„Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ Emsland erhält 1,42 Millionen Euro Fördermittel

Das Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ soll jetzt auch zunächst 50 Langzeitarbeitslosen im Emsland helfen. Foto: Julian Stratenschulte/dpaDas Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ soll jetzt auch zunächst 50 Langzeitarbeitslosen im Emsland helfen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Meppen. Der Landkreis Emsland ist ein dynamisch wachsender Wirtschaftsraum. Trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklung mit geringer Arbeitslosigkeit und der erfolgten Anstrengungen gelingt es allerdings nicht, alle Leistungsbezieher in den Arbeitsmarkt zu vermitteln. Hier soll das Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ Abhilfe schaffen. Der Landkreis Emsland hat nun für 50 einzurichtende Arbeitsplätze eine Zuwendung von rund 1,42 Millionen Euro erhalten.

Damit sollen einer Pressemitteilung zufolge für den Zeitraum von diesem Februar bis Ende Dezember 2018 Arbeitsplätze für besonders benachteiligte Empfänger von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II geschaffen werden, die seit mehr als vier Jahren arbeitslos sind. Die Schwerpunkte liegen hier auf Personen, die gesundheitlich eingeschränkt sind und daher eine besondere Förderung bei der Integration in den Arbeitsmarkt brauchen, sowie auf Bedarfsgemeinschaften mit minderjährigen Kindern.

„Die Förderung erreicht hier nicht nur die Leistungsbezieher selbst, sondern auch die Kinder, die erfahren, dass Beschäftigung eine wichtige Rolle für die gesellschaftliche Teilhabe spielt“, sagt Landrat Reinhard Winter.

Mit einer Arbeitslosenquote im Bereich des SGB II von 1,5 Prozent im April 2016 belegte der Landkreis Emsland in Niedersachsen einen Spitzenplatz. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsempfänger konnte seit 2005 von 12308 auf aktuell 9715 und damit um 21 Prozent reduziert werden. „Dennoch sind 61 Prozent der Leistungsempfänger im Rechtskreis SGB II länger als zwei Jahre, davon 38,3 Prozent länger als vier Jahre ohne Beschäftigung“, führt Winter aus.

Konkret heiße dies, dass sich im März 2016 insgesamt 9715 erwerbsfähige Leistungsberechtigte in der Betreuung des Jobcenters Emsland befanden. Davon bezogen 2287 Personen länger als vier Jahre Arbeitslosengeld II. Von den insgesamt 2287 Personen, die 48 Monate oder länger im Leistungsbezug sind, leben 1222 in Bedarfsgemeinschaften mit minderjährigen Kindern.

Potenziale ermittelt

Vor Start des Projekts wurden nun vom Jobcenter des Landkreises Emsland die Eigenpotenziale und auch Integrationshemmnisse der einzelnen Teilnehmer festgestellt. Weiterhin wurden die besonderen Erfordernisse der Zielgruppen bereits bei der Ansprache möglicher Arbeitgeber berücksichtigt. In Frage kommenden Arbeitgeber sind soziale Einrichtungen wie Tafeln, sowie Vereine und Kommunen. Hierbei wurde auch die Vereinbarkeit der Arbeitszeiten mit einer möglicherweise notwendigen Kinderbetreuung bzw. die Eignung für Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen beachtet.

Durch ein intensives Profiling wird für jeden Arbeitsplatz der am besten geeignete Bewerber ausgewählt. Während der gesamten Programmlaufzeit steht das Jobcenter sowohl den Beschäftigten als auch den Arbeitgebern beratend zur Seite.

„Die Arbeitsverhältnisse sollen im gesellschaftlichen Leben des Landkreises Emsland verankert sein. Die Teilnehmer sollen einen Mehrwert für die Allgemeinheit in der von ihnen geleisteten Arbeit sehen und sich sozial und gesellschaftlich integriert fühlen“, betont Winter.

Das Projekt solle sich durch einen „regionalen Konsens aller relevanten Akteure am Arbeitsmarkt unter enger Einbindung von kulturellen Einrichtungen, Sozialpartnern, Vereinen, Verbänden und Kommunen auszeichnen“, erläutert er.


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