Mit Edelstahl und Hammerschlaglack: Vor einem halben Jahrhundert beim Zahnarzt in Meppen

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Meppen. Wie war es eigentlich früher, zum Zahnarzt zu gehen? Wir haben historische Instrumente der Dentisten unter die Lupe genommen.

Zum Zahnarzt zu gehen, gehört wahrscheinlich bei den Meisten nicht zur liebsten Freizeitbeschäftigung. Zu groß ist die Angst vor schmerzhaften Eingriffen mit dem Bohrer und anderen Gerätschaften. In der Zahnarztpraxis Kroker in Meppen kennt man die Ängste der Patienten und hat Verständnis dafür. Bereits in der dritten Generation sind die Krokers in der Zahnmedizin tätig. Das Besondere daran ist, dass sie noch viele alte Geräte und Instrumente aus früheren Zeiten des Zahnarztalltags ihr Eigen nennen. Nicht unerheblich scheint dabei der Beitrag dieser Gerätschaften zur allgemeinen Angst vor dem Zahnarztbesuch zu sein.

Edelstahl und Hammerschlaglack

Ein großer Unterschied zu heutigen Instrumenten fällt bei der Betrachtung sofort ins Auge: die massive Bauweise. Kunststoff ist wenn überhaupt, nur vereinzelt zu finden. Das Design ist funktional und durch Edelstahl sowie Hammerschlaglack geprägt. „Den Hersteller gibt es übrigens immer noch“, ergänzt Zahnärztin Dr. Tessa Kroker. „Damals hat man für die Ewigkeit gebaut.“

In Benutzung sind die alten Werkzeuge allerdings nicht mehr. Funktionieren würden sie aber nach wie vor, sagt Tessa Kroker. „Ich glaube aber, dass Eingriffe mit diesen alten Instrumenten nicht so angenehm sind wie mit neuen. Da hat sich in den Jahren schon so einiges getan.“

Wandel in der Zahnmedizin

Gearbeitet hat die Großmutter mit den Maschinen. Sie hatte sich 1937 als Zahnärztin in Meppen niedergelassen. Eine Besonderheit zu dieser Zeit. Allerdings gab es die Geräte vor 80 Jahren noch nicht. Sie stammen aus den 1950er und 60er Jahren. „Damals änderte sich langsam die Art der Behandlungsweise bei den Zahnärzten“, erklärt Kroker. Die damals zum Teil noch per Fuß angetriebenen Bohrer setzten den Trend zur Zahnerhaltung. Seit dem hat ein Wandel in der Zahnmedizin stattgefunden. Heute stehen minimalinvasive Behandlungsverfahren im Vordergrund.

Trotzdem sei ein Zahnarztbesuch bis in die 1970er Jahre nicht besonders angenehm gewesen. „Damals waren die Möglichkeiten der lokalen Schmerzausschaltung einfach deutlich limitierter als heute und es wurde oft ohne Betäubung behandelt.“, so Kroker weiter.

Behandlungsstühle aus der 1960ern

Die Instrumente eines Tages wegzutun, kommt für die Krokers nicht in Frage. Sie würden zur Familiengeschichte gehören. Auch im Arztzimmer in der Praxis steht ein massiver Schreibtisch aus den 1940er Jahren. In den Laborräumen stehen Schränke aus der gleichen Zeit. Besonders gut seien auch die Behandlungsstühle aus den späten 1960ern. „Die sind viel bequemer als die heutigen“, sagt Kroker. „Wir haben sie neu aufpolstern und beziehen lassen. Jetzt halten sie wieder viele Jahre.“

Natürlich braucht jetzt kein potenzieller Patient der Krokers Angst zu haben, in eine altbackene Zahnarztpraxis zu kommen. Alles ist auf dem neusten Stand. Nur wo der Fortschritt keine Verbesserung war, wurde zum Teil auf Erhalt statt auf Neuanschaffung gesetzt.


Die Geschichte der Zahnartzpraxis Kroker

  • 1937 gründen Dr. Maria Kroker und Dr. Hans Kroker in der Königstraße 1 in Meppen, im Elternhaus von Maria Kroker, die Gemeinschaftspraxis. Maria Kroker führt die Praxis auch während der Kriegsjahre weiter
  • Nach dem Zahnmedizinstudium und einer Ausbildung in zahnärztlicher Chirurgie tritt Dr. Hans-Peter Kroker in die Gemeinschaftpraxis ein und betreut die Patienten gemeinsam mit seiner Mutter bis 1997.
  • 1982 erfolgt der Umzug in ein neues Praxisgebäude auf dem selben Grundstück neben den Gründingsräumen, die der Bahnunterführung der Herzog-Arenberg-Straße weichen mussten.
  • Nach ihrem zahnmedizinischen Studium und der Promotion im Jahre 2013 unterstützt Dr. Tessa Kroker ihren Vater in der Zahnarztpraxis. Sie führt die Praxis im Sinne ihres Vaters weiter.

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