, dann aber vor allem an die Schüler. Welche Quelle ist vertrauenswürdig? Wie bewertet man digitale Inhalte und wo findet man verlässliches Wissen?

Es gilt also, viele Fragen zu klären in dieser 14 Monate währenden Pilotphase. Zum Beispiel wie zu verhindern ist, dass abwegige Inhalte in die Cloud gelangen können. Eines scheine aber schon jetzt klar zu sein, sagt Uli Wessling: Jeder Schüler benötige, wenn sich die Schul-Cloud durchsetze, ein digitales Endgerät, vorzugsweise einen Tablet-PC. Bislang plane das Bundesbildungsministerium, dass die Eltern die Kosten dafür übernehmen sollten.


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