Eine „ganz besondere Freundin“ Meppenerin schreibt kindgerecht über Autismus

Von Jan Grothe

Dagmar Eiken-Lüchau stellt ihr Kinderbuch „Mia - meine ganz besondere Freundin“ im Mütterzentrum Meppen vor. Foto: Jan GrotheDagmar Eiken-Lüchau stellt ihr Kinderbuch „Mia - meine ganz besondere Freundin“ im Mütterzentrum Meppen vor. Foto: Jan Grothe

Meppen. Das Kinderbuch „Mia - meine ganz besondere Freundin“ ist von Autorin Dagmar Eiken-Lüchau im Meppener Mütterzentrum vorgestellt worden. Diskutiert wurde über Autismus, Toleranz und Delfintherapie.

Die aus Meppen stammende Eiken-Lüchau ist Mutter von fünf Kindern im Alter zwischen vier und 20 Jahren. Ihr jüngstes Kind Mia ist Autistin. Als diese eine Kita besuchen sollte, suchte die 45-jährige nach einem Buch, dass die Besonderheit ihrer Tochter den Kindern im Vorschulalter erklären kann.

„Leider gab es kein Buch, das das Thema Autismus für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren kindgerecht erklärt“, erinnert sich die Autorin. „Da habe ich mir kurzerhand überlegt einfach selber ein Buch für Kinder in diesem Alter zu schreiben.“ Angefangen hat es mit einer Auflage von 30 Büchern. „Diese waren aber so schnell vergriffen, dass ich nochmal 300 Stück nachgedruckt habe.“ Nachdem diese ebenfalls nach wenigen Monaten neue Besitzer gefunden hatten, kam dann der Neufeldverlag auf Eiken-Lüchau zu und hat das Kinderbuch im vergangenen Oktober mit schönen Illustrationen neu herausgebracht.

Ihr Kinderbuch erzählt die Geschichte ihrer Tochter Mia, welchen Herausforderungen sie sich als Autistin im Alltag stellt und wie ihre Freunde mit ihr umgehen. „In dem Buch geht es um verschiedene Dinge“, sagt die Autorin. „Das Buch handelt zum einen über Freundschaft sowie Respekt und Toleranz gegenüber dem Anderssein und wie bei Kindern eine solche Freundschaft entstehen kann. Zudem dient es auch als Aufklärungsbuch.“ Das Wort Autismus kommt in der Geschichte gar nicht vor, sondern wird am Schluss des Buches erklärt. Autismus sei eine Behinderung, keine Krankheit.

Das Buch können Eltern ihren Kindern vorlesen „um ihnen ein Stück gesellschaftliches Denken mitzugeben“, meint die Autorin. Für Familien, die mit Autismus zu tun haben, um es Geschwisterkindern und Erwachsenen zu erklären, sei das Buch zu empfehlen. „Nachdem ein paar Bekannte das Buch gelesen haben, sagten sie mir, dass sie jetzt endlich verstehen wie Mia tickt“, erzählt Eiken-Lüchau. „Ich kenne viele Therapeuten und Erzieherinnen, die das Buch gekauft haben, um das Thema Autismus den Kindern näherzubringen“, weiss die Autorin. Erst vor Kurzem wurde ihr Buch in der Ärztezeitung empfohlen. „Im Grunde wünsch ich mir, dass dieses Buch auch in klassischen Kinderzimmern seinen Platz im Regal findet.“

Delfintherapie

Im Januar 2016 besuchten Eiken-Lüchau und ihr Mann mit Mia das „Curacao Dolphin Therapy & Research Center“ (CDTC). Das Delfintherapieprogramm liegt auf der Karibikinsel Curacao und wird von qualifizierten Therapeuten durchgeführt. Zwar gibt es Delfintherapien in Europa, „doch uns war wichtig, dass die Tiere optimale Lebensbedingungen haben. Diese fanden wir auf Curacao“, betont die 45-Jährige. Die Therapie findet nicht nur im Wasser statt, sondern auch mit Übungen außerhalb des Wassers. Mit einem Film konnte Eiken-Lüchau Mias Fortschritte veranschaulichen. Fand Mia zu Anfang noch schwer Zugang zu den Tieren, nahm sie die Delfine nach und nach mehr wahr und agierte schließlich mit ihnen.


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