Ein Bild von Hermann-Josef Mammes
30.12.2016, 06:33 Uhr VORHABEN TEURER UND SPÄTER

Zeche für Meppener Fehlplanungen zahlt Steuerzahler

Ein Kommentar von Hermann-Josef Mammes


Der Richtkranz thronte bereits Ende Juni 2016 über dem neuen Jugendzentrum. Foto: Tim GallandiDer Richtkranz thronte bereits Ende Juni 2016 über dem neuen Jugendzentrum. Foto: Tim Gallandi

Meppen. Die Stadt Meppen hat mit ihren Bauvorhaben wie dem Jugendzentrum oder der neuen Brücke am Schullendamm wenig Fortune. Sie werden nicht nur teurer, sondern auch später fertig.

Das Ganze scheint immer mehr die Krux öffentlicher Bauprojekte zu werden. Auch wenn Vergleiche mit dem Berliner Flughafen und der Elbphilharmonie aufgrund der Dimensionen etwas unpassend erscheinen, sind doch Gemeinsamkeiten zu erkennen.

Budget überzogen

Beginnen wir mit dem Bau des Jugendzentrums. Schon bei der Vergabe an das Münchener Architekturbüro wurde das ursprüngliche Budget einfach mal um 150.000 Euro überzogen. Die Stadt wollte sich unbedingt den zugeben attraktiven Rundbau leisten. Gleichwohl sind damit auch Mehrkosten verbunden. Das fängt bei der aufwendigen Schalung für die Fundamente an und endet in der Deckenkonstruktion. Gebäudearchitektur und Statik standen hier offenbar auf Kriegsfuß. Nur so lässt sich erklären, dass die ursprünglich geplante Holzkonstruktion sich dann doch nicht realisieren ließ. Auch der Zeitplan lief plötzlich aus dem Ruder. Noch beim Richtfest im Sommer wurde die Fertigstellung für den Herbst angekündigt und von Mehrkosten war auch keine Rede. Das Ganze verzögert sich jetzt erheblich.

Viele offene Fragen

Die geplante Fußgängerbrücke über den Schullendamm wirft ebenfalls viele Fragen auf. Vor einem Jahr kündigte Bürgermeister Helmut Knurbein an, die Brücke über die Ems sei im Herbst 2016 fertiggestellt und werde 720.000 Euro kosten. Fünf Monate später datierte Knurbein die Fertigstellung auf „Herbst 2017“. Inzwischen werden die Kosten auf 1085.000 Euro geschätzt, und wer weiß schon, welche unverhofften Unwägbarkeiten erst der Bau mit sich bringt.

Solche lückenhaften Planungen belasten den Meppener Stadtsäckel. Die Zeche zahlt am Ende wieder einmal der Steuerzahler.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN