Weniger Tagespflege Mütterzentrum Meppen vor Umstrukturierung

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Dem Mütterzentrum Meppen droht eine finanzielle Schieflage. Eine Umstrukturierung des Angebotes könnte die Lösung bringen. Foto: Archiv/dpaDem Mütterzentrum Meppen droht eine finanzielle Schieflage. Eine Umstrukturierung des Angebotes könnte die Lösung bringen. Foto: Archiv/dpa

Meppen. Das Mütterzentrum wird sein Betreuungsangebot in Kürze umstrukturieren. Stimmt das Land zu, wird in den Räumlichkeiten eine zweite Krippengruppe entstehen. Dafür wird das Angebot in der Tagespflege reduziert. Dessen Umfang war zuletzt wirtschaftlich nicht darstellbar.

Derzeit bietet das Mütterzentrum eine reguläre Krippengruppe an sowie zwei Gruppen, die unter den Bereich Tagespflege fallen. Die Konzeption dieses hausintern „Flexi - Gruppen“ genannten Angebotes sieht eine zeitlich flexible Betreuung von Kindern vor. Es ist in der Schnittstelle zwischen klassischer Tagespflege und Kinderkrippe angesiedelt: „Die Flexi - Gruppen richten sich an Eltern, die ihre Kinder nur für bestimmte Zeiträume, nicht aber fünf Tage die Woche, in unserer Betreuung geben möchten“, erläutert Leiterin Margarete Pradel. Um ein Kind in eine der Flexi - Gruppen anzumelden, unterzeichnen Erziehungsberechtigte mit der Einrichtung einen Vertrag, der ein bestimmtes wöchentliches Stundenkontingent definiert. Der somit erworbene Betreuungsanspruch kann außerhalb der Regelbetreuungszeiten liegen: „Anders als in der Krippe kann die Betreuung auch schon mal um sechs Uhr morgens beginnen. Wir stellen dafür immer ausgebildete Erzieherinnen bereit - auch, wenn zu Randzeiten etwa nur ein Kind zu betreuen ist“, erklärt Pradel. „Für Eltern, die für ihre Kinder die Flexibilität etwa einer Tagesmutter sowie gleichzeitig die konzeptuelle Betreuung und den Kontakt zu einer Gruppe Gleichaltriger gleichermaßen gesucht haben, ist das Angebot eigentlich optimal.“ (Weiterlesen: Einwohnerbefragung zur Kita - Trägerschaft in Meppen)

Kein Anspruch auf städtische Mittel

Im Gegensatz zu den Krippenplätzen streicht das Mütterzentrum für die Flexi - Gruppen nur geringe Zuschüsse ein: Zum mit den Eltern vertraglich vereinbarten Betrag kommt noch eine Unterstützung des Landkreises in Höhe von 3,90 Euro. Bislang war die Nachfrage immer ausreichend, um das Angebot zumindest über den Gesamtetat der Einrichtung abdecken zu können. Nachdem es im letzten Herbst allerdings für die Flexi - Gruppen deutlich weniger Anmeldungen als in der Vergangenheit gab, droht dem Mütterzentrum eine finanzielle Schieflage. In einem ersten Schritt hatte man daher versucht, städtische Mittel für einen Defizitausgleich zu bekommen. Tatsächlich gibt es bei der Stadt einen entsprechenden Fond. Auf dessen Mittel können alle Einrichtungen im Sinne des Niedersächsischen Kindertagesstättengesetzes im Bereich Meppens zugreifen. Die Krux: Die Sparte „Tagespflege“ fällt damit nicht unter diese Regelung.

Lösung deutet sich an

Seitens der Stadt und des Mütterzentrums hat es daher zuletzt mehrere Gespräche gegeben, „vertrauensvoll“, wie beide Seiten betonen. Aktuell kristallisiert sich eine Lösung heraus: Eine der Flexi - Gruppen würde demnach in eine reguläre Krippengruppe umgewandelt. Einen entsprechenden Bedarf gebe es, heißt es bei der Stadt. Zugleich würde das Mütterzentrum damit wieder rentable Arbeiten leisten. Mehrere Details einer solchen Umstrukturierung müssten geklärt und, teils auf Landesebene, genehmigt werden. Die Aussichten des Vorhabens schätzen beide Seiten optimistisch ein. Für das Zentrum ist das aus zweierlei Gründen eine gute Nachricht: Der drohende Zwang zum Personalabbau wäre damit abgewendet. Zudem bleibt das Flexi-Angebot weiterhin eine, wenn auch reduzierte, Option. Pradel ist das wichtig: „Es gibt einige Mütter, die das Flexi - Angebot brauchen, etwa weil sie alleinerziehend sind, im Schichtdienst arbeiten oder punktuell Entlastung brauchen.“ Es entspräche der Idee und der Verantwortung eines Mütterzentrums, in solchen Fällen Betreuung anbieten zu können - auch wenn sie im Einzelfall nicht rentabel ist.


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