Informationen waren Mangelware 70 Jahre Lokalzeitung Meppener Tagespost

Von Manfred Fickers

Die Osnabrücker Rundschau erhielt mit der Ausgabe Nr. 10 vom 23. März 1948 einen Lokalteil „Meppen/Aschendorf Hümmling“. Repro: Archiv Neue OZDie Osnabrücker Rundschau erhielt mit der Ausgabe Nr. 10 vom 23. März 1948 einen Lokalteil „Meppen/Aschendorf Hümmling“. Repro: Archiv Neue OZ

Meppen. Der 70. Geburtstag des Landes Niedersachsen fällt mit dem 70-jährigen Bestehen der Meppener Tagespost zusammen.

Der Informationsbedarf der Bevölkerung war nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs groß. Ende März 1945 mussten die Zeitungen im Emsland ihr Erscheinen einstellen. Schon vorher, 1941 und 1943 hatten die Nationalsozialisten vielen Verlegern die Herausgabe von Zeitungen verboten, übrig blieben nur noch Blätter, deren Herausgeber der politischen Linie der Machthaber bedingungslos folgten. Nicht dazu gehörten die Osnabrücker Zeitungsverlage Fromm und Meinders & Elstermann.

Die Britische Militärregierung informierte die Bevölkerung seit der Besetzung im April 1945 per Lautsprecherwagen, Flugblätter und Plakaten. Mehr war auch kaum möglich, weil es an Papier, Druckerfarbe, aber auch Druckkapazitäten mangelte. Die Druckereien Fromm und Meinders & Elstermann in Osnabrück lagen in Trümmern und konnten erst im Lauf des Jahres 1945 unter primitivsten Umständen ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Zudem sollten Journalisten und Verleger vor einer weiteren Betätigung auf ihr Verhältnis zum Nationalsozialismus überprüft werden.

Eine neue Zeitung

Zunächst war es die Militärregierung selbst, die im Regierungsbezirk Osnabrück, zu dem der Emslandkreis Meppen gehörte, ab Anfang März 1946 die Osnabrücker Rundschau mit lokalen Nachrichten aus Meppen herausgab. Sie wurde zwei Mal pro Woche bei Meinders & Elstermann in Osnabrück gedruckt. Die Ausgabe Nr. 6 vom 19. März 1946 war vier Seiten stark und hatte auf Seite 3 einige kurze Berichte und Meldungen aus dem Kreis Meppen. Die Nachrichten waren zeittypisch: „Meppen. Der neue Turnverein in Meppen hat seine Arbeit aufgenommen. Als ‚Turnverein Meppen‘ werden künftig die Meppener Turner und Turnerinnen in der Halle der Overbergschule und auf der Schülerwiese zusammenkommen, um in Geräteturnen, in der Leichtathletik, Gymnastik, im Handball und in Sommerspielen ihre Sportfreudigkeit zu beweisen. Fehlende Geräte hofft man mit Unterstützung des Jugendamtes und der Militärregierung zu beschaffen.

Vor dem Militärgericht in Meppen wurde am 12. März 1946 gegen eine Reihe von Angeklagten verhandelt. Die Urteilssprüche beliefen sich auf ein bis drei Monate Gefängnis, die für Schwarzbrennerei und achtloses Autofahren, wodurch zwei Kinder verletzt wurden, gefällt worden sind.

Haselünne. In einem Lebensmittelgeschäft der Stadt Haselünne wurde in der vergangenen Nacht ein Einbruch verübt. Die Täter ließen eine große Menge Lebensmittelkarten-Abschnitte mit sich gehen, sowie mehrere Pfund Butter. – In der vorangegangenen Nacht war ein Bauernhof in der nächsten Umgebung das Ziel lichtscheuen Gesindels. Es wurden Lebensmittel, vor allem Speck und Wurstwaren gestohlen.“ Weitere Nachrichten kamen aus dem Kreistag Meppen, es wurden ein Entnazifizierungsausschuss und ein Vollzugsausschuss gewählt, der „Verwaltungsmaßnahmen durchführen“ soll.

Lokalteil Kreis Meppen

Ab der Ausgabe vom 23. April 1946 erschien die Osnabrücker Rundschau in einer Lokalausgabe „Meppen/Aschendorf-Hümmling“ . Am 17. September 1946 gab die Britische Militärregierung Achilles Markowsky (1910 – 2006) die Lizenz Nummer 81 für die Herausgabe einer Tageszeitung. Er übernahm die Osnabrücker Rundschau und nannte sie in Neues Tageblatt um. Die Lokalausgabe für die Kreise Meppen und Aschendorf/Hümmling bekam den Namen Meppener Tageblatt. Die Zeitung kostete im Einzelverkauf 20 Reichspfennig und wurde dienstags und freitags den Abonnenten zugestellt. Markowskys Lizenz endete am 1. November 1949. Jetzt konnte Meinders & Elstermann wieder das bis 1943 erschienene Osnabrücker Tageblatt herausgeben. Um Verwechslungen zu vermeiden, nannte Markowsky seine Zeitung in Osnabrück in Neue Tagespost um. Den Druckauftrag erteilte er der wiederaufgebauten Druckerei Fromm, die bis 1943 die Osnabrücker Volksblätter produziert hatte. Die Lokalausgabe Meppener Tageblatt wurde am 1. Januar 1951 zur Meppener Tagespost umgetauft. 1959 übernahm der Verlag Fromm die Herausgabe der Neuen Tagespost und damit der Meppener Tagespost.

Als 1967 die beiden Osnabrücker Zeitungsverlage Fromm und Meinders & Elstermann fusionierten, entstand die Neue Osnabrücker Zeitung. Die Meppener Tagespost behielt dabei ihren seit 1951 geführten Namen und setzt die seit 1946 bestehende redaktionelle Berichterstattung für das mittlere Emsland fort.


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