Kostenpunkt 216.000 Euro Gustav-Adolf-Kirche in Meppen vor Renovierung

Von Heiner Harnack

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Meppen. Nach rund einem halben Jahrhundert stehen in der Gustav-Adolf-Kirchengemeinde größere Renovierungsarbeiten des Gotteshauses an der Herzog-Arenberg-Straße an. Geplant ist neben einem neuen Fußboden und einer effizienteren Heizung auch ein neuer Altar.

Pastor Ralf Krüger und Petra Heidemann, stellvertretende Vorsitzende der Kirchengemeinde, erläuterten der Gemeinde vor Ort welche Umbauarbeiten anstehen werden. Es werde teuer, so der Geistliche. Man habe eine hohe, aber verlässliche Kalkulation angesetzt. „Es kann am Ende allerhöchstens günstiger werden“, so Krüger zu den rund 30 anwesenden Gläubigen. Ein wichtiger Posten bei der Renovierung wird der Fußboden. Seinerzeit wurde er ohne Dehnungsfugen verlegt, sodass das Hirnholzparkett sich später seine Lücken selbst gesucht habe. „Aus unserer Sicht ist eine dauerhafte Lösung nur möglich, wenn das Parkett einschließlich Gussasphalt ausgebaut und durch einen fachgerechten Fußbodenaufbau ersetzt wird“, so der Kirchenmann. Kritik kam von einzelnen Gläubigen, die den wertvollen Boden erhalten wissen wollten. Krüger fügte aber an, dass das vorhandene Parkett bei einer Fußbodenheizung nicht weiter verwendet werden könne.

Heidemann berichtete, dass die Parkettstücke bei Entfernung als Sondermüll eingestuft würden . „Es bedarf größerer Umweltschutzmaßnahmen mit Atemschutz, um sie umzuarbeiten“, so die Prädikantin. Eine weitere Problemstelle sei die Beheizung. Hier verfüge die Kirche über normale Heizkörper und eine „Luftheizung“. Es sei festgestellt worden, dass die Wärmeverteilung ineffizient, die Energiekosten dementsprechend zu hoch seien. Das Amt für Bau- und Kunstpflege habe drei Lösungsvorschläge gemacht, von denen eine Kombination aus Fußbodenheizung und bestehenden Heizflächen als die technisch und wirtschaftlich sinnvollste angesehen würde. Das neue Heizsystem muss zudem bestimmte Bedingungen erfüllen: Ein zu schnelles Aufheizen von über 1,5° Celsius pro Stunde dürfe wegen der Empfindlichkeit des Orgelsystems nicht stattfinden. Das System, das etwa 16° bis 18° Celsius liefern soll, wird zudem für einzelne Flächen der Kirche schaltbar sein, so Krüger und Heidemann. (Weiterlesen: Gitarrenträume in der Gustav-Adolf-Kirche)

Bänke oder Stühle?

Weiterer Diskussionspunkt waren die Sitzmöglichkeiten. Ein Prototyp, aufgearbeitet aus einer schon in der Kirche befindlichen Sitzbank, fand keine Zustimmung unter den Gläubigen, da es als zu unbequem befunden. Zur Wahl, und von einigen auch vorgezogen, stehen einzelne Stühle, die aber, so Krüger, allesamt untereinander verbunden sein müssten, und ein durchgehendes Banksystem. Dem von Krüger angegebenen Preis eines Einzelstuhles von 250-350 Euro widersprach ein Gläubiger, der meinte, dass über ein Frankfurter Kirchenamt mit Mengenrabatt die gleiche Sitzmöglichkeit etwa nur 150 Euro kosten würde.

Die vorläufige Kostenschätzung sämtlicher Bauarbeiten inklusive des Sitzmobiliars beläuft sich auf rund 216000 Euro. Davon würden 113606,67 Euro über einen Zuschuss finanziert, so Krüger zur Gemeinde. Die Gustav-Adolf-Gemeinde selbst müsste laut Berechnung 102732,43 Euro aufbringen. Über die kommenden fünfzig Jahre finanziert, würden diese mit etwa 2000 Euro jährlich die Gemeindekasse belasten. Krüger erklärte, dass man über die Erbschaft eines Hauses, den Verkauf eines Tankstellengrundstücks an der Haselünner Straße und Spenden die Arbeiten mitfinanzieren könne. Geplant ist ferner ein neues Ensemble mit einen Altar aus Holz, da dieser Werkstoff schon einen sehr großen Teil des bisherigen Kirchenbildes ausmacht.


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