Über Grenzen hinweg verstehen Seit 34 Jahren Schüleraustausch zwischen Nantes und Meppen

Von Heiner Harnack

Die Schülergruppe des Gymnasiums Marianums und der Gäste aus Nantes trafen sich vor dem Rathaus in Meppen. Foto: Heiner HarnackDie Schülergruppe des Gymnasiums Marianums und der Gäste aus Nantes trafen sich vor dem Rathaus in Meppen. Foto: Heiner Harnack

Meppen. Seit mehr als drei Jahrzehnten besuchen sich Schüler des Collège et Lycée Le Loquidy in Nantes und des Gymnasiums Marianum gegenseitig. Während eines Empfangs im Historischen Ratssaal wurde in den Ansprachen auch eine weitere gemeinsame europäische Zukunft gefordert.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Andrea Kötter empfing die Gäste in ihrer Heimatsprache. Sie erinnerte sich an ihre eigene Schulzeit auf dem Windthorst-Gymnasium, als sie an einem Schüleraustausch mit dem Gymnasium in Douai , im Norden des Landes gelegen, teilgenommen hatte. „Das war eine tolle Erfahrung, wenn man in ein fremdes Land kommt und in seinen Gastfamilien lebt“. Da sei man auch gezwungen, die Sprache der Gastgeber anzuwenden, deutete sie auch auf so manche Schwierigkeiten mit dem Schulfranzösisch hin.

Freundliche Aufnahme

Nach der Vorführung des Meppen-Videos, das heute eine wohlhabende Region mit all ihren Errungenschaften präsentiert, dankte Pädagoge Jean-Louis Le Tousse für die freundliche Aufnahme und erklärte, dass man darauf achten müsse, dass die deutsch-französische Freundschaft bestehen bleibe. „Es ist Alltag, dass beide Regierungen sich treffen, aber es werden seit einiger Zeit andere Töne laut, man solle wieder Grenzen verriegeln“, wies der Pädagoge deutlich auf steigende Gefahren hin.

Vorurteile

Die Europäische Union sei ein Problem .„In Frankreich hört man, dass die Deutschen über Europa herrschen möchten, und in Deutschland hört man, dass die Franzosen sowieso alles falsch machen“, monierte er.

Le Tousse stellte die Frage in die Runde, wie man besser gegen solche fragwürdigen Vorurteile vorgehen könne. „Das kann man am besten mit dem Schüleraustausch zwischen beiden Nachbarn bekämpfen“, sagte er. „ Dass Menschen sich über die Grenzen hinweg besser verstehen, sei noch wichtiger als die Verbesserung der Sprachen. „Die Stadt Meppen unterstützt diese Schülerprogramme und trägt so ganz konkret zur Freundschaft und zum Verständnis zwischen allen Menschen in der Welt bei“, wofür er persönlich sehr danke, schloss ein sichtlich bewegter Le Tousse.


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