Lachen als Schlüssel Matthias Prehm fühlt in Meppen dem Humor in der Pflege auf den Zahn

Humor, Empathie und Wertschätzung sind für Matthias Prehm die Grundlagen menschlichen Miteinanders. Foto: HarnackHumor, Empathie und Wertschätzung sind für Matthias Prehm die Grundlagen menschlichen Miteinanders. Foto: Harnack

Meppen. In der beruflichen Pflege bleibt immer weniger Zeit für persönliche Zuwendung. Überbordende Bürokratie und Bereitschaftszeiten im ambulanten Dienst, zugleich eher durchschnittliche Gehälter - zum Lachen zu Mute dürfte da den Wenigsten sein. Wie Humor in der Pflege dennoch gelingen kann und welchen Stellenwert er besitzt, beleuchtete Matthias Prehm im Kreishaus.

Prehm, Gründer und Geschäftsführer des Coaching-Kollektives „Humorpille“ aus Hamburg, ist ein beeindruckender Zwei-Meter-Mann,der früher selbst als Pfleger in verschiedenen Einrichtungen arbeitete. Im Sitzungssaal des Kreishauses hat er schon nach wenigen Momenten die Zuhörer auf seiner Seite. Prehm macht deutlich, wie wertvoll Humor im Bereich der Pflege sein kann. „Ich will, dass die Kollegen sich trotz allem den Spaß bei der Arbeit bewahren“, erklärt er im kurzen Vorabgespräch mit unserer Redaktion. Zudem solle aufgezeigt werden, wie man einen leichteren Kontakt zu Patienten bekomme, ergänzt er.

Fiktive Charaktere

Vor dem Publikum läuft der Hüne dann zu richtig großer Form auf. „Kommen Sie um 6:00 Uhr ins Dienstzimmer mit schlecht gelaunten Menschen und passen nicht auf, jammern Sie spätestens um 6:15 Uhr mit.“ Natürlich bekommen die Kollegen ordentlich ihr Fett weg, die mal wieder darauf bedacht waren, möglichst wenige Dienstwochenenden arbeiten zu müssen oder die Brückentage besser zu nutzen verstehen, als die anderen Mitarbeiter. Besonders die fiktiven Charaktere „Tina“ und „Uwe“in Prehms Vortrag dienen als Blaupausen verhasster Verhaltensweisen unter Kollegen. Nimmt man die Lacher als Maßstab, existieren „Tina“ und „Uwe“ wohl in vielen Pflegestationen. (Weiterlesen: Bündnis gegen Depression im Emsland gestartet)

Lachen als Schlüssel gelungener Beziehungen

Prehm gibt allen mit auf den Weg, dass es besser sei, eine Situation zu akzeptieren, da man dann auch schneller an einer Lösung arbeiten könne. „Ich selbst muss wissen, was mir gut tut, damit ich die psychische Widerstandsfähigkeit bekomme“,gibt er zu bedenken. Menschen, die glücklich miteinander seien, würden häufig nach dem „Warum?“ antworten, dass sie oft miteinander lachten. Es sei nicht das Haus oder das Auto, so der Referent. „Sozialkompetenz ist übrigens genauso wichtig, wie Fachkompetenz“, ist Prehm überzeugt.

Gutes Team erhöht Verweildauer im Job

Dazwischen streut er urkomische, aber wahre Lachgeschichten mit seinem Sohn ein. „Humor hat aber nur dann eine Chance, wenn Empathie und Wertschätzung für das Gegenüber vorhanden sind“,sagt er und betont, dass das Komödiantische allein ohne diese Attribute keinen Erfolg habe. Wertschätzung steigere die Motivation, gab er Vorgesetzten als Tipp in puncto Menschenführung mit auf den Weg. Die Frage „Was kann ein Kollege und wie kann ich ihn fördern“, sei wie ein Sesam-öffne-dich zum Mitarbeiter, ist sich der ehemalige Pfleger sicher. Habe man ein gutes Team um sich herum, sei auch die Verweildauer im Job wesentlich länger. (Weiterlesen: Sprache im Mittelpunkt beim 16. Pflegefachtag in Papenburg)


0 Kommentare