Projekt des SKM Meppener Lernhelfer zeigen, wie Integration funktioniert

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Meppen. Mit der Flüchtlingswelle kommen auch viele Kinder nach Deutschland, die kaum Deutsch sprechen. Um diese und andere Kinder in die Schule zu integrieren, hat der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) - Emsland Mitte schon vor einigen Jahren ein spezielles Programm ins Leben gerufen.

  • Sprach- und Lernförderprojekt des SKM
  • Lernhelfer unterstützen Migranten- und Flüchtlingskinder
  • An 17 Schulen im Altkreis Meppen
  • Ehrenamtliche werden gesucht

Auf dem Tisch liegt ein Buchstabensalat. Lauter Kärtchen auf denen einzelne Buchstaben stehen. „Sucht daraus ein Namenwort“, fordert Gabriele Niemann die Kinder an der Meppener Overbergschule auf. Relativ schnell und ohne große Mühe legen sie Wörter wie „Insel“ oder „Spiegelei“ – Begriffe, die sie vor Kurzem noch gar nicht kannten.

Niemann ist eine von ungefähr 45 ehrenamtliche Lernhelfern, die Migranten- und Flüchtlingskinder beim Erwerb der deutschen Sprache unterstützen. Sie widmen sich in wöchentlicher Einzelbetreuung den Kindern und ihren sprachlichen Defiziten. Die Overbergschule gehört zu 17 Schulen im Altkreis Meppen, an denen es dieses Sprach- und Lernförderprojekt gibt. Insgesamt wurden bislang mehr als 300 Kinder auf diese Weise gefördert.

Das Projekt wurde vom SKM entwickelt und besteht bereits seit 2007. Schon damals gab es viele Kinder mit Migrationshintergrund, die einen speziellen Förderungsbedarf hatten. Dies waren vor allem Niederländer oder Kinder aus anderen europäischen Ländern, die nach Meppen kamen und sich in der Schule schwertaten. Mit ehrenamtlicher Unterstützung sollte diesen Kindern eine Deutschförderung nahegebracht werden.

Integration wichtiges Thema für den SKM

„Das Thema Integration ist für den SKM sehr wichtig“, sagt Helga Wallat vom SKM. Der Sozialdienst sei in diesem Bereich schon seit vielen Jahren aktiv. „Wenn Kinder mit ihren Familien nach Deutschland kommen, brauchen sie in der Schule eine schnelle Unterstützung“, sagt die Sozialpädagogin weiter. (Weiterlesen: Der SKM Emsland Mitte hat 2016 eine zusätzliche Kraft für die Flüchtlingsarbeit eingestellt)

Das Ziel der Initiative ist die Erweiterung des Wortschatzes und die Verbesserung der Aussprache der betroffenen Kinder. Dadurch soll den Kindern die Möglichkeit gegeben werden, sich aktiv am Unterricht zu beteiligen. In der Regel stehen die Lernhelfer im engen Austausch mit den jeweiligen Lehrern, sodass eine individuelle Förderung möglich ist.

Niemann ist seit 2014 als Lernhelferin in der Overbergschule aktiv. Sie wollte ihre Zeit sinnvoll nutzen und sich einbringen. Die Arbeit mit den Kindern macht der pensionierten Berufsschullehrerin großen Spaß, gerade wenn sie sieht, dass es die Kinder auch weiterbringt. Sie ermuntert deshalb andere, bei dem Projekt mitzumachen. „Ein paar Stunden in der Woche kann man immer fürs Ehrenamt abknapsen“, sagt Niemann.

Viele Kinder aus Kriegsgebieten in Meppen

Die Verschlechterung der humanitären Lage im Nahen Osten und in Südasien in den vergangenen Jahren hat dazu geführt, dass nun auch viele Kinder aus den Kriegsgebieten Syrien, Irak und Afghanistan in den Meppenern Schulen sitzen. Auf diese Kinder kommt neben der Sprache zusätzlich eine neue Schrift zu.

Das gilt auch für die elfjährige Nazanin. Sie ist erst vor einem Jahr von Afghanistan nach Deutschland gekommen und kann schon fließend Deutsch sprechen. Von Niemann wird sie deshalb auch als „Shootingstar“ bezeichnet. Vor allem das gemeinsame Lesen habe ihr sehr geholfen.

Schulleiter Roland Polke ist vom Erfolg des Projekts überzeugt. „Das ist eine ganz wertvolle Arbeit“, sagt er. Bei den Kindern wird das Angebot laut Polke sehr gut angenommen. Es fördere nicht nur ihre Sprachkenntnisse, sondern stärke auch ihr Selbstbewusstsein. „Mit Sprache öffnen sich die Kinder“, sagt der Schulleiter.

Auch weiterhin werden Ehrenamtliche benötigt. Dafür sei keine pädagogische Ausbildung notwendig, sagt Wallat. Wichtig ist nur, dass man über genügend freie Zeit verfügt und Spaß am Umgang mit Kindern hat.


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