Aufführung macht Besuchern Spaß „Dschungelbuch“ begeistert Meppener Publlikum

Von Petra Heidemann

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Meppen. Das „Dschungelbuch“ in der Inszenierung des „Theater Liberi“ hat im ausverkauften Meppener Theater nicht nur den Kindern Spaß gemacht.

Auch wenn man Rudyard Kiplings Buch, den Zeichentrickfilm und die großartige Inszenierung der Meppener Freilichtbühne kennt, so hatte diese Theaterfassung aus der Feder des Regisseurs Helge Fedder mit der Musik von Christoph Kloppenburg und Hans Christian Becker doch ihren ganz eigenen Charme.

Bewusst verzichtete er auf die längst Kult gewordenen Songs und präsentierte eigene, deren Texte den jüngsten Theaterbesuchern allerdings ebenso verständlich waren und deren Botschaft nicht zuletzt durch Mitsingen ankam: Freundschaft ist kostbar; Finde heraus, wer Du bist; Geh Deinen eigenen Weg; Bleib Dir treu. Im Programmheft, das sich als Poster entfalten ließ, waren die Liedtexte mit nach Hause zu nehmen.

Mitreißend

Das musikalisch mitreißende Spiel des siebenköpfigen Ensembles in den fantasievollen Kostümen von Annette Pfläging und den ausdrucksstarken Masken von Sabine Henning ließ die Kreaturen des Dschungels eindrucksvoll natürlich lebendig werden. Bühnenbild und Kulissen im wechselnden Lichtfarbspiel vermittelten authentische Dschungelatmosphäre.

So nahm die Aufführung die Zuschauer mit hinein in Moglis Welt. Bei allem turbulenten Spaß und bei aller Situationskomik durchlebten die gespannten Kinder intensiv die Fürsorge des Wolfsrudels, die Besorgnis Baghiras, Balus tapsig-herzliche Freundschaft, die Gefahr trügerischer Anbiederung Kaas wie auch die offene Bedrohung durch Shir Khan. Schließlich galt es das Dilemma zu lösen, sich zwischen Gehen und Bleiben entscheiden zu müssen. Verlustängste und mutiges, selbstloses Handeln wurden den kleinen Zuschauern durch klare schauspielerische Körpersprache und Textgestaltung zur begreifbaren Erfahrung.

Suche nach sich selbst

Mogli, in seiner Suche nach sich selbst, löst sich von den elterlichen Wölfen, erprobt sich als Affe, überwindet mithilfe der unbeliebten Geier Enttäuschung und Einsamkeit und ergreift schließlich die Initiative. Indem Ali Marcel Yildiz dieser Rolle ebenso menschliche, wie die für die jeweiligen Tiere typische Bewegungsformen gab, machte er die Dynamik dieses Entwicklungsprozesses sichtbar.

Während Okan Sen dem naiv-großherzigen Bär Balu kuschlige Vertrauenswürdigkeit verlieh, faszinierte Sarah Kornfeld in ihrer Rolle als Baghira durch ihr perfekt choreografiertes Auftreten. Jede Bewegung entsprach bis in die Finger- und Zehenspitzen dem Körpergefühl einer Großkatze. Grazil Ballett-tänzerisch schlängelte sich Sabine Hennig als Schlange Kaa über die Bühne und wickelte verführerisch im Wortsinn jeden ein, der sich auf sie einließ, überzeugte aber ebenso als quicklebendiger Affe, als Geier oder als Wolf.

Unter Flugzeugmotorengeräuschen flatterte mit ihr als zweiter Geier Laura Mahrla über die Bühne, die später dem Menschenmädchen liebenswürdigen Charme verlieh und ebenfalls zur quirligen Affenbande und auch zum besonnenen Wolfsrudel gehörte.

Perfekte Bewegungen

Nicht nur die perfekte Umsetzung tierischer Bewegungen faszinierte, sondern auch die stimmlichen Qualitäten des gesamten Ensembles, gesanglich wie in der ungemein echt wirkenden Imitation aller Tierlaute. Etwas ruhiger ging Jonas Pieper seine Rollen als Affe und Wolf an. Der grausam gefährliche, von sich selbst überzeugte und fanatische Tiger Shir Khan war mit Jan Großfeld souverän besetzt, auch er verstärkte das Affenrudel, das mit seinen übermütigen Scherzen und seiner ungebremsten Verspieltheit kreischend, tanzend und singend die zuschauenden Kinder begeisterte.

Die wechselnden Stimmungen der Szenen spiegelten sich durchweg in den Gesichtern des jungen Publikums wider, und während der Pause und nach der Vorstellung hörte man auch draußen noch ein fröhliches „ Ba banana na“ und „ Schwubdididu“.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN